Love attacksLove attacks

Einheit: Love attacks

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 240-300 Min. (Vorbereitung: 60-120 Min.)
Materialart: Erlebnispädagogische Übung
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Evangelisation/ missionarisches Event, Events + Projekte, Freizeiten, Offenes Angebot, Schule + Jugendarbeit
Redaktion: TEC:
Bibelstelle: Johannes 13,1-20

Lieben ganz praktisch

1. Vorbemerkungen

Eine solche Aktion kann an verschiedenen Orten durchgeführt werden, zum Beispiel am Bahnhof, in der Fußgängerzone, in der Schule, in einer Wohngegend … Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Je nach Größenordnung der love attacks bietet es sich an, eine Trilogie aus der Aktion zu machen, für die man mehrere aufeinanderfolgende Gruppenstunden oder sogar einen ganzen Tag nutzt:

  1. Bibelarbeit (Grundlage des Handelns gemeinsam entdecken),
  2. Vorbereitung der love attacks (Organisation),
  3. Love attacks (praktische Umsetzung).

Der vorliegende Aktionsvorschlag bietet eine All-in-one-Lösung für ein Zeitfenster von etwa vier Stunden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die love attacks zu einer humanen Uhrzeit stattfinden, bei der man noch Leute an dem Ort antrifft, an dem man die love attacks geplant hat. Diese Aktion fördert übrigens nicht nur die Kreativität, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe – und das Bewusstsein für die Verantwortung, die man als Christ (bzw. als „Licht“) hat.

Die Jugendlichen werden bei den Aktionen evtl. feststellen: Es kann ungemein erfüllend sein, anderen zu dienen und ihnen ohne Bedingungen eine Freude zu machen. Die meisten Menschen erwarten nicht, dass ihnen jemand grundlos etwas Gutes tut – das macht die love attacks umso spannender und bietet womöglich eine Grundlage, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Die Aktion bietet aber auch eine gute Basis für den Austausch in der Gruppe – evtl. im Anschluss oder im darauffolgenden Treffen.

2. Zielgedanke

Im Neuen Testament gibt es vielfach die Aufforderung, andere zu lieben und ihnen zu dienen. Wie das gehen kann, hat Jesus vorgemacht: Er gibt uns das perfekte Vorbild für eine uneigennützige Liebe (Agape), indem er sich selbst zum Diener anderer macht – ganz praktisch. In dieser Aktionsstunde haben die Jugendlichen die Möglichkeit, seinem Beispiel zu folgen und Nächstenliebe in die Tat umzusetzen – anhand von love attacks. Bevor es losgeht, werden die Jugendlichen mit dem Beispiel, das Jesus uns in Johannes 13,1-20 gibt, konfrontiert. Die Frage, auf die die Aktion abzielt ist: Was bedeutet es in meinem Umfeld ganz praktisch, anderen zu dienen?

3. Einstieg

Beim Empfang der Jugendlichen braucht es mehrere Mitarbeitende (MA). Schon hier sollen die Teilnehmenden (TN) einen Vorgeschmack auf die Aktion „love attacks“ bekommen, indem die MA ihnen gleich zu Anfang etwas Gutes tun. Hier braucht es etwas Vorbereitung.

Solche dienenden Aufmerksamkeiten können sein: herzliches Begrüßen; Jacken abnehmen; Wärmflaschen an die Frostbeulen verteilen; heißen Kakao und Kekse anbieten, usw. Sicherlich ergeben sich viele weitere mögliche love attacks aus der Situation heraus. Nachdem die Jugendlichen angekommen sind (insbesondere innerlich!), werden sie offiziell noch mal von vorn (oder aus der Mitte heraus) begrüßt. Je nach Zeitrahmen kann ein MA dann eine symbolische love attack vor den Augen der anderen durchführen, indem er z. B. einem anderen (MA oder TN) eine 5-Minuten-Rückenmassage oder sogar ein heißes Fußbad anbietet. Parallel dazu liest einer der MA den Bibeltext über die Fußwaschung vor (Joh 13,1-20).

Nachdem der Bibeltext gelesen wurde, kann die Geschichte gemeinsam mit den Jugendlichen reflektiert werden.
Dabei hilft z. B. die Fünf-Finger-Methode:

  • Daumen: Was gefällt dir?
  • Zeigefinger: Worauf weist dich der Text hin?
  • Mittelfinger: Was stinkt dir?
  • Ringfinger: Worin siehst du eine Zusage Gottes?
  • Kleiner Finger: Was kommt zu kurz?

Besonders die Antworten auf die Frage zum Zeigefinger können für die Liebesaktionen von Bedeutung sein, da sie vermutlich die Aufforderungen Jesu aus den Versen 13, 14, und 20 ins Visier nehmen. Der MA kann an ebendiese Aufforderungen anknüpfen, um die Frage in den Raum zu stellen: Was könnte es in deinem Umfeld ganz praktisch bedeuten, anderen zu dienen? Um es noch plastischer für die TN zu machen, kann der MA ihnen die Situation vor Augen malen, die sie im Anschluss erwartet: Stell dir vor, du gehst mit dem Auftrag auf die Straße, Liebe ganz praktisch umzusetzen. Was würdest du für die Menschen tun, die dir begegnen?

4. Hauptteil

Mit dieser Frage im Hinterkopf machen sich die Jugendlichen Gedanken darüber, wie solche love attacks aussehen können. Die Ideen können – auch für weitere Gelegenheiten – auf Plakaten gesammelt werden. Die MA beraten danach mit den Jugendlichen darüber, welche der love attacks realisierbar sind und gleich im Anschluss umgesetzt werden können. Dafür muss evtl. kurzfristig noch Material beschafft werden.

Aktionen, die Vorbereitung erfordern

Aktion: Plätzchen mit Spruchkarte verteilen

Für diese Aktion können zwei Vorbereitungs-Stationen angeboten werden. An der ersten Station können die Jugendlichen Plätzchen backen und sie anschließend in kleine Tütchen packen. An der zweiten Station können die TN Spruchkarten schreiben, die an die Plätzchentüten angeheftet werden (z. B. mit Versen oder Sprüchen drauf). Material: Teig, Ausstechformen, Backutensilien und -gerät, Plätzchentüten, Kräuselband, Schere, Spruchbücher, Bibelverse, Spruchkärtchen, Locher, Stifte.

Aktion: Mutmacher verteilen

Für die Mutmacher wird ebenfalls eine Vorbereitungs-Station angeboten. Hier geht es darum, ermutigende Botschaften auf Karten zu schreiben, die man an andere verteilen kann, z. B.: „Du bist geliebt!“, „Verschnauf doch mal!“, „Du bist wertvoll!“ … Auf die Karte kann noch eine Mini-Schokolade geklebt werden. Material: Karten, Stifte, Mini-Schokolade, Kleber.

Aktion: Privatkonzert geben

In der Vorbereitung für diese Aktion werden (Weihnachts-)Lieder geprobt, die dann zum Beispiel im Seniorenheim oder auf der Straße zum Besten gegeben werden können.

Aktionen, die keine Vorbereitung erfordern

Aktion: Helping hands

Eine Gruppe macht sich auf den Weg und hält einfach die Augen offen, wo sie Hilfe anbieten kann. Das kann zum Beispiel sein: Einkäufe tragen, Tür aufhalten, anderen den Vortritt lassen, über die Straße helfen etc..

Aktionen, für die Geld nötig ist

Aktion: Obdachlosen einen Friseurbesuch spendieren

Aktion: Obdachlosen und ihren Hunden etwas zu essen kaufen

Aktion: „Aufgeschobener Kaffee“ für Obdachlose unterstützen
(Hier schlaumachen: www.suspendedcoffee.de)

Möglicherweise gibt es eine gemeinsame Kasse, die dafür genutzt werden kann, oder es sind einige TN und MA bereit, etwas dafür zu spenden.

Mögliche Orte für die Aktionen
  • Seniorenzentrum
  • Flüchtlingsunterkunft
  • Fußgängerzone
  • Einkaufszentrum
  • Bahnhof

Es kann hilfreich sein, vor den Aktionen etwas intensiver darüber zu sprechen, welche Menschen solche Liebesaktionen besonders nötig haben, um dafür zu sensibilisieren.

5. Abschluss

Die TN und MA finden zu einer abgesprochenen Uhrzeit wieder zusammen, um sich über die Erfahrungen mit den love attacks auszutauschen. Für den Abschluss wäre es optimal, gemeinsam zu essen. Möglich ist auch, dass bspw. eine Gruppe aus TN und MA von Anfang an dafür eingeteilt wird, für die anderen zu kochen, während diese auf Tour sind. Das wäre sicher eine willkommene love attack! 😀

  • Autor / Autorin: Natalie Enns
  • © Deutscher EC-Verband

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