Jahreslosung 2022Jahreslosung 2022

Einheit: Jahreslosung 2022

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 30-60 Min.)
Materialarten: Bibelarbeit, Stundenentwurf
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Johannes 6,37
Johannes 6,37

37Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Umfangreicher Stundenentwurf zur Jahreslosung 2022 mit ausführlichen Erklärungen zum Bibeltext, Anmerkungen zur Verknüpfung mit der Lebenssituation junger Erwachsener heute und vielen Ideen und Methoden für eine Umsetzung in der Junge-Erwachsenen-Gruppe.


Vorschau:

Jahreslosung

Jesus Christus spricht:
„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Johannes 6,37

 

Zielgedanke

Bei Jesus gibt es keine Hürden, Barrieren oder Aufnahmekriterien. Wer kommt, kann bleiben. Immer und ewig. Was hilft, im bunten Treiben des Alltags bei Jesus zu bleiben?

 

ERKLÄRUNGEN ZUM TEXT

1.   Das Johannesevangelium

Die Jesusbiografie von Johannes unterscheidet sich in wesentlichen Zügen von den Berichten der anderen drei Evangelisten. Bei den sogenannten Synoptikern Matthäus, Markus und Lukas kommt Jesus erst am Ende seines Wirkens zum Passafest nach Jerusalem, daraus folgt eine Wirkungszeit von eineinhalb Jahren. Johannes hingegen berichtet davon, dass Jesus in seiner Wirkungszeit dreimal zum Passafest nach Jerusalem pilgerte (2,13; 6,4; 12,1), das lässt vermuten, dass Jesus mindestens drei Jahre als Wanderprediger unterwegs war. Dieser mehrfache Aufenthalt Jesu in Jerusalem führt auch zu einem anderen Aufbau des Evangeliums als bei den Synoptikern.
Die Begegnungen Jesu mit unterschiedlichsten Menschen sind häufig Anlass zu ausführlichen Reden. Bei Johannes gewinnt man den Eindruck, dass die Worte Jesu wichtiger sind als die dabei von ihm vollbrachten Wunder. Sieben Wundergeschichten stehen sieben Ich-bin-Worten und vielen Reden gegenüber.

Im Unterschied zu den anderen Evangelien vermisst man bei Johannes das Zentralwort „Reich Gottes“. Stattdessen steht das „ewige Leben“ im Mittelpunkt.

Auffallend ist bei Johannes die meist meditative und wiederholende Sprache. Sie will uns in die Tiefe führen, damit wir nicht bei den vordergründigen Geschehnissen stehen bleiben.

 

2.   Der Kontext: Johannes 6,26-40

Verse 26+27: Wunder vs. Jesus

Verse 28-31: Vorleistungen erwarten

Verse 32-34: Wahre Nahrung führt zu wahrem Leben

Vers 35: Ich-bin-Wort

Vers 36: Ohne Vertrauen geht nichts

Vers 37: Niemand wird abgewiesen

Vers 38: Jesus ist eins mit Gott

Verse 39-40: Gottes Wille: Rettung im Jetzt und Hier und in Ewigkeit

 

3. Worterklärung

Kommen

Aufnahme vs. Abweisung

 

SITUATION JUNGER ERWACHSENER

Abweisung ist ein Thema, das jede und jeden betrifft. Jede Person hat schon Abweisung erfahren. Natürlich gilt auch hier, dass es eine Frage der Sichtweise und Einstellung ist. Und doch ist in unserer Gesellschaft, spätestens mit Corona, zu Tage getreten, wie schwer wir uns mit den Meinungen anderer tun, wie wir über andere schnell und mit falschen Vermutungen urteilen und uns verschließen, wenn es an unsere Grundrechte geht. Wir Menschen weisen andere ab und werden abgewiesen, wir verletzen und werden verletzt.

 

 

METHODISCHE BAUSTEINE FÜR DIE GRUPPE

  1. Einstieg

 

  1. Begegnung mit der Jahreslosung

Überleitung

Aktionen

BibleWalk

Geht nun hinaus und bewegt diesen Vers in euren Herzen und durch euren Ort. Sucht euch im Vorfeld eine Strecke aus, die an markanten und/oder belebten Plätzen (Schule/Uni, Rathaus, Sportplatz, Kirche, Wohnblöcke, Notunterkunft etc.).

