Nur noch kurz die Welt retten / Warum eigentlich?Nur noch kurz die Welt retten / Warum eigentlich?

Einheit: Nur noch kurz die Welt retten / Warum eigentlich?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Ben√∂tigte Materialien: Bilder (aus der Zeitung (Thema Flucht)), Frageb√∂gen (f√ľr Teilnehmende),
Bibelstelle: Apostelgeschichte 6,1-7
Apostelgeschichte 6,1-6,7

6

Stephanus und die anderen Helfer in der Gemeinde von Jerusalem

Apostelgeschichte 6,1‚Äď8,3

Sieben Helfer f√ľr die Apostel

1In dieser Zeit wuchs die Zahl der J√ľnger stetig.

Doch bald wurden in der Gemeinde Klagen laut.

Sie kamen von den Griechisch sprechenden Mitgliedern,

die aus anderen Ländern zugezogen waren.

Die warfen den Hebräisch sprechenden Einheimischen vor,

ihre Witwen bei der t√§glichen Speisung zu √ľbergehen.

2Daraufhin beriefen die Zwölf

eine Versammlung aller J√ľnger ein

und sagten: ¬ĽSo geht das nicht!

Wir können doch nicht

die Verk√ľndigung von Gottes Wort vernachl√§ssigen ‚Äď

und uns stattdessen selbst

um die Essensausgabe an den Tischen k√ľmmern.

3Br√ľder und Schwestern,

wählt aus eurer Mitte sieben Männer aus.

Sie sollen einen guten Ruf haben

und vom Geist Gottes und von Weisheit erf√ľllt sein.

Ihnen werden wir diese Aufgabe √ľbertragen.

4Wir dagegen werden uns ganz dem Gebet

und der Verk√ľndigung widmen.¬ę

5Der Vorschlag fand die Zustimmung

der ganzen Versammlung.

Sie wählten Stephanus,

einen Mann mit festem Glauben

und erf√ľllt vom Heiligen Geist.

Hinzu kamen Philippus, Prochorus,

Nikanor, Timon, Parmenas

und Nikolaus aus Antiochia,

der zum j√ľdischen Glauben √ľbergetreten war.

6Diese sieben ließ man vor die Apostel treten.

Die beteten f√ľr sie und legten ihnen die H√§nde auf.

7Das Wort Gottes breitete sich aus,

und die Zahl der J√ľnger in Jerusalem wuchs immer weiter.

Sogar von den Priestern nahmen viele

den Glauben an Jesus an.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Anderen helfen und sie unterst√ľtzen, z. B. durch vielf√§ltige soziale Angebote, hat in christlichen Kirchen immer eine gro√üe Rolle gespielt. Warum und was ist die Motivation dahinter? Und welche Rolle spielt der Einsatz f√ľr andere in meinem Leben? Diesen Fragen soll im folgenden Stundenentwurf nachgegangen werden.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Das Thema befindet sich in der Spannung zwischen Engagement aus Liebe auf der einen und Selbstrechtfertigung auf der anderen Seite. Deshalb soll herausgestellt werden, dass wir nicht aus Werken gerettet sind und sozialer Einsatz die Beziehungszeiten zu Gott nicht ersetzt, sondern sozialer Einsatz aus dem Leben mit Gott wirksam wird.

Bei den Vorbereitungen bietet es sich an, sich konkret zu informieren, was f√ľr soziale Einsatzm√∂glichkeiten es in der Region, in der Stadt, in der Kirchengemeinde oder in den Schulen gibt. Denn der Wunsch, sich aktiv zu engagieren, scheitert leicht an fehlendem Wissen √ľber Einsatzm√∂glichkeiten.

2. Zielgedanke

Diese Einheit zielt darauf, die Teens zum Nachdenken anzuregen, welche Priorit√§ten sie in ihrem Leben setzen wollen. Aus einem Verst√§ndnis der Priorit√§ten Gottes sollen sie dazu ermutigt werden, sich aktiv f√ľr andere Menschen einzusetzen. Sch√∂n w√§re es, wenn konkrete Ideen f√ľr Aktionen am Ende des Abends stehen und in den folgenden Wochen angegangen werden.

3. Einf√ľhrung inkl. Erkl√§rungen

Bereits im Alten Testament lie√ü Gott durch seine Propheten immer wieder wissen, wie wichtig ihm das gegenseitige ‚ÄěF√ľreinander sorgen‚Äú ist. In Jesaja 1,17 wird deutlich, welch hohen Stellenwert der Einsatz f√ľr die Schw√§cheren in der Gesellschaft bei Gott hat. Es ist ein wichtiger Weg, Gott zu ehren und ihm unsere Liebe auszudr√ľcken. Die Botschaft von Jesu Leben ist, dass wir nicht durch das gerechtfertigt sind, was wir tun. Dennoch bleibt der Auftrag, f√ľr Schw√§chere zu sorgen, bestehen und wird von der ersten Gemeinde in Jerusalem aufgegriffen. Viele Menschen kommen nach Pfingsten zum Glauben an Jesus und tun sich zusammen (Apg 2,41-44), um gemeinsame Zeiten mit und f√ľr ihren Gott zu feiern (Apg 2,46 f.). Dar√ľber hinaus sorgen sie sich um diejenigen, die Unterst√ľtzung brauchen, z. B. werden die Witwen t√§glich versorgt. Als Witwe in der damaligen Gesellschaft hatte man einen sehr schweren Stand. Lebensversicherung oder Renten der verstorbenen Ehem√§nner gab es nicht und auch keine M√∂glichkeit, selbst arbeiten zu gehen. Sie waren darauf angewiesen, dass sie von anderen versorgt wurden. Die junge Gemeinde will diese Verantwortung tragen. Doch es gibt Schwierigkeiten, die Organisation der Witwenversorgung l√§uft nicht gut. Die Frauen, die urspr√ľnglich aus anderen L√§ndern als aus Israel stammen, f√ľhlen sich √ľbersehen und benachteiligt. Die Apostel sehen ein, dass sie Fehler gemacht haben und der Aufgabe nicht mehr gerecht werden und ziehen ihre Konsequenzen. Es muss eine andere Organisation her, da sie die Aufgaben, zu denen sie sich berufen f√ľhlen, nicht vernachl√§ssigen wollen. Zu diesen Aufgaben geh√∂ren vor allem das Gebet und die Verk√ľndigung von Gottes Wort. Um die Hilfe f√ľr die Schw√§cheren und √Ąrmeren in der jungen Gemeinde realisieren zu k√∂nnen, brauchen sie Unterst√ľtzung und w√§hlen sieben M√§nner aus der Gemeinde daf√ľr aus. Beim ersten Lesen des Abschnitts (Apg 6,1-7) kann der Eindruck entstehen, dass damit eine strikte Aufgabentrennung vollzogen wird. Dieser Eindruck wird im weiteren Kapitel jedoch widerlegt, da Stephanus bis zu seinem M√§rtyrertod vielf√§ltig von Gott eingesetzt und gebraucht wird. Wie werden die M√§nner beschrieben, die f√ľr den Dienst ausgew√§hlt werden? Sie sind ‚Äěvon gutem Zeugnis‚Äú, also anerkannt und vorbildlich, ‚Äěvoll Geist‚Äú, folglich geistlich reif und ‚Äěvoll Weisheit‚Äú, also auch praktisch f√§hig f√ľr diese Aufgabe.

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  • Autor / Autorin: Jana Wagner
  • © Deutscher EC-Verband