Im GerichtssaalIm Gerichtssaal

Einheit: Im Gerichtssaal

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 20-30 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Jesaja 40,12-40,31
Jesaja 40,12-40,31

Israels unvergleichlicher Gott

12Wer misst die Wasser mit der hohlen Hand, und wer bestimmt des Himmels Weite mit der Spanne und fasst den Staub der Erde mit dem Maß und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage? 13Wer bestimmt den Geist des Herrn, und welcher Ratgeber unterweist ihn? 14Wen fragt er um Rat, der ihm Einsicht gebe und lehre ihn den Weg des Rechts und lehre ihn Erkenntnis und weise ihm den Weg des Verstandes? 15Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. 16Der Libanon wäre zu wenig zum Feuer und seine Tiere zu wenig zum Brandopfer. 17Alle Völker sind vor ihm wie nichts und gelten ihm als nichtig und eitel.

18Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen? 19Der Meister gießt ein Bild und der Goldschmied vergoldet’s und macht silberne Ketten daran. 20Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt.

21Wisst ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ist’s euch nicht von Anfang an verkündigt? Habt ihr’s nicht gelernt von Anbeginn der Erde? 22Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt; 23er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte: 24Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum wurzelt ihr Stamm in der Erde, da bläst er sie an, dass sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu. 25Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei?, spricht der Heilige. 26Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

27Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Matthias Reinke rückt in dieser Bibelarbeits-Gruppenstunde das Thema Zweifel in den Mittelpunkt. Er beschreibt den Bibeltext als hin- und herwogend wie eine Gerichtsverhandlung und nimmt Bezug auf häufige Anfechtungen: Hört Gott noch? Handelt Gott noch? Macht Hoffnung noch Sinn, auch wenn sich nichts bessert?


Vorschau:

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Bedeutung fĂĽr heute

Die zweifelnden Fragen an Gott, die uns Menschen bewegen, wenn wir uns in Krisenzeiten befinden, haben sich durch alle Zeiten nicht geändert. Auch heute noch fragen wir

  • Wieso passiert mir das?
  • Warum hilfst du nicht, Gott?
  • Gibt es dich ĂĽberhaupt? Ich erlebe dich gerade nicht.

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Methodik fĂĽr die Gruppe

3.1 Gerichtsverhandlung

Wie ich oben bereits ausgeführt habe, kann man sich dem Bibeltext hervorragend nähern, wenn man sich diese Gerichtssituation vorstellt. Der Ankläger, der den Richter anklagt: „Warum siehst du mich nicht und sorgst dafür, dass ich freikomme“. Weiter ist da der Anwalt Jesaja mit den bedrängenden Fragen, der den Angeklagten ins Kreuzverhör nimmt. Und dann ist da noch der Richter selber, der ab V. 26 das Wort ergreift, um am Ende nicht zu verurteilen, sondern herzlich zum Glauben und Vertrauen einzuladen.

3.2 Der Text

Spannend ist auch die Frage mit welcher Betonung man z.B. die Verse 26-31 vorliest. Du kannst Zettel vorbereiten auf denen z.B. „aggressiv, rechthaberisch, gebieterisch, liebevoll, zart…“ steht um dann die Frage zu stellen, welcher Tonfall dem Text gerecht wird und was es jeweils für Reaktionen beim Zuhörer auslöst.

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  • Autor / Autorin: Matthias Reinke
  • © Deutscher EC-Verband