Gib das Feuer weiter – und bewahre nicht die Asche / Die Neuentdeckung alter Traditionen und Rituale für heuteGib das Feuer weiter – und bewahre nicht die Asche / Die Neuentdeckung alter Traditionen und Rituale für heute

Einheit: Gib das Feuer weiter – und bewahre nicht die Asche / Die Neuentdeckung alter Traditionen und Rituale für heute

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 45-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Flipchart, Zettel, Stift(e)

Liturgien und Ritualen haftet oft ein abgestandener Beigeschmack an. Dieser Stundenentwurf soll helfen, Lust darauf zu machen, geistliche Übungen auszuprobieren und einzutrainieren.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Ritualen und Liturgien hängt häufig ein verstaubtes Image an. Sie machen den Eindruck von überholtem Verhalten und leeren Worten und nicht nur Jugendliche tun sich z. B. im Gottesdienst sehr schwer damit, ihnen etwas abzugewinnen. Das ist unbedingt ernst zu nehmen und es geht nicht darum, ihnen bestimmte Verhaltensweisen anzuerziehen oder beizubringen, was man „an gewissen Stellen zu sagen hat“. Gleichzeitig sind beide seit Jahrhunderten bewährte Tools, um mit Jesus im Alltag unterwegs zu sein. Dieser Stundenentwurf soll helfen, das neu zu entdecken.

2. Einführung inkl. Exegese

Dass das ganze Leben mit Jesus geteilt werden soll (Röm 12,1) kann eine überfordernde Vorstellung sein. Aber genau hier liegt ein großer Segen: Gott bereichert jeden Teil meines Lebens – wenn ich ihn lasse. Das ist aber gar nicht so leicht im Trubel des Alltags. Hier hilft die Erkenntnis, dass geistliches Leben vor allem Übung ist – dem Sport oder der Musik gar nicht so unähnlich. Wiederkehrende Elemente und auswendig Gelerntes kann helfen, ganzheitlich zu glauben und Glaubenssätze „vom Hirn ins Herz“ rutschen zu lassen. Worte und Handlungen sollen ihre Bedeutung in der Tiefe unserer Seele entfalten – dafür ist es wichtig, sie zu begreifen. Als christliche Rituale den Alltag noch stärker prägten als heute, lernten Kinder all das „by the way“ – hier kam das Verstehen sicherlich nach dem Einüben. Jesus wird viele Elemente seines Glaubens seit dem Säuglingsalter „eingeübt haben“, weil sie in der Familie normal waren. Es ist ein auswendig gelerntes Gebet, das ihm angesichts seines Leidens noch Worte gibt (Mt 27,46). Heute, wo viele Menschen ohne christliche Prägung groß werden, ist es wichtig, dass das Lernen von Liturgien und Ritualen kein stures Auswendiglernen ist.

Menschen machen seit Jahrhunderten die Erfahrung, dass Gebete und Handlungen, die über einen längeren Zeitraum eingeübt sind, Kraft haben, uns zu tragen, egal, wie sich die äußeren Umstände verändern. Deshalb kann sich eine Themeneinheit nur dafür eignen, die Jugendlichen zu motivieren, sich darauf einzulassen. Aber vielleicht kann eine solche Stunde der Beginn dafür sein, auf Zeit eine „Jugendkreis-Liturgie“ einzuüben, z. B. immer mit dem gleichen Lied/Gebet (z. B. Einer: „Am Anfang vom Jugendkreis machen wir uns noch mal ganz bewusst, dass wir hier nicht alleine sind, sondern Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist mitten unter uns sind.“ Alle: „Danke, Gott, für die Woche, die hinter uns liegt. Danke für alles, was gut war. Hilf uns bei dem, was schwer war. Es tut uns leid, dass wir auch Mist gebaut haben. Bitte vergib uns. Schenke uns jetzt eine gute Zeit und neue Kraft. Begegne uns. Amen“) und Bibelvers, der vierteljährlich gemeinsam ausgesucht wird, zu beginnen. Und immer mit einem Abschlussritual (z. B. alle stellen sich im Kreis hin und legen dem rechten Nachbarn die Hand auf die Schulter und halten die linke mit der Handfläche nach oben nach vorne, sodass „der Segen hineingelegt“ werden kann) und Segen (z. B. Aaronitischer Segen; 4. Mose 6,24-29) zu enden.

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  • Autor / Autorin: Katharina Haubold
  • © Deutscher EC-Verband