Jesus begegnet – aber wie?Jesus begegnet – aber wie?

Downloads zu diesem Element:

Einheit: Jesus begegnet – aber wie?

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Corona Spezial, Gruppenstunde, virtuell / digital
Heft: der Steigbügel
Benötigtes Material:
Bibelstelle: Lukas 5,1-11
  • DIE GUTE NACHRICHT NACH LUKAS (Lukas-Evangelium) (Lk 5,1-11)

Die ersten Jünger

51 Eines Tages stand Jesus am Ufer des Sees von Gennesaret*. Die Menschen drängten sich um ihn und wollten Gottes Botschaft hören.

2 Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze.

3 Er stieg in das eine der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück vom Ufer abzustoßen. Dann setzte er sich und sprach vom Boot aus zu der Menschenmenge.

4 Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: »Fahr hinaus auf den See und wirf mit deinen Leuten die Netze zum Fang aus!«

5 Simon erwiderte: »Herr, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze noch einmal auswerfen.«

6 Sie taten es und fingen so viele Fische, dass die Netze zu reißen drohten.

7 Sie mussten die Fischer im anderen Boot zur Hilfe herbeiwinken. Schließlich waren beide Boote so überladen, dass sie fast untergingen.

8 Als Simon Petrus* das sah, warf er sich vor Jesus nieder und bat: »Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch!«

9 Denn ihn und alle anderen, die bei ihm im Boot waren, hatte die Furcht gepackt, weil sie einen so gewaltigen Fang gemacht hatten.

10 So ging es auch denen aus dem anderen Boot, Jakobus und Johannes, den Söhnen von Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.

Jesus aber sagte zu Simon: »Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du Menschen fischen!«

11 Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten Jesus.

Bibelgespräch – Die Berufung eines Fischers

Tutorial: Mit dem Bibelgespräch hast du einen Leitfaden, um eine Gruppe mithilfe von konkreten Fragen durch einen Bibeltext zu leiten. In den eckigen Klammern stehen (mögliche) Antworten auf die Frage, als Stütze für dich und um spannende Hintergrundinfos geben zu können. Du wirst bemerken, dass die Fragen so gestellt sind, dass bei den Teilnehmenden Denkprozesse angestoßen werden.

Du wirst entdecken, dass es verschiedene Arten von Fragen gibt:

  • Beobachtungsfragen – die Antworten stecken direkt im Text und helfen, diesen genau zu lesen und die Situation zu verstehen.
  • Verständnisfragen – hier werden die Teilnehmenden gefordert. Was könnte eine Passage bedeuten? Sie können eigene Gedanken äußern und versuchen zu deuten. Du kannst stets mit den Antworten nachhelfen.
  • Anwendungsfragen – hier wird der Text aufs Heute übertragen, wo es oftmals kein richtig oder falsch gibt.

Es empfiehlt sich, wenn du die Fragen kurz im Voraus durchgehst. Je nach Gesprächsverlauf kannst du spontan manche Fragen weglassen oder andere stärker betonen. Nur du kennst das Skript und es dient DIR!


Einstieg:

Wie bist du zum Glauben gekommen? Erinnere dich an die Frau am Brunnen (falls behandelt). Wie hat Jesus sie erreicht?

Wie kann Jesus heute noch Menschen erreichen?

Das Thema: Menschen erkennen Gott und dabei sich selbst

Heute: Lukas 5,1-11 Wer liest den Text? Oder – wer möchte, liest einen Abschnitt.

Beobachtungsfragen:

  • Wer beschreibt einmal den Ort, an den Jesus kommt?
  • Was scheint vor dem Getümmel dort passiert zu sein?
    [Die Fischer waren fischen und beenden ihre Arbeit]
  • Wem begegnet Jesus dort alles?

