Gottes unglaubliche Geschichte mit uns

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Gottes unglaubliche Geschichte mit uns

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 45-120 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Bibelstelle: Jesaja 43,14-43,28 anzeigen
Bibelstelle
Jesaja 43,14-43,28

Gott führt sein Volk aus der Gefangenschaft

14So spricht der Herr, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen, und zur Klage wird der Jubel der Chaldäer. 15Ich bin der Herr, euer Heiliger, der ich Israel geschaffen habe, euer König.

16So spricht der Herr, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, 17der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht – da liegen sie, stehen nicht wieder auf, sind verglüht wie ein Docht, erloschen: 18Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! 19Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. 20Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten; 21das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen.

Gott tilgt Israels Sünde

22Nicht, dass du mich gerufen hättest, Jakob, oder dass du dich um mich gemüht hättest, Israel. 23Mir hast du nicht die Schafe deines Brandopfers gebracht noch mich geehrt mit deinen Schlachtopfern. Ich habe dir nicht Arbeit gemacht mit Opfergaben, habe dich auch nicht bemüht mit Weihrauch. 24Mir hast du nicht für Geld köstliches Gewürz gekauft, mich hast du mit dem Fett deiner Opfer nicht gelabt. Aber mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. 25Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.

26Erinnere mich, lass uns miteinander rechten! Berichte du, damit du recht bekommst! 27Schon dein Ahnherr hat gesündigt, und deine Wortführer sind von mir abgefallen. 28Darum habe ich die Fürsten des Heiligtums entheiligt und Jakob dem Bann übergeben und Israel dem Hohn.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigte Materialien: Weltkarte, Flipchart, Papier und Stift, Zettel mit Gebetsanliegen
Du bist nicht angemeldet. Bitte melde dich an um Inhalte zu speichern und herunterzuladen. Jetzt anmelden / registrieren

1. Erklärungen zum Text

V. 14: Gott bewegt die Weltgeschichte, um ein kleines Land wie Israel (sein geliebtes Volk) zu retten. „Um euretwillen“ heißt es im Luthertext. Gott schickt Kyros von Persien nach Babel, um das Land einzunehmen. Er ist der Erlöser – ein Vorgeschmack auf Jesus. So wie Gott als der „Erlöser“ das Volk aus der Gefangenschaft der Babylonier befreit, so befreit Jesus als Erlöser die ganze Menschheit aus der Gefangenschaft der Sünde.

V. 15: Gott ist der Schöpfer – der Urheber Israels. So wie Gott aus dem Nichts die Welt erschuf – so hat er auch das Volk Israel „geschaffen“ und erhält es bis heute. Gott selbst ist der König! Nach einer langen Reihe von enttäuschenden Königsgeschlechtern sagt Gott: „Ich selbst bin euer König!“ 

V. 17: Gott ist hier der triumphale Sieger. Die Feinde geschlagen – sie stehen nicht mehr auf. Pferde, Wagen usw. sind alle zerstört.  V. 17b: Der Docht der Feinde Israels wird verlöschen – wie eine verglimmende Kerze. Der glimmende Docht ist ein Zeichen der Ohnmacht: Nur noch wenige Augenblicke, dann ist alle Hoffnung erloschen. Aber der Docht Israels wird nicht verlöschen, sondern wieder neu entflammen (Jes. 42,3).

V. 18/19: Auf der einen  Seite sagt Gott: „Denkt nicht an das Frühere … ich will Neues schaffen“. Das Neue kann nur gut entstehen im Blick auf das Alte. Nur wenn man die Geschichte bedenkt, kann man mutig und weise voran gehen. Aber man darf nicht im Rückblick stecken bleiben. „Als wir noch das und das gemacht hatten – da war alles besser“. Sondern schaut nach vorne – Gott will Neues entstehen lassen!

