Jetzt mal echt – aufräumen mit falschen GottesbildernJetzt mal echt – aufräumen mit falschen Gottesbildern

Einheit: Jetzt mal echt – aufräumen mit falschen Gottesbildern

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-75 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigtes Material: Papier und Stift (je TN)
Bibelstelle: Prediger 3,1-15
Prediger 3,1-3,15

3

Alles hat seine Zeit

1Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; 3töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; 4weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; 5Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; 6suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; 7zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

9Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.

10Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. 11Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. 12Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 13Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

14Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll. 15Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Daniel Ketzer erläutert zunächst den Hintergrund des Textes mit einem Schwerpunkt auf dem Tun-Ergehens-Zusammenhang. Anschließend fasst er den Text kurz in seinen wichtigsten Aussagen zusammen. Die Bedeutung des Textes heute mündet in die Erkenntnis: Leben funktioniert nicht in einem System, das wir durchschauen.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Der Schreiber des Predigerbuches hinterfragt die „Weisheit“ zur Zeit des Alten Testamentes. Unter eben dieser verstand man das Durchschauen und Bewältigen der Natur und des menschlichen Zusammenlebens.

  • Gibt es Gesetzmäßigkeiten, die Gott in seine Schöpfung gelegt hat und kann man sie erkennen?
  • Wie handelt Gott?
  • Gibt es ein wiedererkennbares Muster seines Handelns und des Lebens?

Die Weisheit und der Glaube an Gott waren für Israel – anders als für seine Nachbarvölker – nicht voneinander zu trennen.

Der Schreiber des Buches steht dem Tun-Ergehen-Zusammenhang, der für die Zeit ganz typisch war, mit Skepsis gegenüber. Tun-Ergehen-Zusammenhang bedeutet, dass Gott mir ein gutes Leben (im Hier und Heute) garantiert, wenn ich seinen Willen tue. Umgekehrt ist meine Sünde Ursache für alles Schlechte, das mir im Leben (im Hier und Heute) widerfährt.

Der Prediger stellt in seinem Leben fest, dass er das so nicht erlebt. Er war in seinem Leben darauf aus, weise zu werden. Er war in seinem Leben darauf aus, einfach nur zu genießen, alles mitzunehmen, was ging. Doch es verschaffte ihm keine Befriedigung. Im Gegenteil: Er erkennt, dass alles endlich und letztlich nicht bedeutend ist.

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  • Autor / Autorin: Daniel Ketzer
  • © Deutscher EC-Verband