Jesus als mein WegJesus als mein Weg

Einheit: Jesus als mein Weg

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Süßigkeit(en), Augenbinde(n)
Bibelstelle: Johannes 14,1-14
Johannes 14,1-14,14

14

Jesus, der Weg zum Vater

1Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? 3Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin. 4Und wo ich hingehe, dahin wisst ihr den Weg.

5Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen? 6Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. 7Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

8Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. 9Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater. Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater? 10Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht aus mir selbst. Der Vater aber, der in mir bleibt, der tut seine Werke. 11Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt doch um der Werke willen.

12Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. 13Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde im Sohn. 14Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

1. Erklärungen zum Text

Das 14. Kapitel im Johannesevangelium ist ein Teil der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger. Zu diesem Zeitpunkt hat er ihnen bereits von dem bevorstehenden Verrat durch seinen Jünger Judas berichtet und die Verleugnung des Petrus angekündigt. Jesus weiß, dass auch vor den Jüngern eine schwere Zeit liegt, nach seinem Tod werden sie verwirrt sein, trauern und auch zweifeln. Im ersten Vers fordert Jesus sie auf, trotz der bevorstehenden schweren Zeit keine Angst zu haben, sondern zu glauben und zu vertrauen. Gleichzeitig ermutigt er sie und gibt ihnen Zusicherungen.

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen (Joh 14,2a). Wohnungen bieten Schutz und Geborgenheit. Durch die versprochenen Wohnungen versichert Jesus seinen Jüngern, dass Gott immer gut für sie sorgen wird. Er selbst wird zurück zum Vater gehen, aber er versichert ihnen, dass auch sie beim Vater einen Platz finden werden. Er wird alles für sie vorbereiten, dann zurückkehren und sie zu sich nehmen. Jesus behauptet nun, die Jünger wüssten den Weg, wo er hingeht, doch Thomas widerspricht ihm. Er sagt, sie wüssten nicht, wo er hingeht und fragt, wie sie denn den Weg kennen sollten. Diese Frage des Thomas zeigt, dass er noch nicht viel von dem verstanden hat, was Jesus den Jüngern erklärt hat. Thomas weiß nicht, wer Jesus ist und was sein Auftrag ist. Er legt dessen Worte wörtlich aus und ist momentan nicht in der Lage, seine Aussagen zu begreifen. Jesus gibt ihm darauf eine große und philosophische Antwort.

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh 14,6). Diese Aussage lässt sich nur schwer komplett erfassen. Jesus antwortet seinen Jüngern, dass sie den Weg bereits kennen, denn sie kennen Jesus. Er selbst ist der wahre und einzige Weg zum Vater, einen anderen Weg gibt es nicht. Er verkörpert die reine Wahrheit und das Leben mit und nah beim Vater. Wenn wir Jesus erkennen, so kennen wir auch den Vater. Ähnlich wie Thomas zeigt auch Philippus durch seine Aufforderung, Jesus solle ihnen den Vater zeigen, wie wenig er verstanden hat.

Jesus belehrt auch ihn und sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ (Joh 14,9). Durch Jesus und sein Handeln können wir den Vater sehen. Die Werke, die Jesus vollbringt, tut nicht er, sondern der Vater, denn Jesus ist im Vater und der Vater ist in ihm. Der Abschnitt endet mit einer Verheißung, die sowohl an die Jünger als auch an uns heute gerichtet ist. Jesus sagt, dass diejenigen, die an ihn glauben, ebenfalls die Werke tun werden, die er getan hat und sogar noch größere, denn er wird durch seine Nachfolger weiter auf der Erde wirken. Er verspricht zu tun, worum wir in seinem Namen bitten, damit Gott weiter verherrlicht wird.

2. Bedeutung für heute

2.1 Jesus ist der Weg

Jesu Jünger waren lange mit ihm unterwegs, sie sind mit ihm gereist, haben viele Wunder und große Taten gesehen und haben ihn oft reden gehört. Oft scheint es uns, als wäre es für die Jünger leichter, Jesu Reden und Handeln zu verstehen. Doch die Fragen, die die Jünger in diesem Text stellen, zeigen, wie wenig sie verstanden haben. Gottes Tun und Denken ist so groß, dass es uns oft unmöglich ist, es mit unserem menschlichen Gehirn zu erfassen. Viele Dinge, die geschehen, verstehen wir nicht, doch wir dürfen trotzdem nicht aufhören an Jesus festzuhalten und ihm zu vertrauen, denn er sagt nicht, er wäre EIN Weg, sondern DER Weg, der einzige Weg, der uns zu Gott führen kann. Wenn wir Jesus kennen, kennen wir auch den Weg zu Gott. Wenn wir an ihm festhalten, werden wir zum Vater kommen, denn Jesus und der Vater sind eins.