Verständnisfragen:

  • Was bedeutet es, dass die Fischer gerade ihre Netze waschen? Wann fischt man?
    [Man fischt hauptsächlich nachts. Die beschriebenen Netze in Lk 5,2 sind Wurfnetze (sieht man nur am griechischen Wort), die man nur tagsüber im seichten Wasser benutzt. Sie haben also bei Nacht und dann auch noch bei Tag gefischt = viel Arbeit & wenig Ertrag!]
  • Wie war wohl die Gemütslage der Fischer?
    [ermüdet, enttäuscht, abgemüht, machtlos]

Anwendungsfragen:

  • Bei was fühlen wir uns enttäuscht und/oder machtlos?
  • Zu was führt es, wenn man sich ganz klein und unbedeutend fühlt? Nennt konkrete Auswirkungen und Verhaltensweisen.

1. Jesus erfasst die Situation, connected und beginnt zu lehren (V. 1-3)

Beobachtungsfragen:

  • Wer ist gerade mit was beschäftigt?
    [Menschen auf Jesus fokussiert; Petrus & Co auf ihren Job/Alltag.]
  • Wie nimmt Jesus mit Petrus Kontakt auf?
    [Er bittet ihn um einen Gefallen, nachdem er einfach „frech“ eingestiegen ist = er begegnet ihm in seiner Welt (Fischfang/Boote)]

Verständnisfragen:

  • Was bedeutet es, dass Jesus sich hinsetzt?
    [Das Hinsetzen bedeutete damals, dass ein Lehrer/Rabbi zu lehren beginnt.]

Anwendungsfrage:

  • Wie und wo werden Menschen heute auf Jesus/Gott aufmerksam?
    [neben christlichen Angeboten, also Gemeinde, Reliunterricht usw. → im Alltag! Im „Zufall“!]
  • Wie wurdest du auf Jesus aufmerksam?

2. Jesus führt den eigentlichen Plan durch (V. 4-7)

Jesus stellt eine merkwürdige Forderung, die für einen Fischer sicherlich keinen Sinn macht. Trotzdem vertraut Petrus Jesus und führt sie durch.

Beobachtungsfrage:

  • Was fordert Jesus von Petrus?
    [auf die TIEFE des Sees zu fahren und zu fischen]
  • Mit welchem Titel spricht Petrus Jesus an?
    [„Meister“ = ein Zeichen von Ansehen. Jesus wurde als Rabbi/Rabbuni bezeichnet, obwohl er kein ‚Studium‘ hatte, was eigentlich Voraussetzung dafür ist. Also: Das Einsteigen war doch nicht unbedingt ‚frech‘, sondern vielleicht sogar eine Ehre für Petrus.]
  • Was muss Petrus darüber gedacht haben, ausgehend von seiner Antwort?
    [Als Fischer weiß Petrus besser Bescheid über sein Handwerk und dass es keinen Sinn macht, dies bei Tag zu tun.]

Verständnisfrage:

  • Wieso stellt Jesus eine so (damals) merkwürdige Forderung, gerade an einen Fischer?
    [Er spricht ihn in seiner Lebenswelt an. Jesus erklärt auf Augenhöhe.]
  • Was geht wohl in Petrus vor? Wieso tut er trotzdem, was in seinen Augen keinen Sinn macht?
    [Vertrauen; hohes Ansehen eines Rabbi damals; er braucht Fische für seinen Lebensunterhalt!]

Mit offenem Zweifel tut Petrus das Geforderte, während er gleichzeitig Jesus als Meister anerkennt und ihm durch das Gehorchen Respekt entgegenbringt.

Beobachtungsfrage:

  • Was passiert, als sie die Netze in die Tiefe gelassen haben? Wie lange dauert es?

Verständnisfrage:

  • Worin liegt eigentlich das Wunder hier?
    [Jesus wusste, wo viele Fische sind und/oder sorgt dafür, dass Fische hochkommen. Bei Tag ist so ein Fang kaum möglich! Das ist gegen die „Norm“ → passiert öfters mit Jesus!]

Anwendungsfrage:

  • Wo kann Gott heute die Erwartungen sprengen?
  • Wurdest du schon einmal von Gott überrascht?
  • Welcher Lebensbereich ist dein Expertengebiet?

3. Petrus erkennt Jesus als Gott und dabei auch sich selbst (V. 8-10a)

Nun richtet sich Petrus ab von dem Handwerk und hin zu Jesus. Er fällt zu Jesu Knien und hat eine lebensverändernde Erkenntnis.

Beobachtungsfragen:

  • Wie reagieren die Außenstehenden auf den Fang?
  • Wo befinden sie sich eigentlich gerade? Wo war Jesus die ganze Zeit?
  • Wie fühlt sich Petrus gerade? Was machen die anderen?

Verständnisfragen:

  • Was ist Jesus, wenn er das Gegenteil vom ‚Sünder‘ Petrus ist?
    [heilig = abgesondert/andersartig; göttliches Wesen; Gott]
  • Was genau meint er mit „sündiger Mensch“? Was wird Petrus klar?
    [nicht nur Schuld; auch Entblößung/Scham, und Angst. Weil durch Jesu Göttlichkeit er selbst als Sünder entblößt wurde; Schuld + Scham + Angst: „Ich mache Fehler“ (Schuld) + „Ich bin ein Fehler“ (Scham) + „Ich werde vergehen vor Gott“ wie Jesaja & Co im Alten Testament (Angst/Furcht)]
  • Wieso macht Petrus sich so klein?
    [Seine Gefühle kommen an die Oberfläche. Er erkennt Jesu Größe.]

Anwendungsfrage:

  • Welchen der beiden Sätze hast du eher auf dem Herzen: „Ich mache Fehler“ (Schuld) ODER „Ich bin ein Fehler“/“Ich bin nicht gut genug“ (Scham) ?

4. Aus Erkenntnis & Gnade Jesu folgen Nachfolge & Berufung (V. 10-11)

Beobachtungsfrage:

  • Was antwortet Jesus?
  • Wer macht was? (Jesus, Petrus und die anderen Menschen)
    [Erkenntnis: trotz des großen Fangs, was Wohlstand bedeutet, lassen sie alles zurück.]

Verständnisfrage:

  • Zu was führt die Erkenntnis Petrus? [zu Gott; er folgt nach.]
  • Was bedeutet „Menschen fischen“?
    [Ein neuer Auftrag: Menschen für Gott gewinnen das Himmelreich wird in Matthäus 13,47 mit einem Fischernetz verglichen. Und: Jesus spricht mit Worten aus der Lebenswelt von Petrus.]
  • Wie geht Jesus mit dem gebrochenen Petrus um?
    [Er nimmt ihn an wie er ist; Er versöhnt ihn mit sich, also mit Gott!; Fürchte dich nicht: deckt Angst, Scham und Schuld zu. Auch Fehler aus der Vergangenheit. „Du gehörst jetzt dazu“. Will ihn sogar gebrauchen = Ehre, Gnade]

Anwendungsfrage:

  • Würdest du anders reagieren in der Situation? Falls ja, wie?
  • Lässt du Gedanken über dich selbst zu? Wer und wie bist du vor Gott?
  • Wie kannst du dich von/mit Gott versöhnen (lassen)?
    [mit ihm, mit dir selbst, mit Anderen → an Jesus glauben und ihn als Gott anerkennen = ihn über sich selbst setzen = Auswirkungen im Alltag]
  • Was steht vielen Leuten an dieser Stelle im Weg?

Zusammenfassung:

  • Jesus weiß genau wie und wo er Menschen begegnen muss.
  • Jesus ist Gottes Sohn/Gott und somit: sündlos, mächtig, mit Gott versöhnt
  • Durch Gnade kann man vor und mit ihm leben (Man fällt nicht zu Boden vor Furcht wie im AT)

Möglichkeit zum Gebet/Challenge:
Stille – Gedanken über dich selbst zulassen – Wer und wie bist du vor Gott?
Versöhnt mit IHM nun mit IHM reden.

  • Autor: Robin Zimmerman, Jugendreferent
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg