Streetart – die kreative BotschaftStreetart – die kreative Botschaft

Einheit: Streetart – die kreative Botschaft

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 45-240 Min. (Vorbereitung: 15-60 Min.)
Materialart: Kreativangebot
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Evangelisation/ missionarisches Event, Freizeiten, Offenes Angebot
Redaktion: der Steigbügel
Benötigte Materialien: Straßenkreide, Sprühkreide, große Kartons, Cuttermesser, Schneideunterlage, Post-It-Block, Klebeband, Edding(s), Acrylfarbe, Pinsel, Drucker, Naturmaterialien

Gute Botschaften auf den Straßen eurer Stadt

Das tolle an Streetart ist, Botschaften in kreativer Form auf die Straßen zu bringen, die Öffentlichkeit zu erreichen und mitzugestalten. Dafür müsst ihr nicht illegale Wege wählen, sondern es macht Spaß, fernab der klassischen Formen permanenter Graffitis, Schablonen oder Tags zu denken. Ihr braucht euch auch an keine strikte Schritt-für-Schritt-Anleitung halten, denn Kreativität ist gefragt! Einige Regeln gibt es trotzdem zu beachten und kleine Anstöße sollen helfen, gleich richtig loszulegen!

Was wollt ihr sagen?

Als Streetartists macht ihr den öffentlichen Raum zu eurer Galerie und tragt dadurch auch Verantwortung. Inhaltlich ist es deshalb gut, auf positive Wirkungen abzuzielen: durch überraschende Botschaften den Alltagstrott von Passanten unterbrechen, sie zum Nachdenken bringen oder ihnen eine unverhoffte Freude bereiten. Bei kritischen Aussagen ist es wichtig, mit Provokation weise umzugehen.

Sammelt

Lieblingsverse, Zitate, Worte, Witze, Liedtexte oder eigene Ideen! Einige starke Texte findet ihr z. B. online auf der Seite von Eva Jung unter www.godnews.de/themen

Manches lässt sich besser wortlos kommunizieren. Wie wäre es, eine Blume in stehengelassene Flaschen zu stecken? Leere Rahmen so zu platzieren, dass sie den Blick auf etwas Alltägliches, aber Schönes lenken?

Der richtige Ort für die richtige Botschaft

Es ist entscheidend, an welchem Ort Streetart stattfindet. Beispielsweise anonyme, handschriftliche Post-It-Zettel platziert ihr je nach Message: Ermutigungen in den Umkleidekabinen örtlicher Bekleidungsgeschäfte oder an den Spiegeln öffentlicher Toiletten könnten sein »Du bist einmalig und sehr gut gemacht!« oder »Du siehst so gut aus heute!«. Über Post-Its an Fahrradlenkern oder Schulspinden könnt ihr Mitschüler während der Prüfungsphase überraschen mit Sätzen wie »Deine Leistung bestimmt nicht deinen Wert. Du bist wertvoll!« oder »Du packst das schon! Verlier die Hoffnung nicht!« Es gibt hingegen allgemeinere Gedichte, Zitate, Illustrationen usw., die überall gut passen.

Fragt euch

Wo überrascht unsere Botschaft? Zu welcher Umgebung passt sie? Was sind Orte, an denen Menschen verweilen oder warten müssen?

Spurlose Materialien, die Spuren hinterlassen

Beim Guerilla-Gardening werden Erdbomben geworfen, die mit Blumensamen bestückt sind, um die Städte zum Blühen zu bringen – Naturmaterialien können fast immer eingesetzt werden. Regel Nummer eins bei der Materialwahl sollte sein, nichts zu verwenden, was permanente Spuren hinterlassen könnte. Für Schablonen können Sprühkreiden statt Lacke verwendet werden. Sticker sollten wieder entfernbar sein. Werden Plakate geklebt, ist Tesa eine gute Alternative zu Leim. Ein interessantes Statement entsteht auch, wenn vorgefundene Materialien neu verarbeitet und wieder am Fundort platziert werden. Wie wäre es z. B. Abfälle an ständig vermüllten Orten farblich oder nach Größe zu sortieren? Oder aus bunten Blättern auf dem Boden ein Bild oder ein Wort zu legen? Vielleicht freuen sich Passanten, wenn ihr die festgetretenen Kaugummis zu Sternbildern oder anderen Formen verbindet?

Eine Kunstform von Format

Ihr könnt auf unterschiedliche Weise Aufmerksamkeit auf eure Botschaft lenken. Wiedererkennung ist eine gute Strategie – wenn also die Menschen auf ihrem Weg immer wieder der gleichen Sache begegnen. Das funktioniert übrigens auch, wenn die Texte wechseln, ihr aber immer z. B. schwarz auf weiß schreibt – irgendeine Sache sollte sich eben wiederholen. Eine andere Möglichkeit ist das Format. Es ist interessant, viele Menschen durch große Formate zu erreichen, aber auch Einzelne durch kleine, verstecktere Elemente. Dadurch bekommt der Finder das Gefühl, etwas Besonderes entdeckt zu haben.

Allgemeine Tipps

– Beachtet, dass es Farbkombinationen gibt, die schnell bestimmten Unternehmen oder Ideologien zugeordnet werden.

– Wenn ihr gute Sachen aufhängt, werden diese gerne von Passanten mitgenommen. Ihr könnt dezente Kontaktinformationen platzieren, um ihnen die Möglichkeit zur Rückmeldung zu geben. (Mailadresse, Jugendgruppen- oder Gottesdiensttermin …).

– Eure Streetart wird in den meisten Fällen temporär sein. Vergesst nicht, sie zu dokumentieren!

  • Autor / Autorin: Karin Klusch, Kommunikationsdesignerin, Würzburg
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg

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