2.2 Wir haben einen Platz bei Gott

Das Haus des Vaters hat viele Wohnungen. So wie Jesus seinen Jüngern einen Platz bei Gott sichert, so ist auch ein Platz für uns im Himmel. Jesus ist für unsere Sünden gestorben, um uns einen Weg in den Himmel zu ermöglichen, dabei ist es egal, ob wir vor knapp 2000 Jahren gelebt haben oder jetzt leben. Er hat alles für uns vorbereitet und sorgt für uns.

2.3 Die Verheißung

Jesus sagt, wenn wir an ihn glauben, können wir die Werke tun, die er getan hat und sogar noch größere. Wenn wir ihn in seinem Namen um etwas bitten, dann wird er es tun. Für uns bedeutet das, dass wir die Wunder, die die Jünger damals miterlebt haben, heute noch erleben können. Wir können in Jesu Namen große Taten vollbringen, denn wir sind seine Nachfolger und Gott kann durch uns handeln.

3. Methodik für die Gruppe

Thema der Gruppenstunde: Jesus ist der Weg zum Vater, durch ihn haben wir einen Platz bei Gott.

3.1 Lied

Aus: Feiert Jesus! 4 – Nr. 60 Herr, unser Gott

3.2 Gebet

In einem kurzen Anfangsgebet kann gedankt werden, dass alle zusammenkommen konnten und es kann um Segen für die Stunde und die Verständlichkeit des Bibeltextes gebeten werden.

3.3 Bibellesen und Fragen zum Text

Der Bibeltext wird nun gelesen. Dies kann jeder für sich tun oder auch laut der Reihe nach. Wenn es sich um eine größere Gruppe handelt, wäre es von Vorteil, sich zunächst in kleinere Gruppen von etwa fünf oder sechs Personen aufzuteilen. Wenn jeder den Text gelesen hat, wird darüber gesprochen und es werden offene Fragen geklärt.

Mögliche Fragen und Gesprächsanreger könnten sein:

  • In was für einer Situation befinden sich Jesus und die Jünger hier?
  • Was ist der Kontext der Bibelstelle?
  • Wie fühlen sie die Jünger hier wahrscheinlich? Wie geht es ihnen?
  • Was sagt der Text für mich aus? Was finde ich gut? Wo berührt der Text meinen Alltag? Was verstehe ich vielleicht auch nicht? Wo kommt auch mein Denken an seine Grenzen?
  • Was meint Jesus mit der Aussage „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“?
  • Ist Jesus momentan auch mein Weg? Verfolge ich diesen Weg zielstrebig in meinem Leben? Und wenn nicht, wo und wann habe ich ihn aus den Augen verloren und warum? Was kann ich tun und wie kann ich das in Zukunft verhindern?
  • Wo hat sich Jesu Verheißung in meinem Leben schon einmal erfüllt? Habe ich schon mal ein Wunder erlebt und wo habe ich schon einmal so gehandelt, wie es Jesus vermutlich auch getan hätte?

3.4 Spiel

Material: eine Tüte Süßigkeiten, eine Augenbinde

Einem Freiwilligen, im folgenden Hans genannt, werden die Augen verbunden. Die Tüte Süßigkeiten wird nun versteckt, allerdings an einem Ort, an dem Hans sie nicht finden kann, z. B. vor der Tür des Raumes, in einem Schrank oder unter einem Topf oder einer Vase. Hans bekommt nun die Aufgabe, mit verbundenen Augen die Süßigkeiten zu finden, dabei dürfen die anderen nicht behilflich sein und keine Tipps geben. Nach einer gewissen Zeit des vergeblichen Suchens hilft eine weitere freiwillige Person, im folgenden Anna genannt. Anna nimmt Hans an die Hand und führt ihn zum Ziel. Die Süßigkeiten können nun geteilt und gegessen werden!

3.5 Input

Etwas zu finden, ist oft nicht einfach. Hans hätte die Süßigkeiten alleine wahrscheinlich nie gefunden. Noch dazu gibt es so viele Wege, die man gehen kann. Ob man jedoch ans Ziel kommt, ist ungewiss. Erst Anna hat Hans den richtigen Weg gezeigt, sodass er die Süßigkeiten finden konnte. Wie Anna Hans geholfen hat den Weg zu finden, zeigt auch Jesus uns den Weg zum Vater. Alleine, aus eigener Kraft und Anstrengung können wir nicht zu Gott kommen, aber wenn wir uns an Jesus halten, werden wir bei Gott ankommen.

3.6 Lied

Aus: Feiert Jesus! 4 – Nr. 116 One way

3.7 Abschluss

Das Abschlussgebet kann etwas länger ausfallen als das Anfangsgebet. Hier können noch Gebetsanliegen gesammelt werden, die den Junge Erwachsenen auf dem Herzen liegen. Nun kann jeder, der möchte, laut oder leise beten. Dabei ist darauf zu achten, dass jedes Gebetsanliegen einmal erwähnt wird.

  • Autor / Autorin: Fabienne Stille
  • © Deutscher EC-Verband