Himmel hoch jauchzend ODER zu Tode betrübt

Einheit | Bibelarbeit
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Himmel hoch jauchzend ODER zu Tode betrübt

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre), Junge Erwachsene (18+)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 45 Min.)
Bibelstelle: Lukas 16,19-16,31 anzeigen
Bibelstelle
Lukas 16,19-16,31

Vom reichen Mann und armen Lazarus

19Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür, der war voll von Geschwüren 21und begehrte sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel, doch kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.

23Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. 25Abraham aber sprach: Gedenke, Kind, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. 26Und in all dem besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. 27Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; 28denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 29Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. 30Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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Ein Gleichnis hat die Eigenschaft, einen Sachverhalt durch einen Vergleich zu veranschaulichen, z. B. eine Erzählung. Symbole oder bestimmte Worte stehen für etwas Bestimmtes, und wenn man sich in diesem Wissensgebiet auskennt, sind diese auch sehr leicht zu entschlüsseln.

Was hat das Gleichnis, das Jesus in dieser Situation erzählt, mit den damaligen Hörern zu tun? Jesus spricht die Pharisäer in diesem Text von Lukas 16,19-31 ganz konkret an. Er reagiert auf deren Benehmen und Reaktionen.

Wer sind die Pharisäer? Was glauben sie? Wie verhalten sie sich?

Die Pharisäer waren die stärkste religiöse Partei seit den Makkabäerkriegen (164 v. Chr.), die das Erbe Israels, das Gesetz und die Überlieferungen der Väter in Ehren hielten und der Verheißung Gottes vertrauten. Leider waren sie bald eng mit dem Stand der „Schriftgelehrten“ verbunden, die in der Gefahr standen, gesetzlich zu denken und zu handeln. Selbstgerechter Stolz und lieblose Härte waren oft ihr Charakteristikum. Sie „verdrehten“ das Gesetz, deuteten es, wie sie es wollten (Mt 15, 2.3 ff.), spielten selbst Gott, indem sie richteten und verurteilten und fügten Moses Gesetz die „Satzungen der Ältesten“ hinzu.

Die Rolle des Reichen? Er vergnügt sich im überschwänglichsten Reichtum des Lebens. Er stirbt und wird, im Gegensatz zu Lazarus, begraben. Unter Qualen findet er sich in der Hölle wieder. In der Ferne erblickt er Abraham und Lazarus. Er fleht Abraham zweimal um Hilfe an. Die erste Bitte für die eigene Schmerzlinderung, die zweite Bitte für andere, seine fünf Brüder. Davon, dass er ein böser Mann war und lauter schreckliche Dinge tat, steht in diesem Gleichnis nichts.

Was hat es mit diesem Lazarus auf sich? Lazarus nimmt sein Leiden im Vertrauen auf Gott an. In diesem Gleichnis ist Lazarus durchgehend passiv. Nach dem Tod wird über ihn gesprochen, er selbst redet nicht mit. Dieser Lazarus hat nichts zu tun mit Johannes 11 „die Auferweckung des Lazarus“.

Welche Rolle spielt Abraham hier? In der jüdischen Theologie erscheint Abraham den Israeliten als persönlicher Sammel- und Mittelpunkt im Totenreich. Abraham hat das Schlusswort. Abraham weist beide Bitten ab. Die erste Bitte lehnt er ab, weil es keine Möglichkeit mehr gibt, den Ort zu wechseln. Die zweite Bitte lehnt er ab, da die Schrift, die Bibel, alles aussagt, was die Menschen wissen müssen.

Was ist mit Mose und den Propheten gemeint? Damit ist die gesamte alttestamentliche Schrift zusammengefasst.

Was gibt es zur erwähnten Hölle zu sagen? Das NT meint einen zwischen-zeitlichen Zustand nur für die Unfrommen. Für Juden ist die Hölle die Bezeichnung für die Gemeinschaft der verstorbenen Frommen mit Abraham im hebräischen Scheol (griech. Hades), dem Totenreich. In unserem Gleichnis liegt dieser Ort tiefer als der Ort der Gerechten, es gibt kein Herüber und Hinüber.

Die Personen und Orte sind vorgestellt. Nun kommen wir zu den eigenen Gedanken: Nicht nur labern, sondern auch tun. Lukas 3,8: „Zeigt durch eure Taten, dass ihr es mit der Umkehr ernst meint! Ihr bildet euch ein, dass euch nichts geschehen kann, weil Abraham euer Stammvater ist.“ Der Reiche soll sich zu seinen Lebzeiten dem Armen zuwenden, er lässt ihn allerdings „links liegen“. Er bittet Abraham nach seinem Tod, dass gerade dieser Lazarus zu ihm kommen soll, um seine Qualen zu lindern. Er bittet, dass derjenige kommt, dem er die Hilfe zu Lebzeiten versagt hatte.

Interessant: Der Reiche fängt an, sich um andere zu sorgen, weil nun er derjenige ist, der leiden muss. Mitleid, Empathie, Sorge um den Nächsten entwickeln sich oft aus den eigenen Leiderfahrungen. Wichtig ist, dies im rechten Maß leben zu lernen.

Ziel bzw. Zweck dieses Gleichnisses von Lukas 16,19-31

Jesus kennt uns Menschen durch und durch. Die Pharisäer, zu denen Jesus hier spricht, glauben scheinbar an Gott und seine Gebote, vergessen diese allerdings in ihrem Alltag. Sie übersehen vor allem das Doppelgebot der Liebe: „Jesus aber antwortete ihm: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt‘ (Mt 22,37-40). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘ (3.Mose 19,18). In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“

Jesus spricht die Menschen damals in einer bestimmten Situation an und fordert sie auf, Position zu ihrem Glauben und Leben zu beziehen und daraus eine Entscheidung zu fällen. Genauso auch heute.

Was können wir selbst aus diesem Gleichnis lernen? Wo verhalte ich mich wie ein Pharisäer? Bin ich ein Lazarus?

Wer rüttelt dich auf? Wer hat dir ehrliche Worte zugesprochen, die du nicht hören konntest/wolltest?

Es tut weh, Fehler zu machen und es ist noch schwerer, wenn andere unsere Hochmütigkeit, Arroganz oder Selbstgerechtigkeit sehen und uns genau deshalb sogar ansprechen und den Finger in die offene Wunde legen. Ich bin davon überzeugt, dass wir genau diesen Schmerz vor Menschen, die Gott kennen, die sich darauf spezialisiert haben und bei denen wir uns wohlfühlen, aussprechen und mit ihnen durchleiden können. Dazu gehört auch, es allein vor Gott zu bringen, zu heulen oder zu schreien, sich von ihm berühren zu lassen und mit ihm zusammen den Weg der Heilung zu gehen. Dieser dauert im Regelfall seine Zeit. Oder du machst es so wie die Pharisäer bei Jesus und schüttelst die Worte an dir ab, nach dem Motto „zum einen Ohr rein, zum anderen Ohr raus“ (Lk 16,14). Irgendwann kommt der Punkt, wo sich nichts mehr rückgängig machen lässt. Und dann bleibt nur noch auf die unendliche Gnade, Barmherzigkeit und nie endende Liebe Gottes zu hoffen. Die letzte Entscheidung liegt bei unserem dreieinigen Gott.

Willst du Gott ernst nehmen?

Mögliche Vorgehensweise in eurer Gruppe/eurem Kreis

Lest den Text laut vor, die anderen schließen die Augen und hören zu

a)Unterstreicht mit unterschiedlichen Farben die vorkommenden Personen (Jeder nimmt dafür seine eigene Bibel, oder ihr kopiert den Text auf A3 und teilt in 2 – 3 Gruppen ein) oder

b)Malt die vorkommenden Personen auf ein Plakat und schreibt im Laufe der Unterhaltung immer wieder Stichworte zu ihnen auf (Mindmap Charakter).

Unterhaltet euch über folgende Fragen:

Welche Personen kommen vor und was sagen bzw. machen sie, wo sind sie?

Klärt, was ein Gleichnis ist

Hintergrundwissen: Pharisäer (wer sind diese und was macht sie aus?) und Jesus (Streitgespräche)

Worauf will Jesus in diesem Gleichnis hinaus? Was ist sein Zielgedanke?

Was kannst du für dich lernen? Kommt dir was bekannt vor? Welche Situationen, Bilder oder Worte fallen dir dazu ein?

Für dich selbst und füreinander beten

Chillen oder Tischkicker spielen

Quellen
Rienecker, FritzWuppertaler Studienbibel, Das Evangelium des Lukas, Wuppertal 1974, 392ff.Voigt, GottfriedDer schmale Weg, Predigttexte, Reihe I, Berlin 1978, 300ff.BibelAnhangWikipediahttp://de.wikipedia.org/wiki/PharisäerHinweis: Eine längere Version dieses Stundenentwurfs findest du auf www.tec-pool.deAn Deviice: QR-Code bitte einfügen!

  • Autor / Autorin: lelowi
  • © Deutscher EC-Verband
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