Krieg und Frieden

Einheit | Gottesdienst-Entwurf
Einheit | Gottesdienst-Entwurf

Krieg und Frieden

Enthalten in:
Materialart: Gottesdienst-Entwurf
Zielgruppe: Familien
Einsatzgebiet: (Jugend-)Gottesdienst
Kategorie: Kirche-Kunterbunt
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: Kirche Kunterbunt
Zeitbedarf: 150-180 Min. (Vorbereitung: 60-90 Min.)
Anhänge:
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Willkommens-Zeit

Viele Gemeinden feiern im November einen Gedenkgottesdienst, um an die Opfer von Krieg
und Gewaltbereitschaft aller Nationen zu denken. Ein Gedenkgottesdienst ist also eine Gelegenheit, sich mit wichtigen Themen wie Krieg und Frieden und dem Gedenken auseinanderzusetzen und es gibt vieles, das Kinder und ihre Familien gemeinsam lernen und erfahren können. Der folgende Entwurf für eine Kirche Kunterbunt bietet einen Ablauf, in dem umsichtig und kreativ an dieses große Thema herangegangen werden kann.
Wahrscheinlich haben die meisten Familien einer durchschnittlichen Kirche Kunterbunt keine persönliche Kriegs-Erfahrung. Dennoch kann es sein, dass es ein paar ältere Menschen in eurer Kirche Kunterbunt gibt, die beispielsweise noch Kindheitserinnerungen an Bombardierungen o.ä. haben. Oder es kommen Kinder zu euch, von denen ein Elternteil in einem aktuellen Konflikt im Einsatz war oder noch ist. Oder es kommen geflüchtete Familien zu euch. Für sie alle kann diese Kirche Kunterbunt besonders ergreifend und emotional sein. Deshalb ist es wichtig, vorher zu recherchieren, ob es solche Personen in der Kirche Kunterbunt gibt, und mit ihnen darüber zu sprechen, ob und wie sie bei dieser Kirche Kunterbunt mitwirken möchten.
Abschließend ist es wichtig zu erklären, dass man trotz des sehr ernsten Themas fröhlich und spielerisch in die Kirche Kunterbunt startet. Manche fundamentalen Dinge lernen wir am besten, wenn wir dabei auch lachen dürfen und gemeinsam kreativ sind. Kinder benötigen die Hilfe unseres Zusammenseins um mit großen Fragen wie Leben und Tod, Krieg und Frieden zurechtzukommen. Dieser Entwurf ist darauf ausgelegt, gute Familiengespräche über diese Fragen zu ermöglichen.

Biblischer Hintergrund zur Vorbereitung
Woher kommt Streit, woher Krieg unter euch? Kommt’s nicht daher: aus euren Gelüsten, die da streiten in euren Gliedern? Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt. (Jakobus 4, 1-3 (LUT))
Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Matthäus 5, 9 (LUT))
Der Brief des Jakobus ist durch und durch praxisnah und durchdrungen von durch Gott inspiriertem gesunden Menschenverstand. Er weiß, wie schnell Menschen sich zerstreiten, und wie die menschliche Tendenz, den eigenen Willen durchsetzen zu wollen, schnell zu persönlichen Fehden und Rivalitäten innerhalb der Gesellschaft und schließlich kompromisslosem Kriegen anwachsen kann. Die kulturellen und sozialen Ursachen internationaler Kriege sind selbstverständlich komplex, aber Jakobus erkennt, dass dem sehr häufig menschliche Gier und Egoismus zugrunde liegen. Die Geschichte der Welt ist mit Kriegen übersät und ganz egal welcher Umgang damit eurer Ansicht nach der Beste ist – sei es Pazifist zu sein oder an einen gerechten Krieg zu glauben – meistens leiden unschuldige Menschen und sterben (junge) Soldaten im Kampf.
Es ist wichtig, dass an jeden Todesfall in einem Krieg gedacht wird und er nicht auf die leichte Schulter genommen wird. Deshalb ist das Gedenken im November immer noch ein wichtiger Schwerpunkt in der nationalen Trauer und ein Zeichen der gemeinsamen Überzeugung, sich für Frieden einzusetzen. Und wie Jakobus schreibt, wir sollten uns Gott im Gebet zuwenden, anstatt einander in Feindschaft an die Kehle zu gehen. Oft sagen wir unseren Kindern: es geht nicht darum, wer den Streit angefangen hat, sondern wer ihn beenden wird! Und es scheint als ob Jesus etwas Ähnliches gesagt hat, als er seinen Segen denjenigen zugesprochen hat, die sich dafür entscheiden, Friedensstifter zu sein. Christen ziehen ihre Kraft und ihre Inspiration für dieses „Frieden-Schaffen“ aus dem Kreuz; es ist der einzig sichere Weg Frieden zu schaffen, der auch anhält, sowohl zwischen uns als Individuen als auch zwischen Völkern.

