3 = 1 falsche Gleichung und doch richtig

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

3 = 1 falsche Gleichung und doch richtig

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: der Steigbügel
Zeitbedarf: 40-50 Min. (Vorbereitung: 45-60 Min.)
Bibelstelle: 1. Korinther 8,6 anzeigen
Bibelstelle
1. Korinther 8,6

6Aber für uns gilt:

Nur einer ist Gott – der Vater.

Alles hat in ihm seinen Ursprung,

und er ist das Ziel unseres Lebens.

Und nur einer ist der Herr: Jesus Christus.

Alles ist durch ihn entstanden,

und durch ihn haben wir das Leben.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Benötigte Materialien: Schuhkarton(s) (Beklebt), Bibelvers(e) (Zum Thema "Gott"), Gegenstände, die mit Gott zusammenhängen, 2 Plakat(e)
Anhänge:
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Gott ist drei und einer zugleich

Im Glaubensbekenntnis bezeugen wir einen dreieinigen Gott. Doch verstehen wir eigentlich, was wir da bezeugen? Die Frage nach der Dreieinigkeit gehört wahrscheinlich zu den kniffligsten Fragestellungen der Theologie. Doch es ist nicht nur eine abgehobene Frage, wie Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist zugleich sein kann. Denn, wenn die Bibel von Gott spricht, dann hat dies immer mit uns zu tun. Der dreieinige Gott will mit uns in Beziehung treten als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist. Diese Bibelarbeit geht der Frage nach, was es bedeutet, vom dreieinigen Gott zu sprechen und was das mit unserem Leben zu tun hat. Sie ist für Leute, die ein wenig genauer wissen wollen, was sie eigentlich im Glaubensbekenntnis bekennen.

1.) Theologische Gedanken zur Dreieinigkeit

Dass Gott drei und einer zugleich ist, das ist keine abgehobene theologische Spekulation, die am Schreibtisch gelehrter Männer entstanden ist. Die Ansätze zur Lehre von der Dreieinigkeit finden sich schon in der Bibel. In 1. Korinther 8,6 erinnert Paulus die Christen in Korinth daran, was das Fundament ihres Glaubens ist: „So haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.“ Paulus nimmt mit diesen Worten das Glaubensbekenntnis Israels auf (5. Mose 6,4): „Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein Herr“. Dieser eine Gott und Herr („Herr“ war damals der Titel für Gott) ist für Paulus Gott, der Vater, und Jesus Christus.

Diese Formulierung setzt die „Zweieinigkeit“ von Gott, dem Vater, und Jesus voraus (man nennt diese eine „binitarische Formulierung“). Im Neuen Testament finden sich auch Formulierungen, die von der Dreieinigkeit Gottes ausgehen (= „trinitarische Formulierungen“). Z. B. 2. Korinther 13,8: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“. Einer der bekanntesten Hinweise auf die Dreieinigkeit ist der Taufbefehl, wo Jesus sagt: „Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“.

Klar ist im Neuen Testament: Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist zugleich. Aber die Bibel erklärt nirgends, wie wir uns dies genau vorstellen können. Sie spricht vielmehr davon, wie der dreieinige Gott den Menschen heilvoll begegnet. Sie erzählt, wie Gott uns als Schöpfer und als Vater begegnet, wie er uns in Jesus als Retter nahe kommt. Sie erzählt auch davon, wie Gottes Geist unser Leben erfüllt, uns tröstet und Glauben in uns wachsen lässt. Der Bibel geht es nie darum, hochtheologisch über Gott zu spekulieren, sondern immer darum, wie dieser Gott zu uns in Beziehung tritt. Sie zeigt uns, dass Gottes Herz für uns schlägt, aber sie gibt keine Erklärung, wie wir uns Dreieinigkeit vorstellen können.

Der Streit der ersten Christen

Schon bei den ersten Christen ist dann der Streit über die Bedeutung des dreieinigen Gottes entbrannt: Da gab es die Vorstellung, Christen glauben an drei Götter, wie in anderen Religionen der Antike eben mehrere Götter verehrt wurden. Eine andere Gruppierung (der so genannte Subordinatianismus = die Lehre von der Unterordnung) erkannte nur Gott den Vater als eigentlichen Gott an. Jesus und der Heilige Geist sind zwar auch irgendwie göttlich, aber dem Vater untergeordnet.

Wenn wir die Aussagen der Bibel ernst nehmen, ist auf jeden Fall eines klar: Es sind keine drei Götter, die wir verehren. Es gibt auch keine Unterordnung in Gott, so dass der Vater der „Chef“ wäre und Sohn und Heiliger Geist nur die „Unterchefs“. Und Gott ist auch keiner, der sich als Vater, Sohn und Geist verkleidet. Vielmehr gilt: Gott IST Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Theologe Tertullian hat im 4. Jh. die Formulierung gefunden: Gott ist „eine Einheit in drei Personen“. Dies bedeutet dann auch, dass wir als Christen im Gebet jede Person der Dreieinigkeit ansprechen können. Denn, ein wenig flapsig formuliert, wenn ich mich an eine Person der Dreieinigkeit wende, fühlen sich die beiden anderen sowieso immer mit angesprochen.

Ein hilfreiches Bild für die Dreieinigkeit

Auf Tertullian geht auch ein Bild zurück, das mir selber verstehen hilft, was Dreieinigkeit bedeutet: So wie die Sonne aus Sonnenball, Sonnenstrahlen und dem erzeugten Licht wie auch der Wärme besteht, so ist Gott Vater, Sohn und Geist. Alles ist Teil der Sonne: Der Sonnenball, den wir am Himmel sehen, die Sonnenstrahlen, die uns die Sonne nahebringen und die Wärme, die wir spüren bzw. das Licht, das auf uns fällt. Als Bild für die Dreieinigkeit bedeutet dies dann: Jesus ist es, der uns den unbekannten und fernen Schöpfer der Welt nahebringt, und der Heilige Geist ist die Gegenwart Gottes in unserem Leben, die uns Gott spüren und erleben lässt.

Dies ist natürlich nur ein Versuch, das Geheimnis der Dreieinigkeit ein wenig zu verstehen. Ein weiteres Bild dafür sind die verschiedenen Konsistenzformen des Wassers: Das Wasser, mit dem wir uns waschen ist genauso Wasser wie der Schnee und der Wasserdampf. Alle drei Formen von Wasser sind chemisch betrachtet H²O, auch wenn sie uns völlig unterschiedlich begegnen. Im Blick auf die Dreieinigkeit hinkt das Bild ein wenig: Denn Wasser kommt meist nicht in mehreren Konsistenzformen gleichzeitig vor, Gott ist aber, um in dem Bild zu bleiben, alle drei Konsistenzformen zugleich.

Wie die Gleichung 3=1 wirklich aufgehen kann, geht über das hinaus, was unser menschlicher Verstand begreifen kann.

Ein guter Tipp

dazu kommt von Martin Luthers Freund, Philipp Melanchthon: Wir sollen die Geheimnisse der Gottheit Christi nicht erforschen, sondern lieber anbeten. Wenn wir uns an diesen Tipp halten, dann ist es für unseren Glauben als Christen nicht in erster Linie wichtig zu verstehen, wie die Dreieinigkeit funktioniert. Sondern wichtig ist, die Bedeutsamkeit für uns darin zu erkennen, dass Gott uns als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist begegnet (ausführliche Info im Downloadbereich).

Gott sucht die Beziehung zu uns

Gott schenkt sich uns als dreieiniger Gott. Er ist nicht nur Gott für sich selbst, sondern immer ein Gott für andere. Gott ist sich nicht selber genug, sondern sucht immer die Beziehung zu seinen Geschöpfen, was in seinem Wesen begründet zu sein scheint. Dass Gott drei Personen in einem ist, deutet darauf hin, dass schon sein Wesen Beziehung ist: Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist. Diese Beziehung zeigt sich z. B. in den Gebeten von Jesus. Ganz selbstverständlich spricht er sehr innig von Gott als seinem Vater. Hier ist etwas zu spüren von der engen Beziehung, die Gott in sich selbst lebt. Immerhin sagt Jesus einmal (Johannes 10,30): „Ich und der Vater sind eins“. Und dennoch kann er zu diesem Vater als einem Gegenüber beten.

Der Glaube an einen dreieinigen Gott ist Grundlage unseres christlichen Glaubens. Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist trinitarisch aufgebaut, d.h. es orientiert sich an der Dreieinigkeit Gottes: Da ist von Gott, dem Vater, von Jesus, dem Sohn, und vom Heiligen Geist die Rede.

Martin Luther hat in seinem kleinen Katechismus das Glaubensbekenntnis erklärt und es sehr persönlich gedeutet. Er spricht davon, wie sich der dreieinige Gott verschenkt und in Beziehung zu uns tritt: Von Gott dem Vater sagt Luther: „Ich glaube, dass Gott mich geschaffen hat, mir Leib und Seele, Augen, Ohren, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält. Dazu Kleider und Schuhe, Essen und Trinken usw.“ Unser ganzes Leben ist ein Geschenk des liebenden Vaters im Himmel. Luther spricht auch davon, dass unsere Familie ein Geschenk Gottes ist. In der Erklärung von Martin Luther wird für mich deutlich: Dreieinigkeit hat mit mir zu tun, weil mir der Vater durch alles, was mir geschenkt ist, begegnet.

So persönlich spricht Luther auch von Jesus: „Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch, mein Herr ist.“ Es geht nicht um eine allgemeine Lehre über Jesus, sondern darum, dass Jesus für mich gekommen ist, für mich gestorben und auferstanden, damit er der Herr meines Lebens ist.

Über den Heiligen Geist sagt Luther: „Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft oder Kraft an Jesus Christus glauben kann, sondern der Heilige Geist hat mich berufen.“ Auch dass wir glauben, ist ein Geschenk Gottes. Wenn wir an unsere eigene Glaubensgeschichte zurückdenken, dann merken wir vielleicht, wie Gott hier seine Hände im Spiel gehabt hat. Er hat in uns bewirkt, dass wir angefangen haben zu beten und dass wir Vertrauen gefasst haben zu Jesus Christus.

Der theologische Gedanke von der Dreieinigkeit ist nicht abgefahrene Spekulation, sondern hat mit uns zu tun. Wir haben einen Gott, der in Beziehung zu uns tritt als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist.

2.) Praktische Umsetzung

a) Einstieg: „Gott im Kasten“

Im Raum sind verschiedene Kartons verteilt (am besten beklebte Schuhkartons) mit Gegenständen rund um das Thema „Gott“. Gut wäre, wenn zusätzlich zu jedem Gegenstand ein Bibelvers beigelegt wäre. Außerdem könnten zwei große Plakate im Raum sein, auf welche die Jugendlichen ihre Fragen zu Gott und ihre persönliche Meinung schreiben können („Gott?- Da hab ich eine Frage!“; „Gott ist für mich…“).

Es wird Musik abgespielt und die Jugendlichen haben die Möglichkeit, die Gegenstände in den Kartons zu entdecken. Spannender ist es, wenn die Kartons verschlossen sind und sie immer wieder geöffnet werden müssen, um reinzuschauen.

Mögliche Gegenstände und Bibelverse:

  • Kreuz (Johannes 3,16)
  • Bild eines Vaters und Kinder (Matthäus 6,7–9)
  • Bild einer Mutter, die ein Kind tröstet (Jesaja 66,13)
  • Hand (z. B. aus Gips) (Psalm 139,1–5)
  • Dreieinigkeitswürfel (dieser Würfel hat drei Seiten, die für die drei Personen Gottes stehen) (2. Korinther 13,8)
  • Kerze (Johannes 8,12)
  • Globus (1. Mose 1,1)
  • Spiegel (Psalm 139,14)
  • Taschentuch (Johannes 14,16+17+26; Offenbarung 21,3–4)

b) Gesprächsphase

Einstieg ins Gespräch könnte die Impulsfrage sein: „Christen glauben an einen dreieinigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Was bedeutet das eigentlich?“

Im Laufe des Gesprächs könnten die Bibelstellen (1. Korinther 8,6; 2. Korinther 13,8; Matthäus 28,20) gelesen werden, die von der Dreieinigkeit sprechen. Auch die Erklärungen von Martin Luther zum Glaubensbekenntnis könnten hilfreich sein.* Wichtig scheint mir der Gedanke zu sein, dass Dreieinigkeit immer mit unserem Leben zu tun hat.

Eine Frage für das Gespräch oder eine kurze Stille zum Nachdenken könnte sein: Durch welche Person der Dreieinigkeit/durch welche Seite Gottes fühle ich mich angesprochen? Ist es für mich wichtig, zu wissen: Gott hat mir mein Leben geschenkt, er ist wie ein Vater (oder auch eine Mutter) für mich? Ist es wichtig zu wissen, dass Jesus mich rettet? Ist es mir wichtig, dass Gott mir als Heiliger Geist nahe ist und mir glauben hilft?

c) Andacht/Impuls

Eine Andacht könnte darauf abzielen, dass der dreieinige Gott mit uns in Beziehung tritt. Als Vater begegnet er uns, der uns das Leben schenkt, als Retter und als Tröster, der Glauben in uns weckt.

d) Kreativer Abschluss

Eine Pyramide aus Papier/Tonkarton wird gemeinsam gebastelt*. Die drei Seiten der Pyramide werden beschriftet mit „Vater, Sohn, Heiliger Geist“. Evtl. wird zu jeder Person der Dreieinigkeit noch eine Erklärung geschrieben, in der die Jugendlichen möglichst selbst für sich formulieren, was die jeweilige Seite Gottes für sie bedeutet (Formulierungsidee: „Vater – schenkt mir mein Leben“, „Sohn – kommt und rettet mich“, „Heiliger Geist – Gottes tröstende Gegenwart in meinem Leben“.)

Weiterführende Bibeltexte:

1.Kor 8,6 / 5.Mose 6,4 / 2.Kor 13,8 / Mt 28,19

  • Autor / Autorin: Cornelius Kuttler, Leiter des EJW, Stuttgart
  • © EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
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