Jesus glaubwürdig bezeugen – auch unter DruckJesus glaubwürdig bezeugen – auch unter Druck

Einheit: Jesus glaubwürdig bezeugen – auch unter Druck

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung, Schulung
Redaktion: echt.
Benötigtes Material: Lied "Die Behauptung"
Bibelstelle: Apostelgeschichte 24,1-21
Apostelgeschichte 24,1-24,21

24

Vor dem Statthalter Felix

1Nach fünf Tagen kam der Hohepriester Hananias mit einigen Ältesten und dem Anwalt Tertullus herab; die erschienen vor dem Statthalter gegen Paulus. 2Als der aber herbeigerufen worden war, fing Tertullus an, ihn anzuklagen, und sprach: Dass wir in großem Frieden leben unter dir und dass sich für dieses Volk vieles gebessert hat durch deine Fürsorge, 3das erkennen wir allezeit und allenthalben mit aller Dankbarkeit an, hochgeehrter Felix. 4Damit ich dich aber nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wollest uns kurz anhören in deiner Güte. 5Wir haben erkannt, dass dieser Mann schädlich ist und dass er Aufruhr erregt unter allen Juden auf dem ganzen Erdkreis und dass er ein Anführer der Sekte der Nazoräer ist. 6Er hat auch versucht, den Tempel zu entweihen. Ihn haben wir ergriffen. 8Wenn du ihn verhörst, kannst du selbst das alles von ihm erkunden, wessen wir ihn verklagen. 9Auch die Juden bekräftigten das und sagten, es verhielte sich so.

10Paulus aber antwortete, als ihm der Statthalter winkte zu reden: Weil ich weiß, dass du in diesem Volk nun viele Jahre Richter bist, will ich meine Sache unerschrocken verteidigen. 11Du kannst feststellen, dass ich nicht mehr als zwölf Tage hatte, seit ich nach Jerusalem hinaufzog, um anzubeten. 12Und sie haben mich weder im Tempel noch in den Synagogen noch in der Stadt dabei gefunden, wie ich mit jemandem gestritten oder einen Aufruhr im Volk gemacht hätte. 13Sie können dir auch nicht beweisen, wessen sie mich jetzt verklagen. 14Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott meiner Väter so diene, dass ich allem glaube, was geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten. 15Ich habe die Hoffnung zu Gott, die auch sie selbst haben, nämlich dass es eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten geben wird. 16Darin übe ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen.

17Nach mehreren Jahren aber bin ich gekommen, um Almosen für mein Volk zu überbringen und zu opfern. 18Als ich mich im Tempel reinigte, ohne viel Volks und Aufruhr, fanden mich dabei 19einige Juden aus der Provinz Asia. Die sollten jetzt hier sein vor dir und mich verklagen, wenn sie etwas gegen mich hätten. 20Oder lass diese hier selbst sagen, was für ein Unrecht sie gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rat stand; 21es sei denn dies eine Wort, das ich rief, als ich unter ihnen stand: Um der Auferstehung der Toten willen werde ich von euch heute angeklagt.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Paulus bezeugt Jesus vor Gericht unerschrocken und mutig. Jörg Raddatz betrachtet die Bibelstelle und entwirft eine Bibelarbeit dazu. Zwar kommt man in Deutschland für Glaubensüberzeugungen in der Regel nicht vor Gericht, doch gibt es immer wieder Situationen, in denen Christen für ihren Glauben Anfeindungen ausgesetzt sind. Für solche Situationen empfiehlt Raddatz Gelassenheit und Mut, v.a. sich nicht persönlich angegriffen zu fühlen, sondern zuzuhören und Gott zu vertrauen.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Paulus muss in der dritten von insgesamt fünf verschiedenen Gerichtsverhandlungen (Apg 21–25) Rede und Antwort stehen. Mal sind es öffentliche Foren, mal religiöse, mal staatliche Organe.

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2. Bedeutung für heute

Die spezielle Situation des Paulus scheint weit weg zu sein von unserem Alltag. Für den eigenen Glauben vor Gerichte gezerrt zu werden, ist in Deutschland – Gott sei Dank – unüblich. Aber wahrscheinlich hat das jeder schon erlebt: Angriffe auf eigene Verhaltensweisen und Positionen, heftige Kritik, das Gefühl ausgeliefert zu sein, die Ohnmacht, wenn ungerechtfertigte Vorwürfe im Raum stehen. Opfer von Gerüchteküche und Hasstiraden können ein Lied davon singen, was es heißt, im „Rampenlicht der Anklage“ zu stehen.

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3.1 Einstieg

Meinungslinie a/b: Alle stellen sich in einer Reihe hintereinander auf und treten jeweils nach rechts oder nach links raus – je nachdem, wie die Antwort passt (das muss der Leiter jeweils genau anzeigen):

  • Hass-Spam müssten stärker verfolgt und geahndet werden – ja / nein
  • Ich mag gern vor vielen Leuten reden / nicht so gern
  • Ich wurde schon mal zu Unrecht angegriffen – ja / nein
  • Ich bin eher nachgiebig / ich bin eher standhaft
  • Mit Kritik kann ich gut umgehen – ja / nein

(…)

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  • Autor / Autorin: Jörg Raddatz
  • © Deutscher EC-Verband