Komm so wie du bist!!! / Gemeinde fĂŒr alle Kulturen und sozialen SchichtenKomm so wie du bist!!! / Gemeinde fĂŒr alle Kulturen und sozialen Schichten

Einheit: Komm so wie du bist!!! / Gemeinde fĂŒr alle Kulturen und sozialen Schichten

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 1 Laptop, 1 Lautsprecher, 1 Beamer, Bibel(n),
Bibelstelle: Römer 15,7
Römer 15,7

Das gemeinsame Lob Gottes

7Daher bitte ich euch: Nehmt einander an,

so wie Christus euch angenommen hat,

damit die Herrlichkeit Gottes noch grĂ¶ĂŸer wird.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

1. Vorbemerkungen

Wenn eine Gruppe aus ganz bunt zusammengewĂŒrfelten Personen besteht, dann kann es manchmal echt herausfordernd werden. Dabei macht es keinen großen Unterschied, ob kulturelle PrĂ€gungen, sprachliche Barrieren oder völlig verschiedene Interessen der Grund fĂŒr die Unterschiedlichkeiten sind. Wenn einzelne Gruppenmitglieder sich mit dieser Situation ĂŒberfordert fĂŒhlen, setzen sie manchmal eine Maske auf und versuchen dadurch angenommen zu werden. Spannend, dass wir in der Bibel immer wieder lesen, wie unterschiedlich die Gruppen waren, mit denen Gott Geschichte geschrieben hat und welchen Wert der liebevolle Umgang untereinander hat.

2. Zielgedanke

Die unterschiedlichen Personen mit Gottes Augen sehen und sich dem gemeinsamen Ziel bewusst werden. Die einzelnen Gruppenmitglieder ermutigen, sich so zu geben wie sie sind und Masken abzulegen.

3. EinfĂŒhrung inkl. Exegese

Die Gemeinde in Rom befand sich wĂ€hrend der Abfassung des Briefes in einer spannenden Phase. Nachdem die Judenchristen das Gemeindeleben viele Jahre geprĂ€gt und großen Wert auf Gesetzlichkeiten gelegt hatten, wurden sie unter Kaiser Claudius vertrieben. Die zurĂŒckgebliebenen Heidenchristen hielten am Gemeindeleben fest und brachten ihre kulturellen Vorlieben in die Versammlungen mit ein. Sie selbst hatten nicht den Bezug zu jĂŒdischen Traditionen und sich deshalb bisher diesen Gegebenheiten nur angepasst, doch in dieser Umbruchsituation wird deutlich, dass ihr VerstĂ€ndnis von Gottesdienstgestaltung sich stark unterschied. Nachdem die Judenchristen einige Jahre spĂ€ter wieder nach Rom zurĂŒckkehren durften, erkannten sie ihre Gemeinde kaum wieder und die unterschiedlichen Vorstellungen fĂŒhrten zu Konflikten. Paulus tritt hier als Vermittler auf, er erinnert die Gemeinde daran, dass niemand ohne Gottes Gnade gerettet ist und gibt ihnen Anweisungen fĂŒr das Leben als Christ. Obwohl Paulus selbst Jude war und diese Position verstehen konnte, hatte Gott ihm eine neue Perspektive gegeben und sein Herz fĂŒr alle Völker geöffnet. In seiner Rolle als Vermittler versucht Paulus nicht einfach Kompromisse zu finden, sondern lenkt den Blick der gesamten Gemeinde auf das gemeinsame Fundament. Er fĂŒhrt ihnen vor Augen, wie Christus sie alle angenommen hat und wie er mit jedem Menschen umgegangen ist. Paulus erinnert sie an die Berichte, in denen Jesus die Menschen, die am Rand standen, wieder in eine Gemeinschaft integriert hat. Diese Liebe und dieses Verhalten geben Gott die Ehre. Sein Name wird bekannt, denn dieses Verhalten ist nicht gewöhnlich im Umgang miteinander und fĂ€llt dem Umfeld auf. So wie Jesus seine Freunde in Johannes 13,35 ermutigt, gilt diese Liebe untereinander auch in der Gemeinde in Rom und unseren christlichen Gruppen heute.

4. Einstieg

Als Einstieg eignet sich das Video Maskenball von Nightlight sehr gut. Dabei geht es um die Herausforderung, die das makellose Profil in sozialen Netzwerken mit sich bringt: In der RealitĂ€t können wir uns nicht nur von unserer besten Seite zeigen und haben Angst vor Ablehnung, wenn wir uns ungeschminkt ohne Maske zeigen. Ihr findet das Video unter https://vimeo.com/111280762 oder könnt es direkt bei www.nightlight.de als DVD bestellen. Fragt die Gruppe nach dem Video, aus welchen GrĂŒnden Menschen Masken tragen.

5. Hauptteil

Bildet zwei Gruppen und lasst sie in die Rollen der Juden- und Heidenchristen der römischen Gemeinde schlĂŒpfen. Alternativ könnt ihr auch einen aktuellen Diskussionspunkt aus eurer Gemeinde nehmen und die beiden Gruppen verschiedene Positionen einnehmen lassen. Im Anschluss sollte ein Austausch stattfinden, um LösungsvorschlĂ€ge zu finden. Nachdem die Gruppe ihre Ideen eingebracht hat, nehmt sie mit hinein in Römer 15,7.

6. Abschluss

Bereitet fĂŒr jedes Gruppenmitglied eine Karte mit seinem oder ihrem Namen vor und lasst jeden der Anwesenden aufschreiben, welche positiven Eigenschaften an dieser Person herausstechen. Alternativ oder zusĂ€tzlich könnt ihr auch Zettel mit den Namen der Gruppenmitglieder verteilen, damit sie im nĂ€chsten Monat fĂŒreinander beten oder sich solche ermutigenden Karten schreiben können. Wenn eure Gruppe sich damit eher schwertun sollte, könnt ihr auch gern verschiedene SegenswĂŒnsche und biblische Zusagen auslegen, aus denen sie wĂ€hlen können, welche sie der Person auf die Karte schreiben möchten.

Eine Variation – fĂŒr den Fall dass eure Gruppe intern eine feste Gemeinschaft ist und eher fĂŒr andere Gruppen (innerhalb oder außerhalb der Gemeinde) sensibilisiert werden sollte: Organisiert ein Grillfest und lasst die Gruppenmitglieder persönlich zu dieser Gelegenheit einladen. Bietet Grillgut zum Selbstkostenpreis an und gebt den Eingeladenen die Möglichkeit, eigene BeitrĂ€ge (Salate, Nachtisch o. Ä.) mitzubringen. Dieses Grillfest kann mit einem Volleyball- oder Fußballturnier verbunden werden. Durch gemeinsamen Sport und das Essen können sich alle Personen einbringen und einen Blick ĂŒber den eigenen Tellerrand bekommen.

Spielidee:

Material: Papier und Stifte
Ziel: persönlicher Austausch von Interessen

  1. Paare bilden
  2. Die Teilnehmer stellen zunĂ€chst fĂŒr sich alleine eine Liste von AktivitĂ€ten auf, die sie im Alltag betreiben.
  3. Danach zeichnet jeder einen Kreis, in dem er in „Kuchendiagramm“-Form die AktivitĂ€ten eintrĂ€gt. Die GrĂ¶ĂŸe der einzelnen „KuchenstĂŒcke“ soll dabei die Gewichtung der AktivitĂ€ten der Teilnehmer im Alltag widerspiegeln, d. h. die GrĂ¶ĂŸe der StĂŒcke soll etwas ĂŒber das VerhĂ€ltnis der einzelnen Bereiche zueinander aussagen.
  4. ZunÀchst erklÀrt jeder seinem Partner die eigene Torte.
  5. Jeweils zwei Paare setzen sich zusammen und jeder stellt jetzt nicht seine, sondern die Torte des Partners vor.

Auswertung:
Stehen gleiche oder Àhnliche Sachen bei mehreren an erster Stelle?
Welche Ergebnisse findet man erstaunlich, welche selbstverstÀndlich?
Wie empfindet jeder Einzelne das ErzÀhlen persönlicher Sachen?

  • Autor / Autorin: Gabi LĂ¶ĂŸlein
  • © Deutscher EC-Verband