Lässt Gott uns hängen? / Ein Grund, warum Gott Leid zulässtLässt Gott uns hängen? / Ein Grund, warum Gott Leid zulässt

Einheit: Lässt Gott uns hängen? / Ein Grund, warum Gott Leid zulässt

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 30-45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 5 Äpfel, Klopapier, Tennisbälle, Bibel(n),
Bibelstelle: 1. Mose 1,26

Dieser Artikel kann und will die Frage nach dem Leid der Welt nicht umfassend klären. Aber wir gewinnen eine Sicht auf Leid, die uns bisher vielleicht fremd war. Gott stellt uns in Verantwortung. Das ist Zutrauen und Zumutung zugleich. Ohne aktuelle Betroffenheit will diese Ausarbeitung eine mögliche Verstehenshilfe anbieten.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Wir müssen das unpersönliche Leid, das mich aufgrund seiner Größe und Schwere trifft (Krieg, Terror, Naturkatastrophen, …), und das persönliche Leid, das mich aufgrund seiner Nähe betroffen macht (Krankheit, Scheitern, Tod, …), unterscheiden.

Wir werden keine Pauschalantworten finden. Es wird der richtige Umgang vor allem mit persönlichem Leid bleiben, es zuallererst Gott zu klagen und es nicht voreilig erklären oder verstehen zu müssen. Wir dürfen und werden auch weiter um Linderung und Hilfe beten und mit guten Freunden gemeinsam weinen.

Dennoch finden wir in der Bibel wertvolle Hinweise, warum Gott Leid zulässt.

2. Zielgedanke

Gott hat uns Verantwortung gegeben. Er nimmt uns ernst und will uns helfen, diese Verantwortung zu tragen und ihr gerecht zu werden.

3. Einführung inkl. Exegese

Wer Gott verstehen will, muss in die Bibel gucken!

1. Mose 1,26: Gott sehnt sich nach einem Gegenüber. Nach einem Geschöpf, das er ernst nehmen kann. Gott will uns als Partner auf Augenhöhe. Und so legt er seine Welt in unsere Hände. Der Mensch muss Verantwortung tragen, er muss Entscheidungen treffen können und für die Konsequenzen verantwortlich sein. In Psalm 8,5-7 merken wir, dass es kein Versehen, sondern Gottes Wunsch war, in uns ein Gegenüber auf Augenhöhe zu haben.

Der Mensch ist (nicht) an Gott gebunden.

1. Mose 2,15-17: Gott hat Regeln aufgestellt, aber er hat die Möglichkeit zur Rebellion gelassen. Deshalb gibt es im Paradies den Baum in der Mitte. Er bietet dem Menschen die Möglichkeit, sich an Gott zu binden oder sich von Gott zu lösen. Und es ist typisch Mensch, dass wir ausprobieren wollen, wie weit wir gehen können.

Heißt das, wir sind auf uns allein gestellt?

Nein. Gott hat ein Interesse am Menschen (vgl. 1. Mose 3,8 ff.). Die Bibel ist voll von Gottes Bemühen, dass alles wieder ins Reine kommt. Aber dazu werden wir nicht gezwungen. Das Ziel bleibt: Von Nächstenliebe geprägt zusammen in Gottes Schöpfung zu leben. Aber: Ab jetzt wird das nicht mehr bestimmt. Gott nimmt uns ernst. Er will uns die Möglichkeit geben, besser zu werden. Er will an uns arbeiten (vgl. Joel 2,12.13). Verantwortung braucht Konsequenzen! Für Schuld muss bezahlt werden, sonst wird man auch den Opfern nicht gerecht. Gottes Angebot ist: Die Konsequenz für uns zu tragen. Dafür ist Jesus gestorben.

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  • Autor / Autorin: Thomas Seeger
  • © Deutscher EC-Verband