Happy End

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Happy End

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 10-25 Min.)
Bibelstelle: Josua 21,1-21,3 anzeigen
Bibelstelle
Josua 21,1-21,3

21

Die Städte der Leviten

(vgl. 1. Chr 6,39-66)

1Da traten herzu die Häupter der Sippen unter den Leviten zu dem Priester Eleasar und zu Josua, dem Sohn Nuns, und zu den Häuptern der Sippen unter den Stämmen Israels 2und redeten mit ihnen in Silo im Lande Kanaan und sprachen: Der Herr hat geboten durch Mose, dass man uns Städte geben solle, um darin zu wohnen, und dazu Weideplätze für unser Vieh. 3Da gaben die Israeliten den Leviten von ihren Erbteilen nach dem Befehl des Herrn diese Städte und ihre Weideplätze.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigte Materialien: Lose, Süßigkeit(en)
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1. Erklärungen zum Text

Die Zuweisung der Wohnorte für die Priester und Leviten ist der letzte Schritt in der Verteilung des verheißenen Landes an die Israeliten. Jos 13-19 nennt die Grenzen der 12 Stammesgebiete. Die Priester und Leviten erhalten kein eigenes Gebiet. In alttestamentlicher Zeit sind sie in besonderer Weise zum Dienst für Gott berufen. Deshalb haben sie keinen Anteil am Land, sondern Gott selbst ist ihr Anteil (Jos 13,33). Er sorgt für sie durch Zuweisungen aus den Opfergaben der Israeliten (Jos 13,14) und durch die besonders festgelegten Wohnorte, die über das ganze Land verteilt sind. Zu den 48 Städten der Priester und Leviten gehören auch die sechs Zufluchts- oder Asylstädte, die in Jos 20 bestimmt werden. Der Auftrag Gottes an Mose, auf den sich die Verantwortlichen der Leviten beziehen (V.2-3), steht in 4. Mose 35,1-8. Direkt im Anschluss daran folgen dort in 35,9-15 die Vorschriften für die Bestimmung der Zufluchtsstädte. Beides gehört auch jetzt wieder unmittelbar zusammen. Darin zeigt sich, wie eng der Auftrag Gottes und die Ausführung übereinstimmen.

V.43-45 schließen die Verteilung des Landes ab. Wäre das Josuabuch hier zu Ende und wüssten wir nichts von den Ereignissen der Richterzeit, dann wäre das ein perfektes Happy End. Die Feinde sind besiegt und das Land ist verteilt. Die Zusagen Gottes haben sich erfüllt, das zeigte bereits die präzise Umsetzung der Anweisungen aus 4. Mose 35. Und das wird jetzt noch einmal festgehalten: Alles, was Gott seinem Volk verheißen hatte, war eingetroffen. Auf ihn ist Verlass.

Die Eroberung des Landes ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen, das zeigen bereits die Einführung zur Zuweisung der Stammesgebiete in Josua 13,1 und Josuas letzte Ermahnungen an das Volk in Josua 23,1-5. Auch in Richter 1,1-3.6 wird die Situation der Israeliten ganz anders geschildert als hier. Vielleicht kann man die Aussagen in Jos 21,43-45 deshalb vor allem als Rückblick verstehen: Gott hat sein Volk bis auf diesen Tag bewahrt und geleitet. Jetzt kommt es darauf an, dass sie ihm auch in Zukunft gehorchen.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

Ganz für Gott da

Die Zuweisung der Wohnorte ist notwendig, weil die Priester und Leviten von Gott eine besondere Aufgabe bekommen haben. Stellvertretend für das ganze Volk sollen sie ihm für den Dienst im Heiligtum und für die religiöse Leitung des Volkes zur Verfügung stehen. Deshalb bekommen sie keinen Landbesitz. Für alle anderen Israeliten gilt ebenfalls, dass sie nicht einfach über das zugewiesene Land verfügen können (3. Mose 25,23). Es bleibt auch für die kommenden Generationen eine Gabe Gottes. Doch bei den Priestern und Leviten wird durch die Sonderregelung zeichenhaft deutlich, dass sie für Gott ausgesondert sind. Im NT gibt es keinen besonderen Priesterstand mehr. Statt dessen sind alle Christen dazu bestimmt, Gott zur Verfügung zu stehen. Petrus spricht die Adressaten seines Briefes deshalb auch als „Fremdlinge und Pilger“ an (1. Petrus 2,11). Christen sollen mit ihrem ganzen Leben Gott dienen und sich nicht von ihrem Besitz vereinnahmen lassen (Matthäus 6,24.33).

Gott hält Wort

Josua 21,43-45 betont ausdrücklich, dass Gott die Zusagen an sein Volk erfüllt hatte. Im Rückblick wird deutlich, dass und wie Gott sein Wort ausgeführt hat. Diese gute Erfahrung soll den Israeliten nun auch im Blick auf die Zukunft Zuversicht geben. Hier kommt es darauf an, die verschiedenen Perspektiven zu unterscheiden. Andere biblische Texte kennen auch ganz andere Erfahrungen mit Gott. Die Beter der Psalmen z.B. finden in ihrer Gegenwart manchmal überhaupt keine Spuren seiner Nähe und Zuwendung. Psalm 22,2-22 ist ein verzweifelter Schrei aus der Gottesferne. Doch selbst in der Gottesferne erinnert sich der Beter im Rückblick an die guten Erfahrungen früherer Generationen (V.5-6) und in seinem eigenen Leben (V.10-11). Aber für ihn selbst werden diese gute Erfahrungen erst dann wieder spürbar, als Gott eingegriffen und seine Not gewendet hat (V.23-32).

Für uns kommt es darauf an, dass auch wir im Rückblick in unserem Leben und in der Geschichte unserer Gemeinde und Kirche die Erfüllung der Zusagen Gottes entdecken und dankbar sind für das, was er uns geschenkt hat: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Ps 103,2). Zugleich sollte uns aber klar sein, dass das Leben diese Perspektive des dankbaren Rückblicks auch gründlich infrage stellen kann. Umso mehr dürfen wir uns daran freuen, wenn wir wie die Israeliten in Josua 21,43-45 Gelegenheit haben, die Erfüllung der Zusagen Gottes so deutlich zu erkennen.

3. Methodik für die Gruppe

Diese Verse aus dem Josuabuch fordern uns einiges ab. Manche Hintergrundinfos sind vielleicht bereits durch die Bibeltexte der letzten Wochen bekannt. Aber wenn man diesen Text richtig erschließen will, ist eine gründliche Vorbereitung erforderlich, bei der auch die anderen hier angegebenen Abschnitte einmal gelesen werden sollten. Vielleicht lässt sich der Aufwand durch die Methode der Experteninterviews etwas reduzieren (s.u.). Allerdings sollten sich die Experten dann vor der Erarbeitung mit der Gruppe auch einmal über ihre Ergebnisse austauschen.

Einstieg

In der Gruppe werden Lose verteilt, auf denen die Namen der Stämme stehen (Achtung: mit Levi sind es 13; statt Josef bekommen seine Söhne Ephraim und Manasse jeweils einen Anteil). Jeder zieht ein Los. Anschließend gibt es für die Lose jeweils eine Süßigkeit. Alle bekommen das gleiche, nur die mit einem „Levi-Los“ bekommen eine deutlich kleinere Portion – welche Reaktionen ruft das hervor?

Erarbeitung des Textes

a) Wer sind die Leviten? Was unterscheidet Priester und Leviten, was verbindet sie? Warum bekommen die Priester und Leviten eine Sonderbehandlung? Zur Vorbereitung darauf empfiehlt es sich, den Artikel in einem Bibellexikon nachzulesen. Wichtige Bibelstellen sind z.B. 4. Mose 3,1-39; 1.Chronik 5,27-6,66.

b) Um die Auswahl der Städte und ihre Verteilung im Land nachzuvollziehen, kann es hilfreich sein, sich in Kapitel 21 drei bis vier Ortsnamen oder geographische Bezeichnungen auszuwählen und diese einmal auf einer Karte zum Land der Bibel in atl. Zeit zu suchen. Eine Karte mit allen Stammesgebieten und Levitenstädten findet sich z.B. in Nick Page, Der historische Bibelatlas, Stuttgart 2011, S. 29.

c) Vgl. Josua 21,1-3.41-42 mit 4. Mose 35,1-8: Alles wurde genau so ausgeführt! Evtl. auch Josua 20 und 4. Mose 35,9-15 heranziehen.

d) Vgl. Josua 21,43-45 mit Josua 13,1-6; 23,1-6 und Richter 1,17-19. Wie passen die verschiedenen Aussagen über die Einnahme des Landes zusammen?

Wenn man diesen Abschnitt gründlich erarbeiten will, dann könnte sich jeweils ein Mitarbeiter auf eine der vier Fragen vorbereiten. In der Erarbeitung mit der Gruppe verteilen sich diese vier Experten an verschiedene Stellen im Gebäude. Die Teilnehmer werden in vier Gruppen aufgeteilt, die nacheinander zu den Experten gehen und mit ihnen gemeinsam die Antworten auf die Fragen erarbeiten.

Anschließend kann man sich im Plenum über noch offene Fragen oder wichtige neue Einsichten austauschen. Oder ein Mitarbeiter fasst zentrale Ergebnisse kurz (!) zusammen.

Vertiefung (Gespräch in Kleingruppen)

  • Die Leviten sollten ganz für Gott zur Verfügung stehen: Was hält mich davon ab, ganz für Gott da zu sein?
  • Das Volk Israel erlebte, dass Gott ihnen das Land gegeben hat: Wo habe ich erlebt, dass Gott seine Zusagen einhält?
  • Josua 21,43-45 blickt auf die Geschichte Gottes mit seinem Volk zurück: Wofür kann ich im Rückblick auf den Tag heute Gott dankbar sein?

Abschluss

  • Gebetszeit in den Kleingruppen
  • Oder: Gemeinsames Gebet mit Psalm 103,1-4 (Luther84); dazu z.B. im Kreis aufstellen und sich an den Händen fassen. Wenn nicht alle den Text auswendig können, kann jemand von den Mitarbeitern immer eine Zeile vorsprechen, danach wiederholen es alle gemeinsam.
  • Autor / Autorin: Prof. Dr. Christoph Rösel
  • © Deutscher EC-Verband
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