Kaputtes Vaterbild / Gott als Vater: eigenes Vaterbild reflektieren im Vergleich zu den Eigenschaften GottesKaputtes Vaterbild / Gott als Vater: eigenes Vaterbild reflektieren im Vergleich zu den Eigenschaften Gottes

Einheit: Kaputtes Vaterbild / Gott als Vater: eigenes Vaterbild reflektieren im Vergleich zu den Eigenschaften Gottes

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 1 Bluetooth - Lautsprecher, 1 Laptop, 1 Beamer, Zettel (für Teilnehmenden), Bibel(n) (eine pro Teilnehmende/n),
Bibelstelle: Epheser 3,14-21

Gottes Vaterliebe ist bedingungslos, befreiend und verändernd. Kein menschlicher Vater kann je solche Liebe ausleben. Bei Menschen, die mit väterlichen Persönlichkeiten in ihrer Kindheit Schreckliches erlebt haben, kann die Anrede Gottes als „Vater“ traumatische Erinnerungen wecken. Umso wichtiger ist es, deutlich zu machen, dass die Gott-Vater-Liebe eine qualitativ andere Liebe ist.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Viele Teens wachsen in bedrückenden Familienverhältnissen auf und erleben verschiedene Arten von Gewalt, Verletzungen und Enttäuschungen. Die tiefgreifenden Auswirkungen sind nicht von der Hand zu weisen. Das betrifft auch das Vaterbild, was teilweise Beklemmung, Angst und Misstrauen weckt. Hier gilt es, äußerst sensibel mit der Thematik umzugehen. Für Teens aus behüteten Familien kann hierdurch deutlich gemacht werden, dass sie ein Geschenk erleben und dass die Vaterliebe Gottes eine andere ist als von ihrem irdischen Vater.

2. Zielgedanke

Besonders den Teens, die ein kaputtes Vaterbild haben, ist deutlich zu machen, dass es einen großen Unterschied zu ihrem erlebten Vaterbild und dem Vaterbild Gottes gibt und welche Liebe, Rettung und Heilung in ihr liegt, die ihr Leben von Grund auf verändern kann. Gottes Vaterliebe ist prinzipiell anders als jede Liebe von einem Menschen.

3. Einführung inkl. Exegese

Wir sind zutiefst geprägt durch die Beziehungen und Begegnungen unserer Kindheit. Dadurch trägt auch unser Bild von Gott als Vater allzu leicht die Züge unserer menschlichen Väter. Unsere Erfahrung menschlicher Liebe, die zwar unvollkommen, aber sichtbar ist, wird dabei zum Bild und Gleichnis für die Liebe Gottes, die zwar unsichtbar, aber vollkommen ist. Wenn unsere Väter Liebe und Zuwendung gegeben haben, dann kann das dazu verhelfen, zentrale Inhalte des Glaubens besser zu verstehen und leichter nachzuvollziehen. Wenn wir jedoch unsere Väter vorrangig als bedrohend, einschränkend und ablehnend erlebt haben, sieht das anders aus.

In Epheser 3,14-21 ist die Rede vom „rechten Vater“, d. h. von dem Vater, von dem alle Vaterschaft benannt wird und in dem alle Vaterschaft ihren Maßstab hat.

Im griechischen Text steht in Vers 15 ein Wortspiel, das im Deutschen schwer wiederzugeben ist: „… vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft im himmlischen Bereich und auf Erden benannt wird.“ Wenn es stimmt, dass nur einer im umfassenden und letztgültigen Sinne die Bezeichnung „Vater“ verdient, nämlich der Schöpfer von allem, was im Himmel und auf der Erde ist, dann sollten wir unsere Denkrichtung bei der Rede von der „Vaterschaft“ eigentlich umkehren.

Gott ist nicht wie unsere irdischen Väter, sondern er ist grundsätzlich anders! Notwendig ist das Erkennen des Andersseins Gottes, besondere auch für diejenigen, die sich bisher in ihrem Gottesbild ganz fest an Menschen orientierten.

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  • Autor / Autorin: Johanna Wengenroth
  • © Deutscher EC-Verband