„Heilig, heilig, heilig ist der Herr“„Heilig, heilig, heilig ist der Herr“

Einheit: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr“

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Jesaja 6,1-13
Jesaja 6,1-6,13

6

Jesajas Berufung zum Propheten

1In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel. 2Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 4Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauch.

5Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. 6Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, 7und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.

8Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! 9Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet’s nicht; sehet und merket’s nicht! 10Verfette das Herz dieses Volks und ihre Ohren verschließe und ihre Augen verklebe, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.

11Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt. 12Denn der Herr wird die Menschen weit wegführen, sodass das Land sehr verlassen sein wird. 13Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals kahl gefressen werden, doch wie bei einer Terebinthe oder Eiche, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Chris Nathan entwirft auf Basis der Bibelstelle eine Gruppenstunde zum Thema Heiligkeit und Berufung. Dabei arbeitet er u.a. heraus, dass Gottes Heiligkeit die Menschen heiligen kann – und nicht der Mensch sich selbst. Daraus folgt eine Berufung – nicht nur an „ausgewählte“ Gläubige, sondern jeder Christ ist zu seinem speziellen Auftrag berufen. Diesen zu hören, in Demut anzunehmen und zum Dienst bereit zu sein, können wir von Jesaja lernen.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Im 6. Kapitel des Jesajabuches schildert Jesaja seine Berufung als eine Vision. Mit dem Todesjahr des judäischen Königs Usija (oder auch Asarja) ist diese in die Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. zu datieren. Eine Zeit also, indem es dem Südreich sehr gut ging, die Wirtschaft florierte, der Wohlstand zunahm und Frieden herrschte. Lediglich religiös hatte das Volk versagt und wich vom rechten Weg Gottes ab. Dies lässt Gott nicht kalt.

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2. Bedeutung für heute

Gottes Heiligkeit

Der Text schildert uns sehr eindrücklich die Heiligkeit Gottes. Keiner darf Gott sehen, denn seine Heiligkeit ist tödlich für jeden Sünder (2. Mose 33,20). Sogar die Seraphim als oberste Engel schützen sich vor ihm. Wegen Gottes Heiligkeit sollte man Ehrfurcht haben und sich ihm nicht nähern (z. B. 2. Mose 3,5 oder 10,10 ff.). „Heilig“ ist alles, was zu Gott gehört. In erster Linie bekamen Priester das Prädikat „heilig“ (vgl. 3. Mose 21,6). Aber auch das Volk Israel soll, weil es zu Gott gehört, heilig sein (3. Mose 20,26). Dafür gibt es im Judentum etliche Heiligkeitsgesetze (3. Mose 17–26).

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3. Methodik für die Gruppe

Einstieg

Es ergibt Sinn, sich vorher zu überlegen, worauf der Schwerpunkt der Bibelarbeit liegen soll: auf dem Thema der Heiligkeit oder auf dem Thema der Berufung. Beide schließen einander keinesfalls aus, aber sie sind doch zu verschieden, um gemeinsam als Einstieg zu dienen.

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  • Autor / Autorin: Chris Nathan
  • © Deutscher EC-Verband