V. 20/21: Schakal und Strauß – in der Bibel immer ein Symbol für menschenleere und öde Gegenden. Aber diese öde Gegend hat ein Ende … denn es fließt Wasser in der Wüste. Das Ziel Gottes ist klar: Mein geliebtes Volk soll versorgt werden! Ich habe sie geschaffen – ich habe sie geliebt – sie sind mein Volk. Und deshalb sollen sie überall erzählen und begeistert sein von ihrem großartigen Gott! Aber genau das Gegenteil passiert:

V. 22-24: Sie haben Gott nicht wirklich angebetet – nur ein Ritual vollzogen. Da spricht ein enttäuschter Gott. Ein verschmähter Liebhaber. Opfer wurden gebracht, Geld wurde ausgegeben, die besten Tiere geschlachtet. Aber es war eine Last, eine Pflicht. Sie haben scheinbar die Gebote gehalten – und in Wirklichkeit gegen die Gebote gehandelt.

V. 25: Das ist unbegreiflich. Gott selbst vergibt. Im Originaltext steht: „Ich, ich bin es, der deine Missetaten abwischt“. (2x ich). Gott tut es aus freien Stücken. Gott vergibt uns nicht aus einem bestimmten Grund, der in uns liegt – sondern allein in IHM liegt der Grund (was auch wieder ein Hinweis ist auf das, was Jesus später für die ganze Menschheit tun wird).

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

2.1 Gott hält die Geschichte in seiner Hand (V. 14+15)

Im Blick auf die verschiedenen Entwicklungen auf dieser Welt fragt man sich manchmal, wie das alles noch weitergehen soll: Bürgerkriege in Afrika, Arbeitslosigkeit in vielen EU-Staaten, Flüchtlingsdrama im Mittelmeer, neue Aggressivität aus Russland, die grauenhafte Herrschaft der ISIS und Boko Haram in Afrika usw.

Was hat Gott mit dieser Welt vor? Greift er überhaupt noch ein?

Auch zu Zeiten Jesajas gab es Kriege, Tod, Angst, Leid. Aber Gott bleibt trotzdem der Herr über diese Welt. Er hat seine Hand im Spiel der Weltmächte. In Vers 14 geht es darum, dass Gott das riesige Heer der Perser unter König Kyrus über Babylon hereinbrechen ließ „um euch zu befreien“.  Gott lässt die Herrscher dieser Welt nicht einfach machen, was sie wollen. In diesem Bewusstsein können wir heute für Menschen und Mächtige auf der ganzen Welt beten.  

2.2 Alles ist auf Entwicklung angelegt! (V. 19)

Es ist wichtig, dass wir nach vorne schauen – statt nach hinten. Unser Leben ist nach vorne gewandt. Unser ganzes Leben ist auf Entwicklung hin angelegt. Bereits bei kleinen Kindern kann man sehen: Sie müssen sich entwickeln – sie dürfen nicht stehenbleiben. Wenn ein Kind sich körperlich oder geistig nicht weiter entwickelt, dann wird es behindert!

So ist es auch im Reich Gottes, in der Gemeinde, in der Jugendarbeit. Gott will, dass sich Dinge weiterentwickeln. Wenn es sein muss, baut Gott in der Wüste eine Straße – um sie zu erschließen – und macht Flüsse in einer öden Gegend – um sie neu zum Blühen zu bringen. So kann Gott in einer fast toten Gemeinde eine Teenager-Gruppe neu zum Leben erwecken – das habe ich selbst erlebt. Plötzlich ist es, als ob in einer aussichtslosen Wüste ein Weg und eine sprudelnde Quelle entstehen.

2.3 Echt oder Fake? (V. 22-24)

Die Israeliten damals haben alles richtig gemacht: Die richtigen Vorschriften eingehalten, die richtigen Lieder gesungen, die richtigen Spenden gegeben – sie haben sogar vom Besten, was sie hatten, geopfert. Aber Gott ist sehr, sehr traurig (V. 24). Diese Opfer waren alle nur Schein.

Und ich habe mich gefragt:

  • Singen wir unsere Lobpreislieder von ganzem Herzen – oder haken wir den Lobpreisblock einfach ab?
  • Lesen wir in der Bibel, um zu diskutieren – oder wollen wir wirklich ein Wort, das uns ganz tief im Herzen trifft?
  • Treffen wir uns im Jugend- oder Hauskreis, weil es schon immer so war – oder haben wir echte Sehnsucht nach Gemeinschaft?

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Gott hält die Geschichte in seiner Hand (V. 14+15)

Gebetsstationen

  • Gebet für verschiedene Länder, in denen Christen verfolgt werden (opendoors.de).
  • Gebet für die Regierungen in verschiedenen Ländern.
  • Gebet für die Krisenregionen in dieser Welt. (Weltkarte mit allen Ländern der Welt.)
  • Gebet für Missionare im Ausland.
  • Fünf Zettel im ganzen Raum verstreut, auf denen verschiedene Gebetsanliegen stehen. Dann kann man herumlaufen und dafür beten.

Geschichtsbewusstsein

Rückschau auf die Geschichte von Deutschland (Brainstorming am Flipchart)

  • Was hat Gott Gutes geschenkt?
  • Wo hat er uns in Deutschland schwere Dinge in den Weg gelegt?
  • Wo sind wir schuldig geworden?
  • Wo ist Gottes Hand erkennbar in unserer Geschichte?

3.2 Alles ist auf Entwicklung angelegt! (V. 19)

Zukunftsgedanken

Jede Jugendarbeit / Hauskreis soll sich weiterentwickeln:

  • Für was sind wir dankbar in unserem Kreis / was haben wir persönlich dem Kreis zu verdanken?
  • Wie sehen wir den Kreis heute?
  • Und was wünschen wir uns für unseren Kreis?

Für jede Frage sollte man sich einige Minuten Zeit nehmen, Notizen machen und sich darüber austauschen.

  • Bei den Wünschen ist es wichtig, dass sie nicht im Wunsch-Modus steckenbleiben, sondern mit Ort, Zeit, Verantwortlichkeiten angegangen werden.

Rückschau auf unser Leben

Wir schauen auf unser Leben zurück (evtl. eine Lebenskurve malen)

  • Wo hat Gott Wege geebnet?
  • Wo hat er Flüsse in der Wüste hervorbrechen lassen?
  • Wo gab es Steppen, die mühsam waren?
  • Wo gab es steinige Wege?

Jeder Teilnehmer malt sich so eine Skala auf ein Blatt Papier und malt eine Kurve hinein. Dann erzählt jeder, was für eine Kurve er gemalt hat und was sie ihm bedeutet.

  • Was kann ich aus dieser Entwicklung mitnehmen und lernen?

Tipp: Wer diese Sache durchführt, braucht dafür wohl den ganzen Abend!

3.3 Echt oder Fake? (V. 22-24)

Diskussion: echt oder nicht?

Diskussionsrunde darüber, wo wir in der Gefahr sind, unsere Frömmigkeit nur zu spielen: Lobpreis, Beten, Bibellesen, Diskussionsrunden, usw. Frage in die Runde: „Wie können wir daran arbeiten, dass wir echt und ehrlich unseren Glauben leben?“

Vorschlag für eine echte und ehrliche Runde: Austausch zum Thema: „Eine Situation, in der mein Glaube auf die Probe gestellt wurde“.

Erinnerungs-Box

Jeder kann sich etwas vornehmen, was er in der nächsten Woche anders machen will – wo man seinen Glauben echter und tiefer leben will. Jeder schreibt es auf einen Zettel, faltet ihn zusammen, schreibt den Namen drauf und wirft ihn in eine Box, die erst wieder in der nächsten Woche geöffnet wird. Diese Runde in der nächsten Woche wird sehr spannend sein!

  • Autor / Autorin: Stephan Münch
  • © Deutscher EC-Verband
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto