Mehr Sein als Schein!?Mehr Sein als Schein!?

Einheit: Mehr Sein als Schein!?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Zettel, Stift(e), Bibel(n), Streichhölzer, Flipchart, ausgedruckte Fragen, Briefkuvert
Bibelstelle: Markus 11,12-25
Markus 11,12-11,25

Der verdorrte Feigenbaum. Jesus im Tempel

(Mt 21,12-22; Lk 19,45-48; Joh 2,13-16)

12Und am nächsten Tag, als sie von Betanien weggingen, hungerte ihn. 13Und er sah einen Feigenbaum von ferne, der Blätter hatte; da ging er hin, ob er etwas darauf fände. Und als er zu ihm kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit für Feigen. 14Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Nun esse niemand mehr eine Frucht von dir in Ewigkeit! Und seine Jünger hörten das.

15Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, hinauszutreiben die Verkäufer und Käufer im Tempel; und die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler stieß er um 16und ließ nicht zu, dass jemand etwas durch den Tempel trüge. 17Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht. 18Und es kam vor die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und sie trachteten danach, wie sie ihn umbrächten. Sie fürchteten sich nämlich vor ihm; denn alles Volk verwunderte sich über seine Lehre. 19Und am Abend gingen sie hinaus vor die Stadt.

20Und als sie am Morgen an dem Feigenbaum vorbeigingen, sahen sie, dass er verdorrt war bis zur Wurzel. 21Und Petrus erinnerte sich und sprach zu ihm: Rabbi, sieh, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. 22Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 23Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen würde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. 24Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden. 25Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bibelarbeit zu Mk 11,12-25: Andreas Liebrich erklärt zunächst die Hintergründe des Textes. Als Kernaussage arbeitet er heraus: „Nichts kann mich in meiner Beziehung zu Gott hindern!“ Ein ausführlicher Methodenteil beschließt die Bibelarbeit.


Vorschau:

1. Erklärung zum Text

Die drei Kilometer Wegstrecke von Bethanien nach Jerusalem werden an diesem Morgen zu etwas Einzigartigem, denn wir lesen von dem einzigen Fluchwort, dass Jesus im NT spricht.

V.12-14: Die frühesten Feigen gab es ab Ende Mai – und das wird uns von Markus besonders geschildert (anders in Mt 21,18 f – hier fehlt dieser Zusatz). Aber an so einem prächtigen Baum konnte Jesus auch schon vor Mai Früchte erwarten – zumindest sind die Blätter bei Feigenbäumen der Hinweis auf Früchte. Dass Jesus nichts an dem Baum finden konnte, zeigt, dass die Blätter nur Fassade sind. Schön anzusehen, verlockend, doch nichts dahinter, das den Hunger von Jesus hätte stillen können.

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2. Bedeutung für heute

Oft wird der Vers aus Mk 11,24 so ausgelegt, dass Gott uns alles im Leben schenkt, wenn wir nur genug glauben. Doch diese Stelle als Beleg dafür zu nehmen, wäre aus dem Zusammenhang gerissen. In diesem Textabschnitt wird vielmehr deutlich: Nichts kann mich in meiner Beziehung zu Gott hindern!

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3. Methodik für die Gruppe

3.1 Innere Haltung zum Bibellesen

Lest die Stelle aus Jesaja 50,4. Macht euch diese Wahrheiten bewusst: Jetzt ist die Zeit, um Gott zu begegnen, auch wenn es die gleiche Veranstaltung ist, wie jede Woche. Jetzt möchte Gott reden. Sprecht dieses Gebet Jesajas mit, dass Gott euch die Ohren aufweckt und ihr sein Wort hört, wie Jünger es hören. Lest auch die Stelle aus Jesaja 55,10 f. und haltet diese Wahrheit fest, dass Gottes Wort nie leer zurückkommt, auch wenn ihr es vielleicht anders empfindet. Es ist Gottes Zusage. Vertraut darauf!

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  • Autor / Autorin: Andreas Liebrich
  • © Deutscher EC-Verband