Gottesdienstbesuch einmal andersGottesdienstbesuch einmal anders

Einheit: Gottesdienstbesuch einmal anders

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60 Min. (Vorbereitung: 30 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Stift(e), DIN-A6 Zettel

Besucht einmal einen ganz andersartigen Gottesdienst und nehmt ihn einfach mal wahr. Danach hilft die Gottesdienstbesuchsauswertungsmaschine für Rückschlüsse für das eigene Glaubens- und Gemeindeleben.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen und Einführung

Ich persönlich komme aus einer ganz normalen Landeskirche. Doch gibt es so etwas überhaupt: eine normale Gemeinde? Ich kannte zumindest den EC und den CVJM nicht. Es gab im Nachbarort so komische Pfadfinder, ab und zu gingen wir zu einem Lobpreisabend vom Theologischen Seminar Rheinland und fuhren zur Herbstkonferenz nach Tabor. Wer und was die waren, wusste ich aber auch nicht. Wir waren eine lebendige Jugendarbeit mit ziemlich vielen WITH-Einflüssen, nur wusste ich davon nichts. Ich dachte, alle wären so wie wir bzw. überall wären die Angebote so, wie ich sie kannte.

Im Zivildienst, Studium und auf verschiedenen Freizeiten durfte ich dann einen großen Mix an christlichen Glaubensprägungen kennen- und teilweise lieben lernen.

Ein besonderes Erlebnis war ein Besuch in einem mir sehr fremden Gottesdienst. Dabei möchte ich das Ganze nicht bewerten, sondern neutral erzählen: Ich saß in einem pfingstlerischen Gottesdienst. Es wurde in Sprachen gebetet, prophetische Rede war Teil der Verkündigung. Bilder, die Menschen empfangen hatten, wurden erzählt, viele Menschen tanzten und es herrschte ansteckende Freude. Plötzlich wollte der Prediger für alle Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, beten und bat alle nach vorn, damit sie sich in einem großen Halbkreis aufstellten. Ich, mein Freund und ca. 50 andere Personen standen da also nun. Cool, dachte ich, Segen geht immer! Bis ich plötzlich nervös zur Seite schaute und bemerkte, dass hier jeder einzeln gesegnet wird und dass die Menschen, die gesegnet wurden, alle umkippten. Einfach so, durch den Geist bewirkt. Irgendwie unheimlich. Ich betete: „Lieber Gott, ich möchte nur umkippen, wenn du das auch willst.“ Ich wollte mich davor aber auch nicht komplett verschließen, sondern offen für Gottes Wirken sein. Jetzt war ich dran. Mein Atem blieb fast stehen. Nichts passierte. Der Pfarrer segnete mich und ich blieb stehen. Ich war erleichtert und gesegnet!

Ich glaube, dass in diesem Gottesdienst der Geist Gottes wehte. Anders als ich es gewohnt war. Dennoch irgendwie auf seine Art bewundernswert. Fast alles an diesem Gottesdienst war mir fremd und sogar teilweise unangenehm. Aber dieser Gottesdienst motivierte mich trotzdem und im Nachgang wusste ich, woran ich glaube und was zu mir passt. Nach etlichen Jahren der Auseinandersetzung mit meinem Glauben kann ich vieles besser ertragen, einiges habe ich sogar liebgewonnen, was ich damals in meiner Jugendzeit überhaupt nicht kannte.

In dieser Einheit geht es am Ende vor allem darum, das andere wahrzunehmen, zu reflektieren, zu besprechen und zu erleben.

2. Zielgedanke

Einen ganz andersartigen Gottesdienst wahrnehmen und Rückschlüsse für das eigene Glaubens- und Gemeindeleben ziehen.

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  • Autor / Autorin: Ingo Müller
  • © Deutscher EC-Verband