Jesus hilft – aber wie?Jesus hilft – aber wie?

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Einheit: Jesus hilft – aber wie?

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Corona Spezial, Gruppenstunde, virtuell / digital
Heft: der Steigbügel
Benötigtes Material:
Bibelstelle: Johannes 4,3-20
  • DIE GUTE NACHRICHT NACH JOHANNES (Johannes-Evangelium) (Joh 4,3-20)

3 Deshalb verließ Jesus Judäa* und ging zurück nach Galiläa*.

4 Dabei musste er durch Samarien* ziehen.

5 Unterwegs kam er in die Nähe des Dorfes Sychar, das nicht weit von dem Feld entfernt liegt, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte.

6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war von dem langen Weg müde geworden und setzte sich an den Brunnen. Es war gegen Mittag.

7 Da kam eine samaritische Frau zum Wasserholen. Jesus sagte zu ihr: »Gib mir einen Schluck Wasser!«

8 Seine Jünger waren ins Dorf gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.

9 Die Frau antwortete: »Du bist ein Jude und ich bin eine Samariterin. Wie kannst du mich da um etwas zu trinken bitten?« – Die Juden vermeiden nämlich jeden Umgang mit Samaritern*.

10 Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, was Gott den Menschen schenken will und wer es ist, der dich jetzt um Wasser bittet, dann hättest du ihn um Wasser gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.«

11 »Herr, du hast doch keinen Eimer«, sagte die Frau, »und der Brunnen ist tief. Woher willst du dann das lebendige Wasser haben?

12 Unser Stammvater Jakob hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst, seine Söhne und seine ganze Herde tranken daraus. Du willst doch nicht sagen, dass du mehr bist als Jakob?«

13 Jesus antwortete: »Wer dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig.

14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie mehr Durst haben. Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben weitersprudelt.«

15 »Herr, gib mir von diesem Wasser«, bat die Frau, »dann werde ich keinen Durst mehr haben und muss nicht mehr hierher kommen, um Wasser zu schöpfen.«

16 Jesus sagte zu ihr: »Geh und bring deinen Mann her!«

17 »Ich habe keinen Mann«, sagte die Frau.

Jesus erwiderte: »Es stimmt, wenn du sagst: 'Ich habe keinen Mann.'

18 Fünfmal warst du verheiratet, und der, mit dem du jetzt zusammenlebst, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.«

19 »Herr, ich sehe, du bist ein Prophet*«, sagte die Frau.

20 »Unsere Vorfahren verehrten Gott auf diesem Berg. Ihr Juden dagegen behauptet, dass Jerusalem der Ort ist, an dem Gott verehrt werden will.«

Bibelgespräch – Die Frau am Brunnen

Tutorial: Mit dem Bibelgespräch hast du einen Leitfaden, um eine Gruppe mithilfe von konkreten Fragen durch einen Bibeltext zu leiten. In den eckigen Klammern stehen (mögliche) Antworten auf die Frage, als Stütze für dich und um spannende Hintergrundinfos geben zu können. Du wirst bemerken, dass die Fragen so gestellt sind, dass bei den Teilnehmenden Denkprozesse angestoßen werden.

Du wirst entdecken, dass es verschiedene Arten von Fragen gibt:

  • Beobachtungsfragen – die Antworten stecken direkt im Text und helfen, diesen genau zu lesen und die Situation zu verstehen.
  • Verständnisfragen – hier werden die Teilnehmenden gefordert. Was könnte eine Passage bedeuten? Sie können eigene Gedanken äußern und versuchen zu deuten. Du kannst stets mit den Antworten nachhelfen.
  • Anwendungsfragen – hier wird der Text aufs Heute übertragen, wo es oftmals kein richtig oder falsch gibt.

Es empfiehlt sich, wenn du die Fragen kurz im Voraus durchgehst. Je nach Gesprächsverlauf kannst du spontan manche Fragen weglassen oder andere stärker betonen. Nur du kennst das Skript und es dient DIR!


Einstieg:

Kannst du dir vorstellen wie Jesus heutzutage Menschen helfen kann? Was braucht man als Mensch eigentlich? Mitschüler, Arbeitskollegen, der Freund, das Familienmitglied … oder einfach Du. Wie würde Jesus wohl auf die Person zugehen und mit ihr sprechen, sogar wenn sie gar nicht denkt, dass sie etwas braucht?

