Karfreitag – umsonst? Ein Stundenentwurf – nicht nur an KarfreitagKarfreitag – umsonst? Ein Stundenentwurf – nicht nur an Karfreitag

Einheit: Karfreitag – umsonst? Ein Stundenentwurf – nicht nur an Karfreitag

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-120 Min. (Vorbereitung: 10-30 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Markus 15,20-31
Markus 15,20-15,31

20Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine Kleider an.

Jesu Kreuzigung und Tod

Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten. 21Und zwangen einen, der vorüberging, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage. 22Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte. 23Und sie gaben ihm Myrrhe im Wein zu trinken; aber er nahm’s nicht.

24Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los darum, wer was bekommen sollte. 25Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 26Und es stand geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden. 27Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.

29Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, 30hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! 31Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Sabine Zoellner gibt einen Einblick, was Karfreitag, der Tod Jesu am Kreuz, für alle Beteiligten bedeutete. Sie geht auf das gewaltige Scheitern ein, das Karfreitag anscheinend war. Aus ihren Überlegungen leitet sie ab, dass klagen, zweifeln, weinen, schreien, trauern, wütend sein erlaubt ist. Richtig loben kann nur, wer Klage zulassen kann.


Vorschau:

Einblick

Alles umsonst? Es gab Momente in meinem Leben, da war ich völlig fassungslos. Es drängte sich mir das Gefühl auf, dass Gott einen Fehler gemacht haben musste. Obwohl ich das nicht glauben wollte, schienen alle Umstände das Gegenteil zu beweisen. Er MUSSTE doch jetzt eingreifen!

Tiefblick: Karfreitag damals (Mk 15,20-31)

Wie ging es denn den Jüngern und den Frauen, die dem Rabbi Jesus von Galiläa im Norden Israels bis ins südliche Jerusalem gefolgt waren? Sie hatten Träume, Hoffnungen, Zukunftsvorstellungen … Sie hatten Wunder erlebt; Menschen, die wieder sehen, gehen, sprechen können. Doch dann wird Jesus ans Kreuz geschlagen. Vermutlich hatten sie schon den ganzen Weg hin zum Kreuz auf ein Wunder gehofft. Jesus hatte doch die Macht so etwas zu tun…

Weitblick: Karfreitag heute

Christsein kann Momente beinhalten, die sich anfühlen wie eine völlige Gottverlassenheit. Es gibt Tage, die sich so dunkel anfühlen können wie ein Karfreitag, die uns wie Scheitern oder völlig umsonst vorkommen. Wir wissen heute, dass nach Karfreitag Ostern kam, aber trotzdem mussten die Jünger erst einmal Karfreitag ertragen. Angesichts von Momenten, die zum Verzweifeln verführen, bin ich froh, dass es Klagepsalmen, wie Psalm 22, gibt. Außerdem tröstet es mich, dass wir einen Gott haben, der mit uns mitleidet und unseren Schmerz kennt (Hebr. 4,14-16)…

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  • Autor / Autorin: Sabine Zoellner
  • © Deutscher EC-Verband