Gut und böse – Gott freut sich über aufrichtige Menschen

Einheit | Bibelarbeit
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Gut und böse – Gott freut sich über aufrichtige Menschen

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Bibelstelle: Sprüche 11,24-11,31 anzeigen
Bibelstelle
Sprüche 11,24-11,31

24Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.

25Wer reichlich gibt, wird gelabt, und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.

26Wer Korn zurückhält, dem fluchen die Leute; aber Segen kommt über den, der es verkauft.

27Wer da Gutes sucht, trachtet nach Wohlgefallen; wer aber das Böse sucht, dem wird’s begegnen.

28Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, der wird untergehen; aber die Gerechten werden grünen wie das Laub.

29Wer sein eigenes Haus in Verruf bringt, wird Wind erben, und ein Tor muss des Weisen Knecht werden.

30Die Frucht der Gerechtigkeit ist ein Baum des Lebens; und ein Weiser nimmt sich der Leute herzlich an.

31Siehe, dem Gerechten wird vergolten auf Erden, wie viel mehr dem Gottlosen und Sünder!

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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1. Erklärungen zum Text

V.24-26: Wir werden ermutigt, großzügig mit dem zu sein, was uns Gott zur Verfügung stellt. Wer gern gibt, der hat viel. Eine auf den ersten Blick paradoxe Sache, wenn Gott nicht im Spiel wäre. Mathematisch lässt sich das sicher nicht erklären (vgl. 2. Kor 9,6). Jemand, der geizig mit seinem Besitz umgeht, der anderen nicht mit seinen Möglichkeiten hilft und beisteht, wird selbst immer zu wenig haben (vgl. Spr 28,22). Wenn jemand aber freigiebig ist, wird es ihm gutgehen und er bekommt wiederum Hilfe von anderen. Hier lässt sich auch ein sozialer Aspekt erkennen. Denn wer hilft nicht gern dem weiter, von dem man selbst schon Hilfe erfahren hat. Nun scheint nichts mehr paradox.

In einer Agrargesellschaft war nicht das Geld, sondern Getreide das Tauschmittel der Wahl. Wer also viel Getreide hatte, hatte Macht und Einfluss, so wie wir es heute von der Wirtschaft mit ihren Lobbys in der Politik kennen. Oder wundert sich noch jemand, warum z. B. Volkswagen trotz Skandalen in der Vergangenheit heute besser dasteht als zuvor? Macht und Einfluss waren damals auch schon in der Hand der Besitzenden. Umso mehr waren die beliebt, die ihr Getreide nicht behielten, sondern verkauften und andere vor der Hungersnot retteten. Sie waren ein Segen für die Leute.

V.27.28: Wenn jemand Gutes für andere will (aus dem Hebräischen würde man übersetzen „danach strebt“), wird er Anerkennung dafür bekommen. Genauso andersrum. Wenn jemand Böses für andere will, andere in Schwierigkeiten bringt, wird Böses auf ihn zurückfallen (vgl. Spr 11,7b). Sicher ist es kein Fehler, Geld zu haben. Die Frage ist aber, welche Rolle das Geld für mich spielt (1. Tim 6,9.10). Geld ist vergänglich (vgl. Ps 62,10; Spr 23,5; Jak 1,11). Wer auf Gott vertraut, ist gerecht, denn er vertraut auf Unvergängliches (Spr 11,30; Ps 1,3.4; Jer 17,7-8).

V.29-31: Wenn jemand Unglück über eine Familie brachte, wurde er enterbt, bekam also nichts mehr. Anstatt also dadurch reich zu werden und Diener zu haben (damals nicht unüblich), wurde man selbst zum Diener eines anderen. War jemand gerecht, wurde man ein „Baum des Lebens“ (vgl. Spr 3,18; 13,12), eine Quelle des Lebens für andere im Gegensatz zu jemandem, der seiner Familie Unglück brachte. Ein Gerechter bzw. ein weiser Mensch (HfA) bringt andere auch zur Weisheit. Eine Win-win-Situation.

