Juden und HeidenJuden und Heiden

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Einheit: Juden und Heiden

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 40-50 Min. (Vorbereitung: 50-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: JUMAT
Benötigte Materialien: Bilder (von Mauern), Becher, Wasserspritzpistole, Schuhkarton(s), Papier, Schere(n), Stift(e), Kleber, Bausteine
Bibelstelle: Apostelgeschichte 10,1-48
Apostelgeschichte 10,1-10,48

10

Der Hauptmann Kornelius

1Es war aber ein Mann in CĂ€sarea mit Namen Kornelius, ein Hauptmann der Kohorte, die die Italische genannt wurde. 2Der war fromm und gottesfĂŒrchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete immer zu Gott. 3Der hatte eine Erscheinung um die neunte Stunde am Tage und sah deutlich einen Engel Gottes bei sich eintreten; der sprach zu ihm: Kornelius! 4Er aber sah ihn an, erschrak und fragte: Herr, was ist? Der sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind gekommen vor Gott, dass er ihrer gedenkt. 5Und nun sende MĂ€nner nach Joppe und lass holen Simon mit dem Beinamen Petrus. 6Der ist zu Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt. 7Und als der Engel, der mit ihm redete, hinweggegangen war, rief Kornelius zwei seiner Knechte und einen frommen Soldaten von denen, die ihm dienten, 8und erzĂ€hlte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.

9Am nĂ€chsten Tag, als diese auf dem Wege waren und in die NĂ€he der Stadt kamen, stieg Petrus auf das Dach, zu beten um die sechste Stunde. 10Und als er hungrig wurde, wollte er essen. WĂ€hrend sie ihm aber etwas zubereiteten, kam eine VerzĂŒckung ĂŒber ihn, 11und er sah den Himmel aufgetan und ein GefĂ€ĂŸ herabkommen wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde. 12Darin waren allerlei vierfĂŒĂŸige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. 13Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! 14Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines und Unreines gegessen. 15Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein. 16Und das geschah dreimal; und alsbald wurde das GefĂ€ĂŸ wieder hinaufgenommen gen Himmel.

17Als aber Petrus noch ratlos war, was die Erscheinung bedeute, die er gesehen hatte, siehe, da fragten die MĂ€nner, von Kornelius gesandt, nach dem Haus Simons und standen schon an der TĂŒr, 18riefen und fragten, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast wĂ€re. 19WĂ€hrend aber Petrus nachsann ĂŒber die Erscheinung, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei MĂ€nner suchen dich; 20so steh auf, steig hinab und geh mit ihnen und zweifle nicht, denn ich habe sie gesandt.

21Da stieg Petrus hinab zu den MĂ€nnern und sprach: Siehe, ich bin’s, den ihr sucht; aus welchem Grund seid ihr hier? 22Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfĂŒrchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden, hat einen Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast. 23Da rief er sie herein und beherbergte sie.

Am nĂ€chsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige BrĂŒder aus Joppe gingen mit ihm. 24Und am folgenden Tag kam er nach CĂ€sarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nĂ€chsten Freunde zusammengerufen. 25Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu FĂŒĂŸen und betete ihn an. 26Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch. 27Und wĂ€hrend er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. 28Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jĂŒdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. 29Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.

30Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand 31und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. 32So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. 33Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.

34Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; 35sondern in jedem Volk, wer ihn fĂŒrchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm. 36Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkĂŒndigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr ĂŒber alles.

37Ihr wisst, was in ganz JudĂ€a geschehen ist, angefangen von GalilĂ€a nach der Taufe, die Johannes predigte, 38wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm. 39Und wir sind Zeugen fĂŒr alles, was er getan hat im jĂŒdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehĂ€ngt und getötet. 40Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, 41nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwĂ€hlten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. 42Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten. 43Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der SĂŒnden empfangen sollen.

44Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. 45Und die glÀubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde; 46denn sie hörten, dass sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: 47Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir? 48Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, dass er noch einige Tage dabliebe.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen Petrus und Kornelius. Sie leben in unterschiedlichen Lebenswelten und sie wie durch eine unsichtbare Mauer getrennt. Durch das Eingreifen Gottes gelingt es, diese mauern zu durchbrechen. Das ist auch noch eine Aufgabe fĂŒr unsere heutige Zeit.


Vorschau:

HinfĂŒhrung
Idee 1: GesprĂ€ch ĂŒber Mauern
Wir unterhalten uns ĂŒber Mauern. Wo haben wir solche schon einmal gesehen? Die Kinder zĂ€hlen alles auf. HĂ€user, Schutzmauern, Stadtmauern können Antworten sein. BerĂŒhmte Mauern sind: Klagemauer in Jerusalem, Berliner Mauer, Chinesische Mauer, Hadrianswall.

VerkĂŒndigung
ErzÀhlung mit Schuhkartons und Papierfiguren
Die Kinder sitzen im Kreis. Mit den Schuhkartons teilen wir den Kreis in zwei HĂ€lften. Die wichtigsten Figuren schneiden wir aus farbigem Papier aus. Alle Figuren, die zu Kornelius gehören, sind in einer Farbe, alle, die zu Petrus gehören, in einer anderen Farbe. Es reicht, wenn die Umrisse der Figuren ausgeschnitten werden. Wir brauchen außerdem noch genĂŒgend Sprechblasen, die vorbereitet werden mĂŒssen.
(Figur Kornelius hinlegen, eine Sprechblase mit Fragezeichen hinlegen)
„Was soll ich tun?“ GrĂŒbelnd sieht Kornelius aus dem Fenster. Es gibt ziemlich viele Probleme in seinem Leben. Zu Hause war er in Rom, aber als römischer Hauptmann lebte er in CĂ€sarea. Es ist nicht einfach, in einem fremden Land mit einer anderen Kultur zu leben. Die Menschen hier mochten die Römer nicht, aber auch die Römer hatten Vorurteile. Das war bei ihm nicht das Problem, ihn mochten sie. Hier hat er das erste Mal von diesem neuen Glauben gehört. Je mehr er davon mitbekam, desto besser fand er es. Er glaubte an diesen Gott. Seine ganze Familie und seine Sklaven hatten diesen neuen Glauben angenommen. Aber trotzdem fehlte irgendetwas. Kornelius seufzte. Er hatte eine Menge Fragen. Aber es war niemand war da, der ihm weiterhelfen konnte. Die jĂŒdischen Mitbewohner wĂŒrden nie zu ihm kommen, das verbot ihnen ihre Religion. RegelmĂ€ĂŸig betete Kornelius, auch heute.
Aber was war das, das gab es doch nicht, wer stand in seinem Zimmer und sprach ihn mit seinem Namen an? (Figur hinlegen mit Sprechblase, „Hol Petrus“) Erschrocken blickte Kornelius die Gestalt an.

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  • Autor / Autorin: Angelika Ehmann
  • © Deutscher EC-Verband

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