Mit offenen ArmenMit offenen Armen

Einheit: Mit offenen Armen

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 120-180 Min. (Vorbereitung: 60-60 Min.)
Materialart: Gottesdienst-Entwurf
Zielgruppe: Familien
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Corona Spezial
Themenstellungen: Ideen für die Corona- Zeit, Kirche-Kunterbunt
Redaktion: Kirche Kunterbunt
Bibelstelle: Lukas 15,11-15,32
Lukas 15,11-15,32

Das Gleichnis vom Vater und seinen beiden Söhnen

11Jesus erzählte weiter: »Ein Mann hatte zwei Söhne.

12Der jüngere sagte zum Vater:

›Vater, gib mir meinen Anteil am Erbe!‹

Da teilte der Vater seinen Besitz unter den Söhnen auf.

13Ein paar Tage später

machte der jüngere Sohn seinen Anteil zu Geld.

Dann zog er in ein fernes Land.

Dort führte er ein verschwenderisches Leben

und verschleuderte sein ganzes Vermögen.

14Als er alles ausgegeben hatte,

brach in dem Land eine große Hungersnot aus.

Auch er begann zu hungern.

15Da bat er einen der Einwohner des Landes um Hilfe.

Der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.

16Er wollte seinen Hunger mit dem Schweinefutter stillen,

das die Schweine fraßen.

Aber er bekam nichts davon.

17Da ging der Sohn in sich und dachte:

›Wie viele Arbeiter hat mein Vater,

und sie alle haben mehr als genug Brot.

Aber ich komme hier vor Hunger um.

18Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen:

Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden.

19Ich bin es nicht mehr wert,

dein Sohn genannt zu werden.

Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.‹

20So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater.

Sein Vater sah ihn schon von Weitem kommen

und hatte Mitleid mit ihm.

Er lief seinem Sohn entgegen,

fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

21Aber sein Sohn sagte zu ihm:

›Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden.

Ich bin es nicht mehr wert,

dein Sohn genannt zu werden.‹

22Doch der Vater befahl seinen Dienern:

›Holt schnell das schönste Gewand aus dem Haus

und zieht es ihm an.

Steckt ihm einen Ring an den Finger

und bringt ihm Sandalen für die Füße.

23Dann holt das gemästete Kalb her und schlachtet es:

Wir wollen essen und feiern!

24Denn mein Sohn hier war tot und ist wieder lebendig.

Er war verloren und ist wiedergefunden.‹

Und sie begannen zu feiern.

25Der ältere Sohn war noch auf dem Feld.

Als er zurückkam und sich dem Haus näherte,

hörte er Musik und Tanz.

26Er rief einen der Diener zu sich und fragte:

›Was ist denn da los?‹

27Der antwortete: ›Dein Bruder ist zurückgekommen!

Dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen,

weil er ihn gesund wiederhat.‹

28Da wurde der ältere Sohn zornig.

Er wollte nicht ins Haus gehen.

Doch sein Vater kam zu ihm heraus

und redete ihm gut zu.

29Aber er sagte zu seinem Vater:

›So viele Jahre arbeite ich jetzt schon für dich!

Nie war ich dir ungehorsam.

Aber mir hast du noch nie

einen Ziegenbock geschenkt,

damit ich mit meinen Freunden feiern konnte.

30Aber der da, dein Sohn,

hat dein Vermögen mit Huren vergeudet.

Jetzt kommt er nach Hause,

und du lässt gleich das gemästete Kalb

für ihn schlachten.‹

31Da sagte der Vater zu ihm:

›Mein lieber Junge, du bist immer bei mir.

Und alles, was mir gehört, gehört dir.

32Aber jetzt mussten wir doch feiern und uns freuen:

Denn dein Bruder hier war tot und ist wieder lebendig.

Er war verloren und ist wiedergefunden.‹«

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Ziel

Bei diesem Familienspaziergang kommt die ganze Familie ins Gespräch über die Bibelstelle des Barmherzigen Vater. Die Familie ist gemeinsam auf dem Weg und löst immer wieder verschiedene Stationen. Als Material benötigen die Familien einen großer Umschlag mit 5 kleinen Umschlägen, die vorher mit den Stationsbeschreibungen und dem jeweiligen Material gefüllt werden. Es muss also vorher nichts aufgebaut werden. Der Spaziergang kann auch von mehreren Familien zusammen gemacht werden.

Biblischer Hintergrund

Dem Familienspaziergang liegt die biblische Erzählung des Barmherzigen Vaters zugrunde.

Einführung

Hallo alle miteinander! Heute laden wir euch zu einem Familienspaziergang mit einer biblischen Geschichte ein. Jesus hat diese Geschichte erzählt. Sie handelt von zwei Brüdern und ihrem Vater, vom Aufbrechen und vom Heimkommen. Ihr könnt euch als Familie miteinander auf einen Spazierweg mit Entdeckungen machen. Vielleicht nehmt ihr ja auch noch eine (= 1) weitere Person mit, die ihr schon lange vermisst. Und am Ende könnt ihr euch über ein wunderbares Nachhausekommen freuen!
Plant eine Spaziergeh-Strecke, die – je nach Größe der Kinderfüße – ruhig eine Stunde dauern darf. Nehmt auf den Spaziergang den großen Umschlag mit Inhalt und die kleinen Briefe mit den Nummern 1 bis 4 mit. Sie enthalten die Aufgaben, die ihr unterwegs lösen dürft. Plant also auf eurem Weg vier kleine Pausenstationen ein, an denen ihr dann jeweils den nächsten Brief öffnen dürft. Brief Nummer 5 erwartet euch dann zuhause!
VORHER solltet ihr alles schon für euer Heimkommen vorbereiten. Denn dann gibt es ein großes Fest!
Malt ein buntes Schild für die Tür mit der Aufschrift: Herzlich willkommen daheim! Deckt den Tisch ganz festlich, vielleicht habt ihr Kerzen und Servietten da. Stellt schon etwas zu essen und zu trinken bereit. Gibt es Kuchen? Oder heiße Suppe? Limo oder warmen Tee? Es soll euch richtig schmecken! Legt den Brief Nummer 5 auf dem Tisch bereit. Ihr dürft ihn öffnen und lesen, wenn ihr heimgekommen seid.
ODER: falls jemand nicht mit spazieren geht (Oma, großer Bruder, Patin, …), dann kann diese Person für euch das Fest als Überraschung vorbereiten, während ihr unterwegs seid! Psst, nix verraten!
Und jetzt viel Spaß, tolle Erlebnisse auf dem Weg und Gottes Segen für euer Miteinander!

Material

  • großer Umschlag
  • 5 kleine Umschläge nummeriert mit Material gefüllt
Briefumschläge
Stationsbeschreibungen in Umschlägen

Aktiv-Zeit

1. Station: Losziehen

Stationsbeschreibung

Jesus erzählt:  Ein junger Mann ließ sich von seinem Vater sein Erbe auszahlen und ist mit dem ganzen Geld von zuhause losgezogen in die weite Welt. 

Gesprächsimpuls

  • Überlege dir, was DU mit richtig viel Geld machen würdest.
  • Hast du einen Herzenswunsch, den man mit Geld erfüllen kann? (Kleidung, Spielzeug, Schmuck, Auto, Urlaub …  ?)
  • Wie würdest du dich mit so viel Geld in den Händen fühlen? Würdest du dich vielleicht anders bewegen, anders gehen oder stehen als sonst?

Material

  • Umschlag Nr. 1 gefüllt mit der Stationsbeschreibung

2.Station: Geld „zum Fenster hinauswerfen“

Stationsbeschreibung

Jesus erzählt:  Der junge Mann lebte sehr verschwenderisch und hatte bald sein ganzes Geld aufgebraucht. Nehmt euch je eine Hand voll Konfetti aus dem Umschlag und werft sie mit „Hurra!“ und „Juhu!“ in die Luft. Werft so „alles Geld zum Fenster raus“, bis nichts mehr übrig ist.

Gesprächsimpuls

  • Wie ist es, wenn man das, was man hat, so um sich werfen kann?
  • Und wie fühlt es sich an, wenn nichts mehr da ist?
  • Was würdest du ohne Geld machen, wenn du Hunger und Durst bekommst?

Material

  • Umschlag Nr. 2 gefüllt mit der Stationsbeschreibung und Konfetti
Konfetti
Konfetti zum Werfen

3. Station: Hunger und Einsamkeit

Stationsbeschreibung

Jesus erzählt:  Bald brach eine Hungersnot aus. Der junge Mann hatte nichts mehr zu essen. Seine Freunde hatten ihn vergessen. Er suchte Arbeit, um Essen zu bekommen. Ein Bauer ließ ihn die Schweine hüten.

Gesprächsimpuls

  • Gibt es eine Arbeit oder Aufgabe, die du richtig eklig und widerlich findest? (Für den jungen Mann war es Schweinehüten.)
  • Würdest du die Arbeit annehmen, um dafür etwas zu essen zu bekommen?
  • Es gibt viele unangenehme Arbeiten, die andere Menschen für uns tun. Gut, dass es solche Helfer gibt! Wer/Was fällt dir ein?

Tut auch etwas Gutes, das vielleicht etwas eklig sein kann: zieht den Gummihandschuh an und sammelt unterwegs den Abfall am Wegrand in eure Mülltüte. Entsorgt alles in die Mülltonne.

Material

  • Umschlag Nr. 3 gefüllt mit der Stationsbeschreibung, Gummihandschuheen, und evtl. einer kleinen Mülltüte
Müll
Müll aufsammeln und entsorgen

4. Station: Besinnung und Umkehr

Stationsbeschreibung

Jesus erzählt:  Da erinnerte sich der hungrige junge Mann an sein Zuhause, und dass es ihm zuhause viel besser ergehen würde. Er entschied sich, nach Hause zurückzukehren.

Gesprächsimpulse

  • Hast du schon einmal Heimweh gehabt? Was hast du da am meisten vermisst?
  • Findest du es vielleicht auch sehr ungemütlich da, wo du jetzt im Augenblick gerade bist? Hast du auch Hunger? Dann macht euch jetzt schnell auf den Weg nach Hause!
  • Erzählt euch unterwegs: Was ist das Besondere am Heimkommen? Kannst du eine besondere „Nachhauskomm-Geschichte“ aus deinem Leben erzählen?

Material

  • Umschlag Nr. 4 gefüllt mit der Stationsbeschreibung

Feier-Zeit Teil 1

Stationsbeschreibung

Nehmt den Briefumschlag Nr. 5 bei euch zu Hause und öffnet den Brief. Lest ihn und rätselt gemeinsam, von wem der Brief sein könnte.
Als Jesus die Geschichte erzählt, merken die Menschen schnell, dass Jesus von Gott erzählt. Und von ihnen selber. Viele Menschen fühlen sich verloren. Sie sind nicht sicher, ob Gott mit ihnen etwas zu tun haben will. Sie denken: Vielleicht bin ich nicht gut genug für Gott. Oder schon viel zu weit weg von ihm. Sie hören Jesus staunend zu: Wie ein Vater, der auf sein Kind wartet, so ist Gott! Und wer nach Hause findet, für den/die gibt es ein Freudenfest! Ihr dürft jetzt auf die Striche G-O-T-T schreiben.

Material

  • Briefumschlag Nr. 5 gefüllt mit dem „Brief“, der Stationsbeschreibung, der Geschichte

BRIEF
Hallo ihr Lieben alle zusammen!
Ihr habt gefehlt. Ohne euch war der Tisch so leer. Welche Freude, dass ihr wieder da seid! Das muss jetzt aber gefeiert werden! Macht euch bereit, das wird ein Freudenfest!
Herzliche Grüße von    _  _  _  _

Essens-Zeit

Bei euch wird jetzt auch gefeiert! Und weil ihr von einer langen „Reise“ kommt, müsst ihr euch vielleicht erst ein wenig frisch und hübsch machen: Hände waschen, Haare kämmen, etwas Schönes anziehen, … Dann nehmt an der festlichen Tafel Platz.

Beginnt euer Festessen mit Gott und sprecht ein Tischgebet:
Lieber Gott!
Danke, dass du wie ein guter Vater bist und auf mich wartest. Danke, dass du wie eine liebevolle Mutter bist und für mich sorgst. Danke, dass du offene Arme für mich hast und ich immer zu dir kommen kann. Danke, dass du dich über mich freust. Lass mich und alle, die ich liebhabe, immer bei dir geborgen sein. Segne uns und dieses Fest. AMEN.

Feier-Zeit Teil 2

Wenn der erste Hunger gestillt ist,  dann lest noch einmal die ganze Geschichte vor, wie sie Jesus erzählt hat. Sie steht hier auf der Rückseite. Oder ihr findet sie in der Bibel im Neuen Testament bei Lukas im Kapitel 15 oder in der Kinderbibel.

Der Vater und die beiden Söhne
Zu Jesus kommen viele Menschen: Junge und Alte, Arme und Reiche, Gesunde und Kranke. Jesus schickt niemanden weg, denn Gott liebt alle Menschen. Alle sollen das wissen. Deshalb erzählt Jesus eine Geschichte:
Ein Mann hatte zwei Söhne. Sie werden einmal alles bekommen, was ihrem Vater gehört: das Haus, die Felder, die Tiere. Eines Tages kommt der jüngere Sohn zu seinem Vater. Er sagt: „Bitte, gib mir meinen Anteil von deinem Besitz.“  Der Vater teilt alles auf, was ihm gehört, und gibt es seinen beiden Söhnen. Der Jüngere verkauft alles, was er bekommt. Dann packt er seine Sachen und geht in ein fremdes Land. Dort lebt er in Saus und Braus. Er feiert lustige Feste und gibt das ganze Geld aus.
Jetzt geht es ihm schlecht. Er hat kein Geld mehr und kann nichts zu essen kaufen.  Er geht zu einem Bauern und sagt: „Ich habe solchen Hunger. Gib mir etwas zu essen. Ich will dafür arbeiten.“ Der Bauer sagt: „Pass auf die Schweine auf! Aber damit du es weißt: Du bekommst nichts von dem guten Schweinefutter!“ So hütet er die Schweine. Da denkt er an zu Hause. „Mein Vater hat viele Arbeiter. Alle bekommen genug zu essen. Und ich sterbe fast vor Hunger. Ich will zu meinem Vater gehen und sagen: ‚Ich kann nicht mehr dein Sohn sein. Lass mich als Knecht bei dir arbeiten!‘“ Er geht zurück zu seinem Vater. Sein Vater sieht ihn schon von weitem kommen und läuft ihm entgegen. Er umarmt ihn und küsst ihn. Der Sohn sagt: „Vater, es war nicht recht, was ich getan habe. Ich kann nicht mehr dein Sohn sein. Bitte, lass mich als Knecht bei dir arbeiten.“ Aber der Vater sagt zu seinen Dienern: „Mein Sohn ist wieder da! Holt die besten Kleider für ihn! Bringt ihm einen schönen Ring und Schuhe! Kocht ein Festessen! Wir wollen feiern und uns freuen. Denn ich habe gedacht, mein Sohn ist tot, und jetzt ist er wieder bei uns.“ Der ältere Sohn kommt von der Arbeit nach Hause. Da hört er das Singen und Tanzen. Er fragt einen Diener: „Was ist denn los?“ Der Diener sagt: „Dein Bruder ist wieder da. Dein Vater gibt ein Fest für ihn.“ Der ältere Sohn wird zornig. Er will nicht ins Haus gehen. Sein Vater kommt zu ihm heraus. Der Sohn sagt zu ihm: „Ich habe für dich gearbeitet, die ganze Zeit. Und du hast mir nichts dafür gegeben. Aber für diesen Nichtsnutz gibst du ein Fest!“ Der Vater antwortet: „Es ist doch dein Bruder! Er war verloren, und jetzt ist er wiedergefunden. Komm, freu dich mit mir!“
Lukas 15 – aus :  „Komm freu dich mit mir. Die Bibel für Kinder erzählt“  von Karin Jeromin und Rüdiger Pfeffer, Deutsche Bibelgesellschaft

Und? Freut ihr euch mit? Dann legt doch flotte Musik auf und tanzt dazu!

  • Autor / Autorin: Barbara Riedel, Erzbistum Bamberg
  • Autor / Autorin: Entwurf von Jutta Schrems, Wuselkirche Fürth
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg