In den Blick genommen / Wie unser Leben Kreise ziehen kann

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

In den Blick genommen / Wie unser Leben Kreise ziehen kann

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 30 Min.)
Bibelstelle: Lukas 19,1-10 anzeigen
Bibelstelle
Lukas 19,1-19,10

19

Zachäus

1Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. 3Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. 5Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. 6Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.

7Da sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. 10Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigte Materialien: 1 Flipchart, DIN-A3-Zettel, bunte Stifte, 1 Bibel(n) (für jeden Teilnehmenden), Laptop, Beamer
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Einstieg

Zum Einstieg sollen die Teens über ihr soziales Netzwerk nachdenken – über ihre „non-digital world“. Jeder malt seinen eigenen „Nächstenkreis“ auf. In dem steht man selbst. Drumherum werden konzentrische Kreise gemalt, denen dann Titel gegeben werden. Der innerste Kreis stellt die Menschen dar, die einem am nächsten stehen, der äußerste Kreis stellt die Menschen dar, die zwar irgendwie im eigenen Universum eine Rolle spielen, die aber keinen Einfluss auf einen selbst haben. Inhalt könnte also sein: „beste Freunde“, „Eltern“, „Geschwister“, „sonstige Familie“, „weitläufige Bekannte“. Es dürfen auch gerne noch andere Symbole verwendet werden, z.B. Blitze für „ungeliebte Personen“, Herzen für „geliebte Menschen“, ein „?“ für „unsichere Beziehung“ usw. Es ergibt sich ein Bild, das eine Bewegung von innen nach außen darstellt. Vielleicht haben sich auch andere Personengruppen ergeben, mit denen man gerne zu tun hätte, zu denen man aber keinen Zugang hat. Wie könnte man das grafisch darstellen? Jemand Mutiges kann der Gruppe gerne mal sein Bild vorstellen. Wichtig: keine Namen nennen (bei „Familie“ natürlich etwas schwierig).

Andacht

Er gehörte garantiert nicht zum Freundeskreis von Jesus. Das war allen klar. Allein seine Größe disqualifizierte ihn ja schon. Den nimmt doch keiner wahr – und wenn doch … dann nur negativ! Ein Betrüger war er, ohne Skrupel. Er machte Geschäfte mit Leuten, um die andere nur einen riesigen Bogen machten. Und jetzt? Was nimmt er sich da raus? Alle hatten ihm doch zu verstehen gegeben, dass er nicht hier hingehört – Jesus würde ihn sowieso nicht beachten. Machen die anderen ja schließlich auch nicht. Doch jetzt klettert er wie ein kleines Äffchen den Baum hoch. Jesus läuft durch die Stadt – belagert wie ein Superstar. Seine drei Lieblingsjünger sind ganz dicht bei ihm, dann die anderen neun. Der nächste Kreis waren seine 72 übrigen Jünger. Dann folgte ihm wie immer noch eine größere Menge – der nächste Kreis. Andere sind ihm vielleicht schon begegnet, haben bei ihm aufgetankt, sind dann aber wieder gegangen. Oder aber sie haben keine gute Erinnerung an ihn. Und dann gab es noch die Gegner Jesu. Sie waren auch immer da. Wie Parasiten, die ihm alle Kraft aussaugten. Er sollte einfach nur aus dem Weg geräumt werden. Und dafür wurde jede Möglichkeit genutzt.

Das ist der vielschichtigste „Nächstenkreis“, mit dem sich Jesus umgibt – manche Schicht freiwillig, manche wahrscheinlich unfreiwillig. Es gab viele Menschen, die ihm ganz dicht auf die Pelle rückten, die etwas von ihm wollten, die seine Nähe spüren und erleben wollten.

Die Darstellung dieser Kreise um Jesus herum könnt ihr hier nachlesen:

Die drei: Matthäus 17,1-3; die Zwölf: Matthäus 10,1-4; die 72: Lukas 10,1-2; die Mitreisenden: Lukas 14,25; die Auftanker: Lukas 17,11; die Enttäuschten: Markus 10,17-22; die Gegner: Markus 7,1; die Ausgestoßenen: Markus 5,27-32; Markus 10,46-48; Johannes 4,1-16.