 

Alternative: Denkmal

Jeweils drei Personen versuchen, pantomimisch die Jahreslosung in Szene zu setzen. Anschließend können die verschiedenen Standbilder fotografiert werden.

Die Kleingruppen erklären jeweils, was sie wie dargestellt haben: Wie haben sie Annahme bzw. Abweisung ausgedrückt? Wie zeigt sich das Kommen bzw. die Hinwendung zu Jesus?

 

  1. Betrachtung des Kontextes

Erklärungen zum Kontext

Um der Bedeutung der Jahreslosung noch mehr auf die Schliche zu kommen, sollte der Kontext beachtet werden. Hier können Anmerkungen aus Erklärungen zum Text aufgegriffen werden.

 

Bibellesen

Lest gemeinsam (max. 6 Personen) den Abschnitt Johannes 6,26-40, tauscht euch darüber aus und sprecht über folgende Fragen:

– Was spricht mich an, was finde ich gut?

– Wo geht mir ein Licht, was habe ich neu entdeckt?

– Was verstehe ich nicht?

– Was irritiert oder ärgert mich?

 

  1. Vertiefung

Fragen

Mit verschiedenen Fragen können einzelne Aspekte und Aussagen vertieft und diskutiert werden.

  • Wie bist du das erste Mal bewusst „zu Jesus gekommen“? Oder anders gefragt: Wie bist du zum Glauben gekommen? – Erzählt euch gegenseitig, wie und warum ihr angefangen habt, Jesus zu vertrauen!
  • Was ist für dich das Besondere an Jesus?
  • Warum tun sich bis heute viele Menschen schwer, Jesus „Glauben zu schenken“?

 

Impuls

Wir sollten gelegentlich einen genaueren Blick auf unsere Zeiten mit Gott werfen. Das was wir so im Alltag machen, um bei Jesus anzukommen: Bibellesen, persönliche Stille Zeit, Gebetszeiten etc.

 

Wie ist das bei dir? Gibt es da sinnentleerte Rituale, fromme Routine? Oder gibt es nach fast zwei Jahren Corona-Ausnahmezustand gar nichts mehr? Nur noch gähnende Leere?

 

Persönliches Beispiel: Gebetsort in der Natur

Zu Beginn des 2. Lockdowns habe ich für mich eine neue Form der Gottesbegegnung entwickelt. Mir war aufgefallen, dass im Zuge des Coronastresses mein Glaube kraftlos wurde. Nicht, dass ich nicht mehr gebetet hätte. Ich hatte zwar meine Gebetsecke – und die bedeutet mir immer noch viel. Doch ich spürte, ich brauche einen neuen Impuls in diesen herausfordernden Zeiten: Ich brauchte einen anderen Ort. Während des Lockdowns saß ich so viel im Büro am PC. Ich musste raus und Gott in der Natur begegnen. – So habe ich bei uns in der Siedlung ein ruhiges Plätzchen gefunden, wo ich mit Gott reden kann – nicht selten während die Sonne aufgeht. Ja, ich stehe meist früh auf. Das muss man nicht so machen. Mir hilft das, mit der aufgehenden Sonne und der Schönheit der Natur, Gott anzubeten und in die Stille zu gehen.

Nicht, dass Gott solche Änderungen bräuchte, ich brauchte das.

 

Wie wäre es, wenn du die Jahreslosung als Anlass nutzt für eine neue, kraftvolle Form des Gebets?

Ich ermutige dich:

Stärke dich in 2022, indem du für dich einen „neuen Raum eröffnest“, um bei Jesus anzukommen und seine Gegenwart bewusster wahrzunehmen.

 

Alternativ könnt ihr auch die Anmerkungen aus „Situation junger Erwachsener“ aufgreifen und zu einem Impuls zusammenfassen.

 

5. Abschluss

Falls noch nicht geschehen, können zum Abschluss Karten mit der Jahreslosung an die Teilnehmenden ausgeteilt werden.

 

Um die Gedanken für den Alltag zu konkretisieren und die Teilnehmenden zu ermutigen, kann hier das Angebot geschaffen werden, mit und für sie zu beten und sie persönlich zu segnen.

 

Anmerkung:

Motivkarten zur Jahreslosung können für junge Erwachsene unter www.bornverlag.de Bestellnummer 182.570K bestellt werden.

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  • Autor / Autorin: Bernd Pfalzer
  • © Deutscher EC-Verband

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