Wie würde Jesus wohl vorgehen?

Das Thema: Ein Mensch verliert sich selbst und gewinnt alles

Heute: Johannes 4,1-20Wer liest den Text? Oder – wer möchte, liest einen Abschnitt.

Beobachtungsfragen:

  • Wer beschreibt einmal den Ort an den Jesus kommt?
  • Was spielt dieser Ort für eine Rolle zu dieser Zeit?
    [Es war zum einen ein geschichtsträchtiger Brunnen, da er von Jakob gebaut wurde, und zum anderen war er überlebenswichtig für ein Dorf / einen Ort. Jeden Tag kamen hier die Frauen früh morgens oder abends zusammen, um Wasser zu holen.]
  • Wem begegnet Jesus dort?

Verständnisfragen:

  • Was bedeutet es, dass die Frau gerade um die sechste Stunde des Tages kommt, um Wasser zu schöpfen?
    [Sechste Stunde = 12 Uhr mittags. Zur heißesten Zeit des Tages geht nur jemand Wasser holen, der dem Kontakt mit Menschen aus dem Weg geht.]
  • Was könnte der Grund dafür sein?
    [Sie sucht die Einsamkeit. Sie empfindet Scham und/oder Schuld. Sie wird verachtet.]

Anwendungsfragen:

  • Wo vermeiden wir den Kontakt zu anderen Menschen?
  • Zu welchen Verhaltensweisen kann Scham und Einsamkeit heute führen? Nennt konkrete Situationen.
    [Ein eigenes Beispiel hilft an dieser Stelle sehr!]

1. Jesus sieht den Menschen und macht den ersten Schritt (V. 7-9)

Beobachtungsfragen:

  • Wie macht Jesus auf sich aufmerksam?
    [Er stellt eine Bitte, anstatt ein Hallo o. Ä.]
  • Mit welcher Haltung reagiert die Frau auf Jesu Bitte?
    [Sie zeigt Jesus wie verdutzt sie ist, weil Jesus etwas sehr Ungewöhnliches macht. 1. Männer haben nicht einfach so Frauen angesprochen. 2. Juden und Leute aus Samarien waren verstritten.]

Anwendungsfrage:

  • Wie werden Menschen heute auf Jesus aufmerksam?
  • Wie wurdest du auf Jesus aufmerksam? [Ein eigenes Beispiel ist hier wieder gut!]

2. Jesus hat etwas zu geben (V. 10-12)

Jesus sieht das innere Verlangen der Frau und weiß, dass sie Rettung braucht. Doch Jesus offenbart sich ihr nicht einfach, sondern geht Schritt für Schritt vor.

Beobachtungsfrage:

  • Welche Informationen über sich selbst gibt Jesus nun preis?
    [Er ist ein besonderer Mann. Er hat etwas Besonderes zu geben.]
  • Was muss die Frau wohl über Jesus gedacht haben, ausgehend von ihrer Antwort?
    [Sie macht ihn lächerlich. Sie geht nicht davon aus, dass er etwas hat. Noch nicht offen/bereit]

Verständnisfrage:

  • Was denkt ihr, wieso Jesus gerade das Bild vom Wasser verwendet?
    [Es ist genau das, was sie braucht und gleichzeitig das, was ihr täglich ihren Schmerz zeigt.]
  • Auf was ist die Sicht der Frau beschränkt? Beschreibe dazu im Vergleich die Sicht Jesu.
    [Sie denkt, es geht wirklich um Wasser. Jesus spricht aber von einem Leben mit Gott und was man dadurch bekommt.]

Misstrauisch reagiert die Frau auf die Information, dass dieser Mann angeblich etwas zu geben hätte. Auch heute wissen viele Menschen von Jesus, doch dabei bleibt es zumeist.

