Happy Birthday, KircheHappy Birthday, Kirche

Einheit: Happy Birthday, Kirche

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 15-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 3 Plakat(e), Edding(s), Bibel(n), Karteikarten, Klebepunkte (grüne und rote), 1 Torte, Teelicht(er)
Bibelstelle: Apostelgeschichte 2
Apostelgeschichte 2

2

Die Gemeinde empfängt den Heiligen Geist

Apostelgeschichte 2,1-47

Pfingsten: Der Heilige Geist kommt auf die Gemeinde

1Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle zusammen,

die zu Jesus gehörten.

2Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen

wie von einem starken Wind.

Das Rauschen erfüllte das ganze Haus,

in dem sie sich aufhielten.

3Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.

Die verteilten sich

und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.

4Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt.

Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden –

ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.

5In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,

die sich hier niedergelassen hatten.

6Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.

Sie waren verstört,

denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

7Erstaunt und verwundert sagten sie:

»Sind das nicht alles Leute aus Galiläa,

die hier reden?

8Wie kommt es, dass jeder von uns

sie in seiner Muttersprache reden hört?

9Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.

Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa und Kappadozien,

aus Pontus und der Provinz Asia,

10aus Phrygien und Pamphylien.

Aus Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen,

ja sogar aus Rom sind Besucher hier.

11Wir sind Juden von Geburt an, aber auch Fremde,

die zum jüdischen Glauben übergetreten sind.

Auch Kreter und Araber sind dabei.

Wir alle hören diese Leute

in unseren eigenen Sprachen erzählen,

was Gott Großes getan hat.«

12Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen:

»Was hat das wohl zu bedeuten?«

13Wieder andere spotteten:

»Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«

Die Pfingstpredigt des Apostels Petrus

14Da trat Petrus vor die Menge,

zusammen mit den anderen elf Aposteln.

Mit lauter Stimme wandte er sich an die Leute:

»Ihr Leute von Judäa, Bewohner von Jerusalem!

Lasst euch erklären, was hier vorgeht,

und hört mir gut zu!

15Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr meint.

Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages.

16Nein, was hier geschieht,

hat der Prophet Joel vorhergesagt:

17›Gott spricht:

Das wird in den letzten Tagen geschehen:

Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen.

Eure Söhne und Töchter werden als Propheten reden.

Eure jungen Männer werden Visionen schauen,

und eure Alten von Gott gesandte Träume haben.

18Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen,

werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen.

Und sie werden als Propheten reden.

19Ich werde Wunder tun droben am Himmel

und Zeichen erscheinen lassen unten auf der Erde:

Blut und Feuer und dichte Rauchwolken.

20Die Sonne wird sich verfinstern,

und der Mond wird blutrot werden.

Dies alles geschieht,

bevor der große und prächtige Tag des Herrn anbricht.

21Jeder, der dann den Namen des Herrn anruft,

wird gerettet werden!‹

22Ihr Leute von Israel, hört diese Worte:

Es geht um Jesus, den Nazoräer.

Gott selbst hat euch gezeigt, wer er war.

Mitten unter euch hat Gott durch ihn machtvolle Taten,

Wunder und Zeichen geschehen lassen.

Das wisst ihr ja selbst!

23Es war Gottes Wille und Plan,

dass dieser Mann euch schutzlos ausgeliefert war.

Ihr habt ihn von den Heiden ans Kreuz schlagen

und umbringen lassen.

24Aber Gott hat ihn auferweckt

und aus der Gewalt des Todes befreit.

Denn der Tod hatte keine Macht über ihn

und konnte ihn nicht festhalten.

25Deshalb sagt schon David über ihn:

›Der Herr steht mir immer vor Augen.

Mit ihm an meiner Seite falle ich nicht.

26Darum ist mein Herz so fröhlich,

und mein Mund jubelt vor Freude.

Selbst wenn mein Körper im Grab liegt,

gibt es noch Hoffnung.

27Ja, du gibst mich nicht dem Totenreich preis.

Du lässt nicht zu, dass dein treuer Diener verwest.

28Du zeigst mir Wege zum Leben.

Große Freude finde ich in deiner Gegenwart.‹

29Ihr Brüder und Schwestern!

Lasst mich ganz offen zu euch sprechen:

Unser großer Vorfahre David ist damals gestorben

und wurde begraben.

Sein Grab ist noch heute bei uns zu sehen.

30Er war ein Prophet und wusste:

Gott hatte ihm feierlich geschworen,

einen seiner Nachkommen auf seinen Thron zu setzen.

31Weil David das vorausgesehen hat,

konnte er über die Auferstehung von Christus sagen:

›Er wurde nicht dem Totenreich preisgegeben,

und sein Körper verweste nicht.‹

32David hat hier von Jesus gesprochen.

Den hat Gott auferweckt.

Dafür sind wir alle Zeugen.

33Er ist emporgehoben worden,

sodass er an der rechten Seite Gottes sitzt.

Er hat vom Vater die versprochene Gabe erhalten:

den Heiligen Geist.

Den hat er über uns ausgegossen.

Und genau das ist es, was ihr hier seht und hört.

34Denn nicht David ist in den Himmel hinaufgestiegen.

Er sagt ja selbst:

›Gott, der Herr, sprach zu meinem Herrn:

Setz dich an meine rechte Seite,

35bis ich deine Feinde unterwerfe!

Ich mache sie zum Schemel für deine Füße.‹

36Daran soll ganz Israel

mit unerschütterlicher Gewissheit erkennen:

Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt,

hat Gott zum Herrn und Christus gemacht.«

Die Wirkung der Predigt

37Mit seinen Worten traf Petrus die Zuhörer

mitten ins Herz.

Sie fragten ihn und die anderen Apostel:

»Ihr Brüder, was sollen wir tun?«

38Petrus antwortete:

Ȁndert euer Leben!

Lasst euch alle taufen

im Namen von Jesus Christus.

Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben

und euch den Heiligen Geist schenken.

39Diese Zusage gilt für euch und eure Kinder.

Und sie gilt für alle in den fernen Ländern –

so viele der Herr, unser Gott,

noch zum Glauben an Jesus hinzurufen wird.«

40Mit diesen und noch vielen weiteren Worten

beschwor Petrus die Leute und ermahnte sie:

»Lasst euch retten!

Wendet euch ab von dieser ungerechten Generation!«

41Viele nahmen die Botschaft an,

die Petrus verkündet hatte, und ließen sich taufen.

An diesem Tag gewann die Gemeinde

ungefähr 3000 Menschen hinzu.

Das Leben in der Gemeinde

42Die Menschen, die zum Glauben gekommen waren,

trafen sich regelmäßig

und ließen sich von den Aposteln unterweisen.

Sie lebten in enger Gemeinschaft,

brachen das Brot miteinander und beteten.

43Die Leute in Jerusalem wurden von Ehrfurcht ergriffen.

Denn durch die Apostel

geschahen viele Wunder und Zeichen.

44Alle Glaubenden hielten zusammen

und verfügten gemeinsam über ihren Besitz.

45Immer wieder verkauften sie Grundstücke

oder sonstiges Eigentum.

Den Erlös verteilten sie an die Bedürftigen –

je nachdem, wie viel jemand brauchte.

46Tag für Tag versammelten sie sich

als Gemeinschaft im Tempel.

In den Häusern hielten sie die Feier des Brotbrechens.

Voller Freude und in aufrichtiger Herzlichkeit

aßen sie miteinander das Mahl.

47Sie lobten Gott

und waren beim ganzen Volk hoch angesehen.

Der Herr aber führte täglich

weitere Menschen zur Gemeinde, die gerettet wurden.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

… 2000 Jahre alt, viele Narben und Macken, und doch noch lebendig

1. Vorbemerkungen

„Gemeinde“ und „Kirche“, das ist für manche fremd – ein Gebäude. Assoziationen von Teenagern sind oft „alt, verstaubt, kalte Räume, fremd o. Ä“. Die Menschen, die zu Jesus gehören, mit ihm unterwegs sind, bilden die Gemeinde. Das ist aber für den einen oder anderen auch eine komische Vorstellung: „Jesus ist okay, aber die Leute, die zu Jesus gehören!?“ – „Gott ist okay – aber sein Bodenpersonal!?“ – „Jesus verkündigte das Reich Gottes – und gekommen ist die Kirche.“ Beliebt oder verhasst, manchmal auch einfach fremd für junge Menschen. Keiner, der Jesus gehört, kommt darum herum, sich mit Gemeinde/Kirche auseinanderzusetzen, wenn sie kein Kuschelklub oder Verein von Gleichgesinnten sein soll. Pfingsten ist die Geburtsstunde von Kirche. Seitdem existiert sie.

2. Zielgedanke

Sich vom Feuer der Begeisterung für Gemeinde/Kirche anfachen lassen, statt dem Löschzug der Langeweile nachzutrotten – und zwar auf Grundlage von drei zentralen Aussagen: Gemeinde ist stark. Sie ist von Gott eingerichtet. Wenn du zu Jesus gehörst, gehörst du zu ihr. Das sind gute Gründe zum Feiern!

3. Einführung incl. Exegese

Wenn ich das 2. Kapitel der Apostelgeschichte lese und dieses Kapitel danach befrage, was es zur „Gemeinde“ oder „Kirche“ sagt, formuliere ich folgende Sätze:

  • Gemeinde ist eine Schöpfung des Heiligen Geistes.
  • Gemeinde entsteht, wo das Evangelium von Jesus Christus gepredigt wird.
  • Gemeinde entsteht, wo Menschen auf diese Predigt reagieren und Jesus Christus ganz vertrauen und sich taufen lassen.
  • Gemeinde lebt in der Welt und ist gleichzeitig nicht von dieser Welt.
  • Gemeinde baut auf Tradition der apostolischen Lehre auf.
  • Gemeinde ist Gemeinschaft.
  • Gemeinde feiert Jesu Opfer im Mahl.
  • Gemeinde feiert ganz normale Tischgemeinschaft.
  • Gemeinde erlebt Zeichen und Wunder.
  • Gemeinde besitzt alles gemeinsam.
  • Gemeinde lobt Gott.
  • Gemeinde wächst täglich.