2. Bedeutung für heute

Auch wenn wir heute in der Regel kein Getreide mehr horten, gibt es andere Dinge, die Unglück über unsere Mitmenschen bringen können. Gier, Neid, Eifersucht und Missgunst sind sicher in jeder Zeit bei den Menschen präsent gewesen. Daher ist die Bibel aktueller denn je, wenn wir von Egoismus und Egozentrismus lesen. In einer Ellenbogengesellschaft, wo es nur um höher, schneller, weiter geht, sind Menschen zahlreich, die sich selbst bereichern oder bevorteilen wollen und sich hauptsächlich um ihr eigenes Wohl kümmern.

Wenn ich die Perspektive Ewigkeit habe, wie Samuel Harfst es in seinem Lied besingt, habe ich ein anderes Bewusstsein. In einer göttlichen Welt zählen nicht menschliche (was brauche ich?), sondern göttliche Maßstäbe und dazu gehört auch das Doppelgebot, das Jesus uns gegeben hat (Mt 22,37-40).

Wir sollen nicht nur, wir wollen aus der Liebe, die wir von Gott bekommen haben, Gott ebenfalls lieben und unsere Mitmenschen wie uns selbst. Das kann heute bedeuten, eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Flüchtlingshilfe zu beginnen, Obdachlose zu betreuen oder einfach in seiner Jugendgruppe dafür zu sorgen, dass niemand ausgeschlossen wird. Ich kann an Hilfsbedürftige spenden oder selbst aktiv werden und einen Unterschied machen. Es gibt viele Möglichkeiten im Alltag, Liebe zu leben. Probiers aus!

3. Methodik in der Gruppe

Bildet Kleingruppen und tauscht euch über die folgenden Themen bzw. Fragen aus:

  • Es gibt unendlich viele Hollywoodfilme zum Thema gut und böse. Sammelt gemeinsam die Titel, die euch einfallen und schaut ggf. einen der Filme hinterher an. Es könnten Titel wie „Star Wars“, „Matrix“ oder „Herr der Ringe“ fallen. Das Thema beschäftigt uns Menschen auf jeden Fall und treibt uns in die Kinos. Fragt euch gegenseitig, warum die Protagonisten der Filme gut oder böse sind und was diese Figuren ausmacht. Ein passender Film wäre auch „das Glücksprinzip“, bei dem ein Lehrer seine Schüler mit der Aufgabe betraut, sich etwas auszudenken, womit man die Welt verbessern könnte. Trevor entscheidet sich, drei Menschen etwas Gutes zu tun, die den Gefallen dann nicht zurückgeben, sondern wiederum in einem Schneeballsystem drei anderen etwas Gutes weitergeben sollen.
  • Wo habe ich selbst schon unter der Bosheit oder dem Egoismus anderer gelitten? Tauscht euch über Erlebnisse aus, wo ihr Opfer anderer geworden seid. Wie seid ihr damit umgegangen? Ist Vergebung für euch ein Thema?
  • Niemand ist nur gut oder nur schlecht.
  • Wie bist du zu Hause sozialisiert worden? War es üblich, sich gegenseitig zu unterstützen?
  • Für wie aufrichtig hältst du dich selbst?
  • Wo siehst du noch Potenzial bei dir für mehr Gottvertrauen und weniger Vertrauen auf deine eigenen Kräfte und Möglichkeiten?
  • Ist es Kultur in deiner Jugendgruppe, dass einer dem anderen hilft? Wie lässt sich das gute Miteinander noch besser kultivieren?
  • Wo hast du das Wunder bereits erlebt, dass Gott bei dir Freigiebigkeit und soziales Verhalten und einen liebevollen Umgang mit deinen Mitmenschen belohnt hat? Ermutige deine Jugendgruppe mit einem Beispiel.

Fragen zur Vertiefung/für die Diskussion

  1. Tauscht euch im Plenum über die oben genannten Fragen und eure besten Antworten in der Kleingruppe aus.
  2. Was ist bei euch hängen geblieben?

Fazit

Schreib dir in Stichpunkten auf einen Zettel: Was will ich mir heute für die Woche an neuen Erkenntnissen und Gedanken mit nach Hause nehmen?

  • Autor / Autorin: Tobias Vogt
  • © Deutscher EC-Verband
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