Mach dir nichts vor – auch DU machst nur nach! Als Vorbild bewirbt man sich nicht

Einheit | Hintergrund/ Grundsatz
Einheit | Hintergrund/ Grundsatz

Mach dir nichts vor – auch DU machst nur nach! Als Vorbild bewirbt man sich nicht

Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Schulung
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 10-30 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Bibelstelle: 1. Korinther 11,1 anzeigen
Bibelstelle
1. Korinther 11,1

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1Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi!

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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Du kannst sagen, was du willst – sie tun, was du tust

Gunter war mein Jungscharleiter – und mein Held! Er konnte Bälle werfen, die wir nicht fingen und fing selbst Bälle, die wir gar nicht zu ihm geworfen hatten. Er lachte, wo unsere Eltern längst geschimpft hätten und bei ihm durfte man Fußball im Garten spielen.

Gunter war mein Vorbild! So wie er wollte ich werden. Gunter hat mich geprägt. Er nahm mich mit zum Fußball. St. Pauli gegen Leverkusen – live im Stadion. 3:0 für Pauli. Wer die Tore geschossen hat, weiß ich nicht mehr. Aber seit dem Tag bin ich Pauli-Fan.

Ich erinnere mich an keine Andacht mehr von ihm. (Doch! An eine: Petrus schlug einem Soldaten ein Ohr ab. Aber ich erinnere mich nur daran, weil Gunter sogar einen antiken Militärhelm besaß. Wahrscheinlich nur aus dem ersten Weltkrieg, aber egal. Was für ein Typ!!!) Ich kann mich an nichts erinnern, was er sagte. Aber ich weiß, dass er den Herrn Jesus lieb hatte. Und dass er jede Woche davon sprach. Sein Leben war geprägt davon. Wenn ich ihn im Gottesdienst traf, hat er mich mit Handschlag begrüßt. Gunter hat mir vorgelebt, wie Christsein geht.

Später war ich Jungscharleiter. Als Hobbytorwart konnte ich Kinderbälle fangen, die ich gar nicht fangen sollte. Und ich konnte Bälle so werfen, dass kein anderer sie bekam. (Je unsportlicher man ist, desto leichter wird dieser Teil.) Ich habe auch jeden Jungscharler mit Handschlag begrüßt. Ich habe einen Jungen ans Millerntor (so heißt das Stadion vom FC. St Pauli) mitgenommen. 1:0 gegen Meppen. Inklusive Bierdusche. Und der Kerl ist seit dem auch Pauli-Fan … Nennt mich Gunter!

Wahrscheinlich wird sich auch an meine Andachten keiner erinnern. Das könnte mich traurig machen. Tut es aber nicht, weil ich weiß, dass Taten mehr reden als Worte. Wenn meine Andachten nur für den Moment waren, ich aber gelebt habe, was ich in den Andachten sagen wollte, dann erinnert sich vielleicht niemand mehr an meine Worte. Aber hoffentlich an die Taten.

Du bist Vorbild – aber wen bildest du ab?

Egal, ob wir als Mitarbeitende oder „nur“ als Christen unterwegs sind: Menschen werden uns danach beurteilen, wie wir leben. Vielleicht bist du der einzige Christ, den deine Arbeitskollegin, dein Kommilitone oder deine Mitschülerin kennt und er oder sie lernt nur an dir, wie man sein Leben als Christ gestalten kann. Menschen sehen uns als Vorbild. Da können wir machen, was wir wollen. Oder auch gerade nicht!

Deshalb kannst du gerade NICHT machen, was du willst. Denn du bist auf Sendung. Du wirst gesehen und wahrgenommen. Du wirst mit deinem Tun und Lassen Menschen prägen. Du bist Vorbild. Aber wen bildest du ab?

Paulus sagt den Korinthern (1. Kor 11,1): „Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme!“ Vorbild sein und selbst ein Vorbild haben, schließt sich nicht aus. Ganz im Gegenteil. Die Bibel ermutigt uns dazu.

Jesus sagt (Mt 5,16): „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten. Sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

So werden wir ein vorbildliches Vorbild: Wenn man unsere guten Taten sieht und darin Gott erkennen kann. Wenn wir geprägt sind von dem, wie Jesus denkt, fühlt und handelt. Wenn der Herzschlag Gottes unser Leben und unseren Lebenswandel bestimmt.

Deshalb haben wir uns im EC ein Versprechen gegeben, in dem wir genau das zum Ausdruck bringen und in dem wir festhalten, wie wir leben wollen. (Und warum wir so leben wollen …)

„Jesus Christus ist mein Erlöser und Herr. Darum möchte ich ihm die Ehre geben und mein Leben nach seinem Willen gestalten.“ Ich will nicht einfach nur ein guter Mensch sein. Ich will mit meinem Leben Gott ehren. Man soll mir die Freude abspüren, von Gott beschenkt zu sein.

Wie mein Leben Gott Ehre macht, das erfahre ich, wenn ich auf sein Wort höre, die Bibel lese und bete. So will ich leben: Ich will mit ihm im Gespräch sein und bleiben. Will die Bibel lesen und Gott selbst fragen, was das in meinem Leben für Auswirkungen haben soll. In meiner EC-Jugendarbeit, in meiner Gemeinde vor Ort und auch im Zusammenspiel mit allen, die an Christus glauben. Ich will Farbe bekennen, damit Menschen mit mir in die Gegenwart Gottes kommen und selbst entscheiden können, ob sie da bleiben wollen und ob ihnen diese Gottesnähe gut tut.

Wenn ich schon Vorbild bin, dann will ich Jesus abbilden. Ich will meine guten Taten bestmöglich ins Rampenlicht bringen, damit Gott ins rechte Licht gerückt wird. Denn er ist für mein Leben verantwortlich und er meint es auch mit dem Leben meiner Freunde gut.

Trial und Error – ich zeig dir, wie es nicht geht

„Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild zu sein, wenn‘s nicht anders geht, ein abschreckendes.“ [A. Einstein]

Ich liebe diesen Satz. Er nimmt mir ganz viel Druck. Man kann vorbildlich scheitern. Menschen können auch an mir sehen, wie man mit Niederlagen umgeht. Unser EC-Versprechen endet damit: Ich habe einen hohen Anspruch an mich formuliert. Immerhin will ich Gott mit meiner Art zu leben Ehre machen. Aus eigener Kraft kann ich dem nicht gerecht werden. Ich vertraue auf Jesus Christus. Dass er mir bei jedem neuen Versuch hilft, es besser zu machen. Und dass er damit leben kann, wenn es trotz echter Anstrengung nicht klappt. Schließlich ist es nicht seine verpflichtende Forderung, sondern mein tiefer Wunsch, so zu leben. Das nimmt meinem Versprechen nicht die Ernsthaftigkeit. Aber die Zwanghaftigkeit.

Ich bin ein Vorbild – keine Kopiervorlage

Vorbilder kopiert man nicht. Jede Kopie verblasst. Vorbilder zeichnet man nach. Ich frage nach Wesenszügen und Charaktereigenschaften und dann bringe ich sie mit meiner Handschrift zu Papier.

Als Jungscharler wollte ich Gunter kopieren. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass die Welt nicht auf einen zweiten Gunter wartet, sondern dass ich meine eigene Handschrift habe. Was mich an Gunter beeindruckt hat, war die Offenheit, andere in sein Leben gucken zu lassen und Leidenschaften zu teilen. Er hat die Liebe Gottes nicht verschwiegen, sondern verkörpert. Zum Beispiel indem er mich schon als Kind ernst genommen und wertgeschätzt hat. Und diese Wesenszüge will ich mit meinem Stil füllen. Nicht, weil ich Gunter werden will, sondern weil Gunter sein Licht nicht unter den Scheffel gestellt hat und ich in seinen guten Taten Gottes Liebe erkennen konnte. Und das wünsche ich mir für mein Leben auch.

  • Autor / Autorin: Thomas Seeger
  • © Deutscher EC-Verband
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