Fragen, die während der Vorbereitung zu bedenken sind

  • Warum werden Menschen immer noch in Kriege verwickelt, wenn wir doch aus der Geschichte wissen, dass auf jeden Fall unschuldige Menschen getötet werden und welch schreckliche Konsequenzen Krieg hinterlassen kann?
  • Hat Jakobus recht? Ist mein Ärger über jemand anderen tatsächlich der Anfang eines „Krieges“?
  • Wie kann es jemals richtig sein, in den Krieg zu ziehen?
  • Was würde passieren, wenn mehr Menschen sich weigern würden, in Kriegen zu
    kämpfen? Würden wir nicht einfach von den Bösen überrannt werden?
  • Denkt ihr, die Menschen in der Armee sind Helden? Und wenn ja, warum?
  • Was gedenken wir an diesem Gedenktag? Welchen Unterschied soll dieser Tag für jeden von uns persönlich machen?
  • Was bedeutet es, ein Friedensstifter zu sein? Was hat es für Jesus bedeutet?

Aktiv-Zeit

1. Friedensskulptur bauen

Stationsbeschreibung:
In vielen Städten auf der ganzen Welt werden immer wieder Denkmäler aufgestellt, um den Opfern von Kriegen zu gedenken. Darunter auch Statuen von Soldaten und berühmten Schlachten. Wie könnte im Gegensatz dazu ein Denkmal für den Frieden aussehen?
Bereitet Knete vor und formt daraus eine Mini-Skultptur zum Thema „Frieden“. Beispiele wären: eine Friedenstaube, ein Olivenzweig, eine Kerze, zerbrochene Waffen, etc.
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber was euch einfällt, wenn ihr über „Frieden“ nachdenkt.
Betet dafür:
Betet dafür, dass in den Kriegsregionen der Welt Frieden einkehrt.

two white doves flying

Material:

  • Knete

In der Bibel steht:
Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seineZunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. (1. Petrus 3, 10)

2. Brücken bauen

Golden Gate Bridge, San Francisco California

Stationsbeschreibung:
Ermutigt die Familien, aus Kartons, Steinen etc. gemeinsam eine Brücke über den „Fluss“ zu bauen. Frieden zu schaffen wird häufig mit dem Bau einer Brücke zwischen Menschen
verglichen.

Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, ob ihr selbst schon einmal Frieden gestiftet habt. War das leicht oder schwierig für euch? Warum?

Betet dafür:
Betet dafür, dass Gott euch hilft, in den nächsten Wochen Friedensstifter zu sein.

Material:

  • blaues Tuch aus Stoff oder blauer Pappkarton (als Fluss)
  • Steine
  • Kartons etc. als Brückenbauteile

In der Bibel steht:
Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe. (Matthäus 5, 23-24)

3. Friedenskranich basteln

Stationsbeschreibung:
In Japan schreiben Kinder ihre Gebete und Hoffnungen für Frieden in Papierkraniche, die sie gebastelt haben. Diese Geschichte steckt dahinter: Sadako war ein junges japanisches Mädchen, das stark von der Atombombe, die Ende des Zweiten Weltkrieges auf Hiroshima abgeworfen wurde, betroffen war. Man brachte sie zur Behandlung in ein Krankenhaus. Die Krankenschwester brachte sie und die anderen Kinder dazu, ihre Medikamente zu nehmen, indem sie aus den kleinen viereckigen Verpackungspapieren der Medikamente Origamifiguren für sie faltete. Sadakos Lieblingsfigur war der Kranich. Eine alte japanische Legende erzählte, dass ein Wunsch in Erfüllung geht, wenn man 1000 Kraniche faltet.
Sadako fing also an, Kraniche zu falten, und ihr Wunsch war, dass sie wieder gesundwerden würde. Aber irgendwann merkte sie, dass sie sich von den Folgen der Radioaktivität nicht erholen würde, und änderte ihren Wunsch und betete stattdessen für Frieden zwischen den Ländern dieser Welt. Mit jedem Kranich, den sie faltete, flüsterte sie: „Ich werde Frieden auf deine Flügel schreiben und du wirst in alle Welt fliegen.“ Sie hatte 664 Kraniche gefaltet als sie starb. Die Kinder in Japan haben von Sadakos Wunsch erfahren und begannen ebenfalls Kraniche zu falten. Und so werden jedes Jahr am Hiroshima-Gedenktag (6. August) tausende Papierkraniche an dem Turm im Hiroshima Peace Park aufgehängt.
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, warum es Menschen auf dieser Welt so schwerfällt, in Frieden miteinander zu leben.
Betet dafür:
Betet dafür, dass Menschen, die sich gestritten haben, wieder aufeinander zugehen und sich Die vorgefaltete Form nun zusammenschieben.Die untere Ecke nach oben falten, dabei wandern die äußeren Kanten zur Mitte.versöhnen.

Material:

  • Origami- Bastelpapier

In der Bibel steht:
Und als er [Jesus] nahe hinzukam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest an diesem Tag, was zum Frieden dient!
(Lukas 19, 41-42)

4. Friedenswand bauen

Stationsbeschreibung:
In Köln steht eine Friedenswand, auf der man seine Bedenken über den Krieg ausdrücken kann. Die Wand besteht aus über 30.000 Karten, auf die Botschaften von Menschen aus der ganzen Welt geschrieben sind. Diese sind an Schnüre gebunden, die wiederum an den umstehenden Laternenpfosten aufgehängt werden. Die Karten tragen Worte des Friedens in verschiedenen Sprachen und drücken Sorgen und Gebete über und für den Weltfrieden aus.
Baut eure eigene große Friedenswand indem ihr auf Postkarten eure Gebete und Bedenken zu Krieg und Frieden beisteuern könnt. Klebt die Postkarten anschließend auf die
Friedenswand.
Hier sind ein paar Worte für Frieden in verschiedenen Sprachen: Shanti (Hindi), Shalom (Hebräisch), Wa (Chinesisch), Amani (Swahili), Paix (Französisch), Pace (Rumänisch), Salaam (Arabisch), Mir (Russisch), Aman (Urdu), Paz (Spanisch).
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, worin für jeden von euch das Geheimnis besteht, Frieden zu schaffen und zu finden.

Material:

  • großes Plakat mit einer aufgezeichneten Friedenswand
  • Postkarten
  • Stifte
  • Klebstoff

In der Bibel steht:
Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. (Johannes, 14, 27)

5. Aus Waffen wird Werkzeug

Stationsbeschreibung:
Ihr legt die „Waffen“ auf den Tisch und ladet die Familien ein, die Drähte in etwas umzuformen, das für friedliche Zwecke verwendet werden kann. Eine solche „Umformung“ gab es tatsächlich vor ein paar Jahren. Nach dem Ende des Bürgerkrieges in Mosambik, boten die Kirchen dort ein Projekt an, das von den Worten Michas inspiriert worden war. Es nannte sich „Schwerter zu Pflugscharen“. Waffen aus dem Bürgerkrieg wurden abgegeben und gegen nützliches Werkzeug oder Maschinen für die Landwirtschaft eingetauscht.
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, was eurer Meinung nach wichtige Werkzeuge für den Frieden sind.

Pistole

Material:

  • Chenilledrähte („Pfeifenputzer“), die zu Pistolen oder Messern geformt
    sind

In der Bibel steht:
Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Er wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen in
fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. (Micha 4, 2-3)

6. Öl und Wasser (Chemie-Experiment)

Stationsbeschreibung:
Öl und Wasser werden sich nicht vermischen, ganz egal wie sehr man sie zusammen schüttelt oder verrührt. Probiert es mit ein bisschen gefärbtem Wasser und Speiseöl aus indem ihr beides in die Flasche einfüllt. Gegensätze können verbunden werden, wenn eine weitere Zutat dazugegeben wird, die mit beiden reagiert. In diesem Fall könnt ihr noch Spülmittel dazugeben.
Im Krieg schlagen sich die Menschen schnell auf eine Seite und weigern sich häufig zusammenzukommen, um die Differenzen zu überwinden. Christen sind aufgerufen, Friedensstifter zu sein, die diese Differenzen niederreißen und Menschen wieder zusammenbringen.
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, welche Dinge Menschen dazu bringen, einander nicht mehr zu vertrauen und sich schließlich sogar zu hassen.

