Läuft bei dir … was, wenn nicht?Läuft bei dir … was, wenn nicht?

Einheit: Läuft bei dir … was, wenn nicht?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-120 Min. (Vorbereitung: 20-40 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Mitarbeitende
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Stein(e) (für Klagemauer), kleine Zettel (für Klagemauer), Stift(e) (für Klagemauer)
Bibelstelle: Klagelieder 3,1-33
Klagelieder 3,1-3,33

3

Klage und Trost eines Leidenden

1Ich bin der Mann, der Elend sehen muss durch die Rute seines Grimmes. 2Er hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht ins Licht. 3Er hat seine Hand gewendet gegen mich und erhebt sie gegen mich Tag für Tag. 4Er hat mir Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen. 5Er hat mich ringsum eingeschlossen und mich mit Bitternis und Mühsal umgeben. 6Er hat mich in Finsternis versetzt wie die, die längst tot sind. 7Er hat mich ummauert, dass ich nicht herauskann, und mich in harte Fesseln gelegt. 8Und wenn ich auch schreie und rufe, so stopft er sich die Ohren zu vor meinem Gebet. 9Er hat meinen Weg vermauert mit Quadern und meinen Pfad zum Irrweg gemacht. 10Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen. 11Er lässt mich den Weg verfehlen, er hat mich zerfleischt und zunichtegemacht. 12Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeil zum Ziel gegeben. 13Er hat mir seine Pfeile in die Nieren geschossen. 14Ich bin ein Hohn für mein ganzes Volk und täglich ihr Spottlied. 15Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt und mit Wermut getränkt. 16Er hat mich auf Kiesel beißen lassen, er drückte mich nieder in die Asche. 17Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich habe das Gute vergessen.

18Ich sprach: Mein Ruhm und meine Hoffnung auf den Herrn sind dahin. 19Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Bitterkeit getränkt bin!

20Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir’s. 21Dies nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch: 22Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. 24Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 25Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. 26Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. 27Es ist ein köstlich Ding für einen Mann, dass er das Joch in seiner Jugend trage. 28Er sitze einsam und schweige, wenn Gott es ihm auferlegt, 29und stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnung. 30Er biete die Backe dar dem, der ihn schlägt, und lasse sich viel Schmach antun. 31Denn der Herr verstößt nicht ewig; 32sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. 33Denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Menschen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

In dieser Bibelarbeit über Klgl. 3,1-33 beleuchtet Christian Bernard den Text im historischen Kontext des Untergangs Jerusalems und lädt zur persönlichen Auseinandersetzung ein. Gestaltungsvorschläge für die Gruppenstunde sind ebenfalls enthalten.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

1.1 Klagelieder Allgemein

Das Buch der Klagelieder wird dem Propheten Jeremia zugeschrieben und findet sich in der Bibel unter den Prophetenbüchern. Jeremia hat die Klagelieder poetisch gestaltet. Jedes Kapitel steht für sich und doch entsteht eine Einheit aller fünf Kapitel. Die Besonderheit und Verbindung der fünf Kapitel liegt in ihrem akrostischen Aufbau.

2. Bedeutung für heute

Was für eine Situation: Am Boden zerstört, dem Tod so nahe, ja gottverlassen, so empfindet Jeremia was er erlebt, gesehen und durchgemacht hat. Und dennoch fängt er quasi an Gott zu loben, zu preisen und seine Hoffnung auf den, der das alles zugelassen hat, neu zu fassen.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Film

Schaut euch den kurzen Film über Nic Vujicic an. Hätte dieser junge Mann aufgrund seiner Situation nicht allen Grund zu klagen? Ist es nicht sein gutes Recht, stinkwütend auf Gott zu sein? Und wie unglaublich ist es denn dann bitteschön, dass er trotz allem Gott lobt? Predigt? Ihn liebt?

 

...
  • Autor / Autorin: Christian Bernard
  • © Deutscher EC-Verband