Entweder kann man diese Stellen und verschiedenen Schichten als PPT vorbereiten und beim Erzählen durchklicken. Oder Kleingruppen fertigen auf DIN-A3-Papier eine Zeichnung dieser Kreise mit den Bibelstellen an.

Vielleicht geht es dir wie Jesus: Viele wollen etwas von dir, an dir wird rumgezogen und gezerrt, und du hast eigentlich gar keinen Bock mehr auf noch mehr Menschen. Aber auch wenn es dir nicht so geht und deine Kreise nur mit wenigen Menschen gefüllt sind, dann sagst du dir vielleicht: „Das reicht mir schon. Für mehr Menschen habe ich keine Power.“

Doch Jesus macht hier etwas völlig anderes, als wir vielleicht tun würden. Er reißt sich nicht los von den Menschen, bittet nicht um seine wohlverdiente Ruhe, gibt sich aber auch nicht vollkommen seinem Ruhm hin. Sondern er lenkt auf einmal aller Blicke von sich weg und durchbricht damit alle Grenzen der Kreise, die ihn umgeben (hier auf dem Schaubild einen dicken Pfeil von innen nach außen ziehen, der alle Linien durchbricht). Jesu Blick weitet sich und schließt plötzlich auch die mit ein, die alle anderen ausschließen würden: diejenigen, die wir nicht im Blick haben, die aus dem Blickfeld geraten sind, für die wir nur verächtliche Blicke übrig haben. Jesus dreht sich nicht nur um sich selbst und ist sich selbst genug. Sondern er liebt alle Menschen – egal, ob in seinem näheren Umfeld, oder weit davon entfernt.

Zachäus war wahrscheinlich einer der meistgehassten Menschen in seiner Stadt. Jeder kannte, aber keiner mochte ihn. Und Jesus nimmt sich Zeit für ihn. Zachäus ist für Jesus der Mann der Stunde. Jesus ist es egal, ob er vielleicht selbst gerade in den Augen von vielen anderen sein Ansehen verspielt. Jesus weiß ganz genau: „Wenn ich diesem Zachäus jetzt meine ehrliche und liebevolle Aufmerksamkeit widme, dann hat das nachhaltige Auswirkung auf sein Leben.“ Und so ist es auch – Zachäus wird von Jesu Zuwendung so sehr überrascht, dass er schlagartig sein Leben ändern möchte.

Wir lernen an Jesus: Es ist gut, einen engen Freundeskreis zu haben. Doch eins der wichtigsten Lebensprinzipien ist immer noch, sich selbst zurückzunehmen – den anderen höher zu achten als sich selbst (Phil. 2,1-4). Es führt dazu, das eigene Universum, die festgefahrenen Strukturen unserer Gesellschaft von „drinnen und draußen“ zu durchbrechen.

Aktion

Entwickelt in verschiedenen Kleingruppen Aktionen, die sich schnell in der Schule, Verein, Gemeinde usw. umsetzen lassen, um Menschen, die am Rand stehen, Aufmerksamkeit zu schenken.

Zwei Beispiele:

1. Mein Teenkreis hat einmal eine Party für den „bekanntesten“ Bettler der Stadt gefeiert. Seinen Schlafplatz ausfindig gemacht und Grill, Deko und Musik mitgebracht. Studenten, die vorbeiliefen, sind spontan noch dazugestoßen. Wahrscheinlich einer der schönsten Tage für diesen Mann.

2. Nikolaus-Geschenk-Aktion in der Schule: Zwei Wochen vor dem 6.12. haben wir die Werbetrommel gerührt. Jeder (auch Lehrer) konnte Nikoläuse bestellen und eine persönliche Nachricht dazu hinterlassen. Durch eine gute Organisation mit der Schule und den Läden vor Ort konnten wir etwa 700 Nikoläuse in der Schule verteilen.

Versendet mit dieser Aktion selbst Nikoläuse und liebe Nachrichten an Mitschüler, die eher am Rand stehen. Und: Mit dem Erlös kann man benachteiligten Mitschülern etwas Gutes tun. Vielleicht etwas Sinnvolles für Rollstuhlfahrer anschaffen.

Buchtipp

Die Welt verbessern: 33 Aktionen, die dein Umfeld verändern; Pascal Leuschner, Tobias Schöll; Neukirchener Aussaat, ISBN: 3761559259

  • Autor / Autorin: lelowi
  • © Deutscher EC-Verband
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