Material:

  • Öl
  • gefärbtes Wasser
  • Flasche
  • Spülmittel

In der Bibel steht:
Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.
(Matthäus 5,9)

7. Spielend Gemeinschaft üben

Stationsbeschreibung:
Dreht die Pappbecher um und schreibt die sieben Buchstaben des Wortes FRIEDEN auf die Bodenfläche (jeder Becher ein Buchstabe). Nun werden die Becher gemischt. An einen Haushaltsgummi bindet ihr nun für jeden Mitspieler eine Schnur. Die Mitspieler haben nun die Aufgabe, mit dem Gummi, den sie durch das gemeinsame Ziehen der Schnüre dehnen können, die Becher wieder in die richtige Reihenfolge (FRIEDEN) zu stellen. Dabei dürfen die Mitspieler weder den Gummi noch sich gegenseitig oder die Becher berühren! Das nächste Level ist dann, eine Friedenspyramide aus den Bechern zu bauen. Eine Anleitung dazu gibt es hier: https://connect.groupsenz.org/view/37/becherpyramide
Ja, Frieden zu stiften erfordert ein hohes Maß an Anstrengung und Konzentration von alle Beteiligten.
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, warum Frieden stiften schwerer ist als Krieg zu führen.

Material:

  • sieben Pappbecher
  • Haushaltsgummis
  • Schnur

In der Bibel steht:
Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften. (Jakobus 3, 18)

8. Memos

Stationsbeschreibung:
Weil es uns manchmal schwerfällt, uns alles zu merken, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich an wichtige Dinge wie Geburtstage oder Termine zu erinnern. Oder an Fehler, die wir in der Vergangenheit gemacht haben und die wir nicht wiederholen möchten. Wir richten uns einen Alarm auf unseren Telefonen ein, machen Knoten in ein Taschentuch, schreiben Memos, Post-its und Erinnerungsbücher. Aus Leinwänden könnt ihr eure eigenen „Memo-Boards“ für Zuhause basteln. Bedeckt sie mit gemustertem oder buntem Papier und bringt dann ein buntes Band auf der Fläche so an,
dass Rauten entstehen. In dieses Netz könnt ihr dann später wichtige Fotos, Souvenirs oder Notizen stecken. Auf der Rückseite bringt ihr mit Kleber oder Klebeband noch eine Schnur an, damit ihr das Memo-Board aufhängen könnt.
Gesprächsimpuls:
Sprecht darüber, was eure wichtigsten Erinnerungen sind.

Material:

  • Leinwände
  • schönes Bastelpapier
  • Schnur
  • Klebstoff

In der Bibel steht:
[…] so will ich [Gott] doch deiner nicht vergessen. (Jesaja 49, 15)

Feier-Zeit

Führt die Thematik des Gedenkens an den Krieg und das Suchen nach Frieden ein, indem ihr überlegt, auf welche Arten und Weisen wir Frieden erfahren können:

  • Bittet alle ein Geräusch zu machen, und zwar so laut wie möglich. Wenn dann ein bestimmtes Signal kommt, sollen alle ganz still werden.
  • Bitte alle, sich frei zu bewegen, und dann, wenn ein Signal kommt, ganz still zu sein.
  • Bitte alle, sich angeregt zu unterhalten, und dann still zu werden, wenn ihr den Finger auf die Lippen legt und „Schhhh“ sagt.
  • Bittet alle, sich zu recken und zu strecken und erleichtert Aufzuatmen, als würden sie nach einem langen Tag einen ruhigen Moment genießen.
  • Bittet alle so zu tun, als wären sie in einem friedlichen Tiefschlaf.
  • Bittet alle, sich zu zweit zusammen zu finden und so zu tun, als wären sie bittere Feinde. Auf ein Signal hin, mögen sie sich dann umarmen und wieder Freunde sein.

a) Frieden tritt in verschiedenen Formen auf; der Frieden der Stille, der Erleichterung und der Ruhe; und am wichtigsten für die Welt der Frieden zwischen Völkern, die einmal Feinde waren… Lieber Frieden statt Konflikt. Wir wollten daher bei dieser Kirche Kunterbunt für den Frieden danken, den wir jetzt genießen können, aber auch entschlossen weiter daran arbeiten, die Fehler der Vergangenheit, die so viel Traurigkeit und Tod gebracht haben, nicht zu wiederholen.

b) Das Geschenk der Erinnerung ist eine große Besonderheit der Menschen. Wir können Erfahrungen aus allen Lebensabschnitten speichern und (hoffentlich) wiederaufleben lassen. Wir können uns erinnern. Wir können uns an Worte, Gefühle, Orte und Gerüche von vor langer Zeit erinnern. Es ist ein unglaubliches Geschenk, eines, das Gott uns gemacht hat, weil Gott sich erinnert und wir nach seinem Ebenbild gemacht sind.
Welche ist eure früheste Erinnerung?

c) Mit dem Geschenk der Erinnerung kommt auch die Realität, dass wir manchmal auch vergessen. Vielleicht ist das ebenfalls ein Geschenk. Und es ist wie bei Gott! Gott erinnert sich, aber er beschließt auch zu vergessen. Und da wir nach seinem Ebenbild geschaffen sind, können wir das auch tun.

An welche Dinge erinnert sich Gott und welche beschließt er zu vergessen? Was könnte das für uns bedeuten, wenn wir bewusst an die Traurigkeit des Krieges gedenken, die viele Menschen eigentlich lieber vergessen möchten?

d) Wie gut ist eure Gedächtnis? Spielt ein Gedächtnisspiel. Ich werde euch eine Reihe Bilder zeigen, eines nach dem anderen. Ich werde sie auch benennen und dann schauen wir, wer sich an die meisten Bilder erinnert. (Zur Vorbereitung solltet ihr eine Reihe Bilder von zufällig ausgewählten Dingen ausdrucken / Powerpoint, dann benötigt ihr einen Beamer.)
Wie ist es gelaufen?

e) Einige von uns können das Gedächtnis trainieren. Manche von uns würden gerne unser Gedächtnis erweitern, wenn sie älter werden, so wie man die Festplatte eines Computers erweitern kann. Andere wiederum brauchen Erinnerungen auf dem Handy oder auf Post-ist oder in verknoteten Taschentüchern usw. Das Gedächtnis ist nützlich für uns … wenn es funktioniert.

f) Woran erinnert sich Gott und was vergisst er?
Zeigt eine Bibel, im Idealfall eine, die aussieht wie ein Buch aber eigentlich eine Aufbewahrungskiste ist und aus der ihr die folgenden sieben Dinge herausholen könnt. Wenn ihr eine solche Kiste nicht zur Hand habt, könnt ihr die sieben Dinge auch einfach auf die Bibel stellen. Lasst uns eine Reise durch die Bibel machen und uns Gelegenheiten ansehen, in denen Gott sich erinnert, und andere, in denen er vergisst. Dann lasst uns überlegen, was das für uns bedeuten kann.

  • Regenbogen-Schleife
    Die Geschichte der Arche Noah steht in Genesis 8. Hier finden wir die wunderbaren Worte „Da gedachte Gott an Noah“ (Genesis 8,1). Noah war in einer schwierigen Situation: die Welt war weggespült, er war mit seiner Familie und den Tieren allein auf der Arche. Aber Gott erinnerte sich an Noah und Gott erinnert sich an jeden einzelnen von uns und kennt uns beim Namen und weiß genau, wie es uns geht, auch wenn wir das Gefühl haben, dass wir vergessen wurden. Der Regenbogen ist eine Erinnerung, dass Gott uns niemals vergisst. Gott erinnert sich immer an uns.
  • Eine kleine Flasche
    Ich frage mich, was da wohl hineinpasst. (Sammelt Ideen) Vielleicht Tränen? David schreibt in Psalm 56, 9: „[Gott] sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.“ Anders gesagt: Gott weiß und erinnert sich an alles, das uns passiert ist, vor allem an unsere traurigen und verzweifelten Tage. An anderer Stelle lesen wir, dass Gott sich an Rahel (siehe Genesis 30, 22-23) und Hanna (siehe 1. Samuel 1, 19) erinnert, die keine Kinder haben konnten. Und Gott erhört ihre Gebete. Im gleichen Buch erinnert sich Gott an Abraham, der sich um seinen Neffen sorgte, der im Krieg gefangen genommen war. Und Gott kam und half (siehe Genesis 14). Gott denkt in schweren Zeit an uns. Er weiß genau, wie es uns geht und was uns zustößt, deshalb können wir darauf vertrauen, dass er uns retten wird und dass er nahe bei uns ist, wenn wir Schwierigkeiten haben.
  • Ein Notizbuch
    Es gibt laut der Bibel ein weiteres wichtiges Buch: ein Buch des Lebens, in dem Gott alles was vor sich geht festhält, damit er sich an uns erinnert. Am Ende des Alten Testaments steht ein schönes Versprechen im Buch des Maleachi 3, 16: „So redeten die Gottesfürchtigen untereinander. Der HERR merkte auf und hörte es, und es ward vor ihm ein Gedenkbuch geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und an seinen Namen gedenken.“
    Gott kennt all unsere Gebete, unsere Hoffnungen und unsere Sehnsüchte und erinnert sich daran – an all die Werke, die wir treu für ihn tun, auch wenn sie häufig schiefgehen. Gott wird sein Versprechen halten und uns nicht aus dem Buch des Lebens streichen.
    Und weil Gott uns bei unseren Namen kennt, Gott sich uns in Schwierigkeiten zuwendet und Gott all unserer Taten kennt, können wir auf ihn vertrauen – seiner Gnade, seiner Treue und seinen Versprechen. Aber was vergisst Gott?
  • Weißes Papier mit Tintenkleksen
    Eigentlich vergisst Gott nie wirklich. Gott kann nicht vergessen, da er sie Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft kennt. Wenn das Wort „vergessen“ in der Bibel im Zusammenhang mit Gott verwendet wird, heißt das, das Gott sich dazu entscheidet, sich nicht zu erinnern. Er blendet beispielsweise aus, wo wir in unserem Leben Mist gebaut haben. Das sagt er uns sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, z.B. bei Jeremia 31, 34: „[…] denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“ Mit anderen Worten: Gott wird uns unsere Sünden, unser Versagen und unsere Fehler vergeben. Aber wie macht Gott das?
  • Ein Kreuz
    Er macht es hierdurch – durch das Kreuz. Es ist ein Rätsel, aber dadurch, dass Jesus unschuldig am Kreuz gestorben ist, hat er die Ungerechtigkeit der ganzen Welt und in unserem Leben umgekehrt. Und dadurch können wir einen Neubeginn wagen.
  • Matzen-Brot
    Um dieses Neubeginn zu erleben (weil Gott unsere Sünden vergisst), müssen wir gedenken; wir müssen uns daran erinnern, was Jesus getan hat. Er hat uns eine sehr einfache Art gelehrt, wie wir das tun können, und zwar indem wir Brot brechen und daran denken, wie er gebrochen wurde und nun unter uns sein möchte. Jesus sagt: „das tut zu meinem Gedächtnis.“ (Lukas 22, 19).

Internationales Gebet:
Es gibt ein international anerkanntes Friedensgebet. Ihr findet es anbei mit ein paar begleitenden Bewegungen, damit man es sich besser merken kann.

Führe mich
Führe mich vom Tod zum Leben,
(Hände vor der Brust verschränken und dann nach oben über den Kopf heben)
von der Falschheit zur Wahrheit.
(eine Hand nah am Mund als würde man lästern und dann beide Hände mit nach oben zeigenden Daumen neben den Mund, um Wahrheit darzustellen)
Führe mich von der Verzweiflung zur Hoffnung,
(eine Hand in Verzweiflung an der Stirn und dann die gleiche Hand oberhalb der Augen, in der Ferne nach der Hoffnung suchend)
von der Angst zum Vertrauen.
(beide Hände über dem Mund, um Angst auszudrücken, und dann beide Hände offen vor dem Körper, um Vertrauen auszudrucken)
Führe mich vom Hass zur Liebe,
(eine Hand als Faust erhoben und dann beide Hände über dem Herz)
vom Krieg zum Frieden.
(beide Hände zu Fäusten ballen und gegeneinander zeigen, dann die Daumen ineinander verschränken, Handflächen zeigen nach innen, um eine Friedenstaube darzustellen)
Lass Frieden unser Herz,
(Hände weiterhin als Friedenstaube in der Nähe des Herzes)
unsere Welt,
(die Friedenstaube macht einen kleinen Kreis vom Herz weg)
unser Universum erfüllen.
(die Friedenstaube macht einen großen vom Körper weg)

Aus den Upanishaden

  • Autor / Autorin: Mirjam Schnabel
  • © EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
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