Aber Achtung: Die Apostelgeschichte ist eine Beschreibung von dem, was damals passierte. Sie ist ein Bericht von dem, was der Heilige Geist damals tat und wie Gemeinde entstand. Was wir heute daraus folgern, muss mit dem Gesamtzeugnis der Bibel und insbesondere dem Neuen Testament entwickelt werden.

4. Einstieg

Vervollständige den Satz:

  • „Kirche/Gemeinde erlebe ich da, wo …“
  • „Kirche/Gemeinde müsste viel mehr …“
  • „Kirche/Gemeinde kann man vergleichen mit …“

Idee: Plakate mit den drei Satzanfängen erstellen und die Möglichkeit geben, die Sätze mit Edding zu vervollständigen.

5. Hauptteil

Bibel lesen: Lest gemeinsam Apostelgeschichte 2, 37-47

  • Frage 1: Was sind deiner Meinung nach die „Kennzeichen von Kirche“ (auf Karteikarten sammeln lassen)

Die Teilnehmer bekommen rote und grüne Klebepunkte.

  • Frage 2: Welche Kennzeichen sind dir besonders wichtig (grün)? Auf welche könntest du auch verzichten (rot)? Danach Austausch zu den Aussagen.
  • Frage 3: Gibt es Dinge, die für euch zur Gemeinde gehören und die in Apostelgeschichte 2 gar nicht stehen? Wie kommt ihr drauf? Gibt es dafür andere biblische Belege?

In der Kirchengeschichte wurde immer wieder über die sogenannten „Kennzeichen der Kirche“ gestritten. Was gehört zwingend dazu, was nicht?

Noch heute gibt es einige Unterschiede im Verständnis, was zu Kirche gehört, und jede Denomination ist da etwas anders aufgestellt. Es gibt aber einiges, was Christen aus ganz unterschiedlichen Richtungen und Prägungen verbindet:

  • Verkündigung des Evangeliums
  • Anbetung durch Lieder und Gebete
  • Abendmahl und Taufe
  • Der Glaube an Jesus Christus

Dieser Glaube ist durch den Heiligen Geist hervorgerufen und eine Antwort auf das Evangelium. Was nützt die Verkündigung, wenn keiner glaubt? Ohne Glaube gibt es keine Gemeinde Jesu. Der Glaube ist auch der Schlüssel zu Abendmahl und Taufe. Glaube hat Jesus und sein Wort zum Inhalt und Glaube ist konkretes Vertrauen in die Person Jesus.

Immer wieder umstritten war und ist die „Gemeinschaft der Güter“ (Apg 2,45). Alle Versuche, dieses Ideal 100% für alle Christen umzusetzen, sind letztlich gescheitert. Andererseits blieb die Vorstellung der Gütergemeinschaft immer verlockend, weil Nachfolger Jesu dadurch wirklich frei wären von den materiellen Zwängen, denen auch sie ausgesetzt sind.

Frage:

  • Wenn man es nicht genauso macht, was könnte heute eine bedeutsame Konsequenz aus dem Text sein?
  • Wo kann man etwas gemeinsam haben mit anderen Menschen, mit Glaubensgeschwistern, weltweit?
  • Was wäre ein Zeichen echter Freiheit vom Materiellen?
  • Gibt es in unserer Gemeinde eine Möglichkeit, über unseren Tellerrand zu blicken und von uns etwas weiterzugeben?

Überraschung: Ein Mitarbeiter bringt eine Torte in den Raum, die gemeinsam mit allen geteilt wird.

Bei einem Geburtstag feiern wir die Person, die geboren ist, wir feiern ihr Leben und wünschen ihr alles Gute. An Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche und noch mehr den, der sie ins Leben rief, Gott selbst. Was schätzt du an deiner Gemeinde? Was gefällt dir besonders gut? (Austausch während des Essens)

6. Abschluss

Kirche bleibt das spannendste Projekt auf der Erde. Sie braucht ihr Zentrum in Jesus und sie braucht dich. Deine Gedanken, dein Mitmachen, dein Dabeisein und Dabeibleiben. Ja, auch dein Mitleiden, wenn etwas nicht gut läuft! Lass dich immer wieder anstecken vom Feuer der Begeisterung, dabei sein zu können, statt dem Löschzug der Langeweile nachzutrotten.

Zum Schluss könnt ihr für eure Gemeinde beten, zum Beispiel mit dem Lichtergebet. Jeder bekommt ein Teelicht und kann eine Bitte aussprechen und danach sein Licht anzünden. Gemeinsam könnt ihr Anliegen zu Gott bringen und ihn bitten, dass er selbst seine Gemeinde am Leben hält und ihr immer wieder gute neue Ideen, Freude und Durchhaltevermögen gibt.

  • Autor / Autorin: Ansgar Hörsting
  • © Deutscher EC-Verband