Nennt mich … die, auf die Gott Acht hatNennt mich … die, auf die Gott Acht hat

Einheit: Nennt mich … die, auf die Gott Acht hat

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Rut 1,1-21
Rut 1,1-1,21

1

Rut zieht mit Noomi nach Bethlehem

1Zu der Zeit, als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden S√∂hnen. 2Der hie√ü Elimelech und seine Frau Noomi und seine beiden S√∂hne Machlon und Kiljon; die waren Efratiter aus Bethlehem in Juda. Und als sie ins Land der Moabiter gekommen waren, blieben sie dort. 3Und Elimelech, Noomis Mann, starb, und sie blieb √ľbrig mit ihren beiden S√∂hnen. 4Die nahmen sich moabitische Frauen; die eine hie√ü Orpa, die andere Rut. Und als sie ungef√§hr zehn Jahre dort gewohnt hatten, 5starben auch die beiden, Machlon und Kiljon. Und die Frau blieb zur√ľck ohne ihre beiden S√∂hne und ohne ihren Mann.

6Da machte sie sich auf mit ihren beiden Schwiegert√∂chtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zur√ľck; denn sie hatte erfahren im Moabiterland, dass der Herr sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte. 7Und sie ging aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegert√∂chter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zur√ľckzukehren, 8sprach sie zu ihren beiden Schwiegert√∂chtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter! Der Herr tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. 9Der Herr gebe euch, dass ihr Ruhe findet, eine jede in ihres Mannes Hause! Und sie k√ľsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten 10und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen. 11Aber Noomi sprach: Kehrt um, meine T√∂chter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Wie kann ich noch einmal Kinder in meinem Scho√üe haben, die eure M√§nner werden k√∂nnten? 12Kehrt um, meine T√∂chter, und geht hin; denn ich bin nun zu alt, um wieder einem Mann zu geh√∂ren. Und wenn ich d√§chte: Ich habe noch Hoffnung!, und diese Nacht einem Mann geh√∂rte und S√∂hne geb√§ren w√ľrde, 13wolltet ihr warten, bis sie gro√ü w√ľrden? Wolltet ihr euch einschlie√üen und keinem Mann geh√∂ren? Nicht doch, meine T√∂chter! Mein Los ist zu bitter f√ľr euch, denn des Herrn Hand hat mich getroffen.

14Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr. Und Orpa k√ľsste ihre Schwiegermutter, Rut aber lie√ü nicht von ihr. 15Sie aber sprach: Siehe, deine Schw√§gerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schw√§gerin nach. 16Rut antwortete: Bedr√§nge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. 17Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.

18Als sie nun sah, dass sie festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, lie√ü sie ab, ihr zuzureden. 19So gingen die beiden miteinander, bis sie nach Bethlehem kamen. Und als sie nach Bethlehem hineinkamen, erregte sich die ganze Stadt √ľber sie, und die Frauen sprachen: Ist das die Noomi? 20Sie aber sprach zu ihnen: Nennt mich nicht Noomi, sondern Mara; denn der Allm√§chtige hat mir viel Bitteres angetan. 21Voll zog ich aus, aber leer hat mich der Herr wieder heimgebracht. Warum nennt ihr mich denn Noomi, da doch der Herr mich gedem√ľtigt hat und der Allm√§chtige mir Leid angetan hat?

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Katrin Boedeker erz√§hlt die Geschichte des Buches Ruth nach. Sie erkl√§rt die Hintergr√ľnde und stellt anhand der Geschichte tief g√§ngige Fragen f√ľr das eigene Glaubensleben.


Vorschau:

Nennt mich … die, auf die Gott Acht hat

Das Leben versorgt uns mit Ver√§nderungen. Zwischen unserem ersten Schrei und dem letzten Atemzug passiert eine ganze Menge. Tendenziell f√ľhlt es sich gut an, wenn wir diese Ver√§nderungen beeinflussen k√∂nnen. Schwieriger kann es sein, wenn wir Umbr√ľchen eher ausgeliefert sind.

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Nennt mich … die, nach der kein Buch benannt wurde

Im Buch Rut wird uns ein Blick auf das Leben einer Frau geschenkt, das voller Ver√§nderungen steckte. Die Handlung spielt zu der Zeit, als die Richter in Israel richteten, in Israels Fr√ľhzeit. Es war eine Zeit voller Auseinandersetzungen. Fromme und friedliche Zeiten wechselten sich ab mit Zeiten, in denen Feinde das Land bedrohten. In diesem Setting lebte eine Frau namens Noomi. Vermutlich kam sie aus Bethlehem in Juda, denn ihr Mann, Elimelech, stammte von dort und es gab damals ja kein Online-Dating, um Partner aus anderen Landesteilen zu treffen. Mit der Heirat hatte Noomi bereits eine erste gro√üe Ver√§nderung in ihrem Leben erfahren.

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  • Autor / Autorin: Katrin Boedeker
  • © Deutscher EC-Verband