Gott braucht keine Helden … / … sondern macht uns zu seinen Helden!Gott braucht keine Helden … / … sondern macht uns zu seinen Helden!

Einheit: Gott braucht keine Helden … / … sondern macht uns zu seinen Helden!

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60 Min. (Vorbereitung: 60-90 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Augenbinde(n), Flipchartbögen, Stift(e), Bibel(n)
Bibelstelle: 1. Mose 11

Gott zu vertrauen ist ein lebenslanger Prozess. Doch niemand ist zu alt oder zu jung, das zu lernen. Das erfährt auch Abram, und das können Teens von ihm heute lernen. Gottes Stimme zu hören, wird als Abschluss der Gruppenstunde in die Praxis umgesetzt.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

1.1 Historischer Hintergrund

Abrams Lebensgeschichte wird ab seinem 75. Lebensjahr erzählt. Er war ein direkter Nachfahre Noahs. Abram lebte erst in Ur und zog dann mit seiner Familie nach Haran. Auch sein Vater wollte schon nach Kanaan reisen, blieb aber in Haran hängen. Ur war damals die wichtigste Stadt der Sumerer, der ersten großen Hochkultur unserer Welt, die bis ins 4. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. So sind die Sumerer die Erfinder der Keilschrift, Vorgängerin unserer heutigen Schrift. Ur war also vergleichbar mit Hamburg, der bedeutendsten Handelsstadt Deutschlands. Ur war wohlhabend, bot technischen Fortschritt und hohe Bildung. Außerdem gab es Gesetze für das menschliche Zusammenleben. Doch in Ur waren die Menschen im Aberglauben verhaftet, und beteten viele Götter an (z. B.: die Mondgöttin Nanna). Kanaan war wirtschaftlich genau das Gegenteil: verarmt, unzivilisiert, ungebildet, unterentwickelt. Abram nimmt auf seine Reise seine Frau Sarai, seinen Neffen Lot, und all seinen Besitz mit. Doch er verlässt seine Heimat, seine sonstige Verwandtschaft und sein Vaterhaus. Seine Frau konnte keine Kinder bekommen. Kinder galten als Zeichen des Reichtums und Wohlstands. Und sie bedeuteten eine sichere Versorgung im hohen Alter.

1.2 Theologische Überlegungen

Es ist durchaus möglich, dass Abram in seinem hohen Alter zum ersten Mal Gottes Stimme hört. Außer bei Noah und Sem ist eine Gottesbeziehung seiner direkten Vorväter nicht belegt. Abram bekommt mehrfach die Verheißung einer großen Nachkommenschaft, sodass sein Name groß werde und bekommt den Beinamen „Vater vieler Völker“ (1. Mose 17,5). Dies steht im direkten Gegensatz zur Vorgeschichte in 1. Mose 11: Dort versuchten die Menschen sich selbst einen großen Namen zu machen (Turmbau zu Babel). Gott gibt Abram diese scheinbar unerfüllbare Verheißung und macht klar: Abram kann seinen Namen von sich aus nicht groß machen. Dazu braucht es schon ein Wunder.

Außerdem verheißt ihm Gott, ein Segen für seine Nachkommen und viele Völker zu sein. Die Erfüllung findet man spätestens im ersten Vers des Neuen Testamentes wieder, wo Jesus als direkter Nachkomme Abrahams genannt wird (Mt 1,1). Der fünffache Segen Gottes an Abra(ha)m (1. Mose 12,2.3; 14,19; 22,17) markiert den direkten Gegenpol zur Urgeschichte, wo Gott fünfmal Teile seiner Schöpfung (1. Mose 3,14.17; 4,11; 5,29; 9,25) verflucht. Er beginnt mit Abram erneuert seine Treuegeschichte zu den Menschen.

2. Bedeutung für die Teens

Gottes Stimme hören: Teenager brauchen Vorbilder und Mentoren, die ihnen helfen, aus dem Stimmengewirr dieser Welt (Medien, Fremdbestimmung, Erwartungsdruck, usw.) die Stimme Gottes für ihr Leben wahrzunehmen.

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  • Autor / Autorin: Benni Schneider
  • © Deutscher EC-Verband