Die Frau beginnt zu verstehen (V. 13-14)

Beobachtungsfrage:

  • Mit welcher Anrede spricht sie Jesus nun an? [Herr]
  • Was könnte das bedeuten? [erahnt etwas von Jesu Größe]

Verständnisfrage:

  • Wie schafft es Jesus, dass die Frau plötzlich fest entschlossen zur Bittenden wird?
    [Sie sieht eine Chance, wie sie nie wieder zum Brunnen muss = sich nie wieder der Scham und der Blicke der Menschen aussetzen.]
  • Was steckt eigentlich hinter dieser Aussage Jesu?
    [Wasser bezeichnet das Bedürfnis, die Sehnsucht des Menschen]

Betrachtet die Antwort der Frau (V. 15)

  • Welchen Ausweg erhofft sie sich durch ein nie versiegendes Wasser?
    [Sich nie wieder der Scham, der Blicke anderer, ihrer Vergangenheit aussetzen zu müssen]

Er weiß also um ihre Sehnsüchte/Ängste/Scham, und setzt dort an.

Anwendungsfrage:

  • Wie könnte Jesus dieses Angebot für dich formulieren?

Mögliches Angebot: Lasst uns solch ein Angebot für eine Person einer heutigen Situation formulieren.

3. Jesus will das Innerste des Menschen (V. 16-20)

Nun ist die Frau offen für Jesu Botschaft. Besteht eine Offenheit beim Menschen, kann Jesus weiter vorangehen.

Beobachtungsfragen:

  • Zu was fordert Jesus sie nun auf? Warum tut er das?
    [hole deinen Mann]
  • Was denkt ihr, wie der Gesichtsausdruck/die Körperhaltung der Frau in diesem Moment wohl ausgesehen haben muss?

Verständnisfragen:

  • Womit konfrontiert Jesus sie dadurch?
    [Scham, Jammer, Traurigkeit, ganze Begierde/Sehnsucht/Verletzung Schuld durch Ehebruch]
  • Wieso geht Jesus noch einen Schritt weiter, obwohl die Frau schon auf Jesu Wort hören möchte, ihn bittet und sich danach sehnt?
    [Er will das Innerste! Wesen der Gottesbeziehung ist Intimität, also Offenheit, Ehrlichkeit, Nähe, Verletzlichkeit. Es geht ihm um wirkliche Heilung, nicht nur um Quick-Fix-Lösungen, anstatt nur zu verhindern, dass sie nicht mehr zum Brunnen muss.]

Jesus will retten; das Innerste der Menschen; und wahre Anbeter.

Direkt im Anschluss stellt sie Jesus eine Frage (V. 20)

Verständnisfrage:

  • Zu was führt die Sündenerkenntnis die Frau?
    [zu Gott; Sie denkt plötzlich darüber nach, wie sie mit Gott Kontakt aufnehmen kann]

Anwendungsfrage:

  • Wie können wir Menschen dazu verhelfen, ohne penetrant oder verletzend zu sein?
    [z.B. aus dem eigenen Leben erzählen, Erfahrungen, Erlebnisse, und DANN Wahrheiten aus der Bibel]
  • Gibst du Jesus täglich dein Innerstes? (kurze Stille, muss nicht laut beantwortet werden).
  • Gibt es etwas, das mir im Weg steht, um (wieder) wahrhaftig anbeten zu können?

Lest zum Abschluss noch bis V. 29

Beobachtungsfrage:

  • Was hat sich im Bezug auf den Kontakt zu Menschen verändert, verglichen zum Anfang der Begegnung?
    [Die Frau verspürt keine Scham mehr! Im Gegenteil: Sie geht ZU den Menschen und sucht den Kontakt.]

Beobachtungs- und Verständnisfrage:

  • Was lässt die Frau nun am Brunnen zurück? Welche symbolische Bedeutung könnten wir darin erkennen?
    [Den Eimer! Sie geht als veränderter Mensch weg. Sie wurde befreit von ihrem täglichen Schmerz. Sie hat etwas Neues in Gott gefunden und Altes verlassen.]

Zusammenfassung:

  • Wiederholung des Themas
  • Ermutigung, sich Zeit zu nehmen und Gott mehr von seinem Innersten anzuvertrauen; Erfahrungen zu notieren, auch die Auswirkungen

Gebet:  Stille, Anbetung, Dank

  • Autor: Robin Zimmerman, Jugendreferent
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg