Gott sieht das Herz: Samuel salbt David zum König

Einheit | Bibelarbeit
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Gott sieht das Herz: Samuel salbt David zum König

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: Jungscharleiter
Zeitbedarf: 45 Min. (Vorbereitung: 30 Min.)
Bibelstelle: 1. Samuel 16,7 anzeigen
Bibelstelle
1. Samuel 16,7

7Aber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn es ist nicht so, wie ein Mensch es sieht: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigte Materialien: 2 Plakat(e), Edding(s)
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Zielgedanke

Der Mensch urteilt nach dem, was er sieht, doch der Herr sieht ins Herz! (1. Sam 16,7)

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Samuel erlebt die unterschiedlichsten Gefühle: Zunächst trauert er um Saul. Saul, der König, den Gott berufen hatte, hat versagt, hat seine Macht missbraucht und war Gott untreu. Doch bei Gott geht es weiter. Er hat schon einen neuen Plan. Bei diesem neuen Plan Gottes packen Samuel Zweifel: ein neuer König? Wo doch Saul noch lebt! Was wird Saul mit Samuel machen, wenn er das erfährt? Auch dafür hat Gott eine Lösung: er soll ein Opferfest feiern, das ist schließlich Samuels Aufgabe als Priester und bei dieser Gelegenheit den neuen König salben. Samuel streckt die Waffen, er ist Gott gehorsam. Und wieder einmal hört er genau auf Gott und lässt sich von ihm korrigieren. Er geht nicht den menschlich offensichtlichen Weg, sondern lässt sich auf Gottes Weg bei der Wahl des neuen Königs ein.

Die Wahl Davids: ein Mann, der treu, zuverlässig, verantwortungsbewusst und lebenstauglich ist. Einem Mann, der im Kleinen (Schafe hüten) treu ist, vertraut Gott Größeres an (sein Volk).

Samuel gießt Öl über David. Er salbt ihn. Salbung bedeutet, dass dieser Mensch für eine bestimmte Aufgabe geweiht wird, das heißt bestimmt und vorbereitet. Im Alten Testament steht die Salbung immer wieder im Zusammenhang mit der Gegenwart des Heiligen Geistes in dem Gesalbten (zum Beispiel Jesaja 61,1).

Erlebniswelt der Kinder

Im Sportunterricht dürfen zwei Schüler je eine Gruppe wählen, indem sie abwechselnd Namen nennen; einer bleibt immer bis zum Schluss übrig und ist damit der Dumme.

Alle Klassenkameraden wollen immer neben einer Person sitzen, die besonders gut aussieht, angesagte Klamotten trägt, die beste Schülerin der Klasse ist und sich auch noch behaupten kann.

Kinder kennen solche Auswahl-Situationen – mal von der einen oder der anderen Seite.

Gott hat ein anderes Auswahlkriterium: er sieht das Herz und nicht das Äußere. Das ist herausfordernd, aufrüttelnd und auch tröstend!

Einstieg

Variante Gottesdienst

Begrüßung, Votum, Gebet: Die Kinder und Mitarbeitenden werden begrüßt und der Gottesdienst beginnt im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Sinnvoll ist es, im Gebet Gott einzuladen und um sein Reden und offene Ohren der Gottesdienst-Teilnehmenden zu bitten.

Lied: Zu Beginn evtl. ein Freizeitlied singen.

Vorschläge:

Hey Kids, jetzt geht’s los, Einfach Spitze, Nr. 75

Hallo, Einfach Spitze, Nr. 60

Anschließend Rahmengeschichte, biblische Geschichte …

Variante Jungschar

Samuel soll einen neuen König suchen. Wie „der Neue“ wohl aussieht? Suchen und Finden ist gar nicht so einfach … Die Kinder suchen auf einem Bild einen Gegenstand oder eine Person (zum Beispiel aus einem Wimmelbilderbuch, zum Beispiel „Wo ist Walter?“ oder Suchbild aus dem Internet).

Rahmengeschichte Teil 1 im Download.

Erzählung

Jetzt bin ich doch tatsächlich schon wieder auf dem Rückweg von Bethlehem nach Rama! Ich kann es kaum glauben. Gott hat immer wieder spannende Ideen. Viel hat Gott in den letzten Tagen getan. Aber jetzt mal der Reihe nach:

Todtraurig war ich, dass unser König Saul so versagt hatte, dass Gott sich von ihm als König abgewandt hatte. Aber vor einiger Zeit forderte Gott mich auf, mit dieser Trauer aufzuhören. Ich sollte einen neuen König salben. Wen? Keine Ahnung! Einen Sohn Isais, wer auch immer dieser Isai war. Wie sollte ich das bloß machen? Saul lebt ja noch. Er wäre sicher nicht besonders erfreut, wenn er erfährt, dass ich einen neuen König salbe! Aber Gott hatte auch dafür eine Lösung: Ich sollte in der Stadt Bethlehem ein Opferfest mit den Bewohnern und somit auch mit Isais Familie feiern. Das gehörte zu meinen Aufgaben als Priester, war also total unauffällig. Und während dieses Festes sollte ich einen Sohn Isais zum König salben. Und da Gottes Ideen und Pläne zwar nicht immer gleich verständlich, aber letztlich immer richtig waren, habe ich mich auf den Weg nach Bethlehem gemacht.

Das Opferfest war im Gange. Ich hatte Isai und seine Familie kennen gelernt. Die Gelegenheit war jetzt da. So sprach ich mit Isai: „Kannst du mir deine Söhne vorstellen? Denn Gott hat einen von ihnen für eine große Aufgabe auserwählt!“ Isai war etwas verblüfft. Aber kurze Zeit später stand ich vor sieben großen, jungen Männern und fing an, mit Gott über sie zu reden.

Ich fing mit dem Ältesten an: „Hm, das ist ja ein stattlicher junger Mann. Gut sieht er aus. Stark scheint er auch zu sein. Das wird bestimmt unser neuer König! … Nicht? Wirklich nicht? Ich soll mich nicht vom Äußeren täuschen lassen, du, Gott siehst auf das Herz? Also nicht der älteste Sohn. Dann vielleicht der Zweitälteste? Dieser große, kräftige Mann! Auch wieder nein? Oder dieser braun gebrannte junge Mann? Nein? Hier, er sieht aus, als ob er gut arbeiten könnte! Nein?!? – Wieder nein? – Er auch nicht? – Dann bestimmt er, auch sehr muskulös und durchtrainiert und außerdem scheint er der letzte Sohn Isais zu sein. Also, wenn es ein Sohn Isais sein soll, dann er. Nein!?! Herr, wer denn dann?“ Ich war verwirrt, hatte alle sieben Männer durch. Was nun?

Ich fragte Isai, ob er wirklich keinen anderen Sohn mehr habe. Isai antwortete zögerlich und etwas verächtlich: „Nun, sicher, unser Jüngster. Er ist nicht hier. Er ist unterwegs und hütet die Schafe. Dafür ist er ganz gut zu gebrauchen. Aber all die andere schwere Arbeit, den Hof führen, bei den Soldaten kämpfen, das macht der Kleine nicht, das machen hier meine sieben großen, stattlichen Söhne.“

Tief im Inneren spürte ich, wie Gott mich anrührte; ich wurde unruhig, gespannt und gleichzeitig sicher: „Hole ihn! Wir brauchen ihn hier!“, beauftragte ich Isai.

Kurz darauf stand David vor mir. Ein junger Mann, von der Arbeit im Freien gebräunt, mit wachen Augen – und Gottes feines Reden in meinem Herzen: „Ja, das ist er. Er ist in kleinen Dingen treu und verantwortungsbewusst, er sucht immer wieder meine Gegenwart und Hilfe, ihm vertraue ich nun Großes an. Salbe ihn zum neuen König Israels!“

Bewegt goss ich das Salböl über David. Demütig, mit gebeugtem Kopf und niedergeschlagenen Augen stand er vor mir. Aber ich spürte, wie mit dem Salböl eine Kraft in ihn floss. Es war ein heiliger Moment, Gottes Geist berührte und erfüllte David.

Mit diesem bewegenden Erlebnis und Gottes Frieden im Herzen ziehe ich jetzt zurück nach Rama.

Rahmengeschichte Teil 2 im Download.

Andachtsimpuls

Hängt ein Plakat mit einem Bild von David auf (kann auch ein Strichmännchen sein). Gemeinsam mit den Kindern überlegt ihr, was Isai und Samuel in David sehen und schreibt es um das Bild: der Jüngste hütet die Schafe: eine dreckige, unbeliebte Aufgabe, bei der man oft lange allein unterwegs ist, jung …

Hängt daneben ein Herz: Was sieht Gott, wenn er David sieht? Während ihr es erklärt, schreibt es in Stichworten in das Herz.

David ist in kleinen Aufgaben treu; er hat Erfahrung, ihm Anvertrautes gut und sicher zu führen, zu versorgen und zu beschützen. Er zeigt Verantwortungsbewusstsein. Die Psalmen Davids zeigen, dass er immer wieder Zeit mit Gott gesucht hat und wie er Gott sieht: als König, Herr, Schöpfer, Planer unseres Lebens, Ratgeber – er weiß, dass Gott größer ist als er und, dass er Gott braucht.

Gott hat David viel anvertraut: zuerst die Schafe, dann sein Volk. Er hat ihn mit den entsprechenden Erfahrungen und Begabungen ausgestattet und ihm den Heiligen Geist als Helfer und Ratgeber mitgegeben. Er hat Davids Herz gesehen, seine inneren Stärken und Haltungen, nicht sein Äußeres.

Gott sieht dich, wie du wirklich bist und nicht so, wie dich Menschen sehen. Womit hat Gott dich begabt? Was hat Gott dir anvertraut? Wie gehst du mit deinen Fähigkeiten um?

Gebet

Danke, guter Gott, dass du uns genau kennst. Du weißt, was in uns steckt, du hast uns sogar selbst die Begabungen gegeben. Danke, dass du für jeden von uns Aufgaben hast, in denen du uns gebrauchen möchtest. Lass uns erkennen, wie wir unsere Begabungen sinnvoll einsetzen können und was unsere Aufgaben sind.

Amen

Vertiefungsideen sind im Download zu finden.

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