Nur noch kurz die Welt retten / Warum eigentlich?Nur noch kurz die Welt retten / Warum eigentlich?

Einheit: Nur noch kurz die Welt retten / Warum eigentlich?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Bilder (aus der Zeitung (Thema Flucht)), Fragebögen (für Teilnehmende),
Bibelstelle: Apostelgeschichte 6,1-7

Anderen helfen und sie unterstützen, z. B. durch vielfältige soziale Angebote, hat in christlichen Kirchen immer eine große Rolle gespielt. Warum und was ist die Motivation dahinter? Und welche Rolle spielt der Einsatz für andere in meinem Leben? Diesen Fragen soll im folgenden Stundenentwurf nachgegangen werden.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Das Thema befindet sich in der Spannung zwischen Engagement aus Liebe auf der einen und Selbstrechtfertigung auf der anderen Seite. Deshalb soll herausgestellt werden, dass wir nicht aus Werken gerettet sind und sozialer Einsatz die Beziehungszeiten zu Gott nicht ersetzt, sondern sozialer Einsatz aus dem Leben mit Gott wirksam wird.

Bei den Vorbereitungen bietet es sich an, sich konkret zu informieren, was für soziale Einsatzmöglichkeiten es in der Region, in der Stadt, in der Kirchengemeinde oder in den Schulen gibt. Denn der Wunsch, sich aktiv zu engagieren, scheitert leicht an fehlendem Wissen über Einsatzmöglichkeiten.

2. Zielgedanke

Diese Einheit zielt darauf, die Teens zum Nachdenken anzuregen, welche Prioritäten sie in ihrem Leben setzen wollen. Aus einem Verständnis der Prioritäten Gottes sollen sie dazu ermutigt werden, sich aktiv für andere Menschen einzusetzen. Schön wäre es, wenn konkrete Ideen für Aktionen am Ende des Abends stehen und in den folgenden Wochen angegangen werden.

3. Einführung inkl. Erklärungen

Bereits im Alten Testament ließ Gott durch seine Propheten immer wieder wissen, wie wichtig ihm das gegenseitige „Füreinander sorgen“ ist. In Jesaja 1,17 wird deutlich, welch hohen Stellenwert der Einsatz für die Schwächeren in der Gesellschaft bei Gott hat. Es ist ein wichtiger Weg, Gott zu ehren und ihm unsere Liebe auszudrücken. Die Botschaft von Jesu Leben ist, dass wir nicht durch das gerechtfertigt sind, was wir tun. Dennoch bleibt der Auftrag, für Schwächere zu sorgen, bestehen und wird von der ersten Gemeinde in Jerusalem aufgegriffen. Viele Menschen kommen nach Pfingsten zum Glauben an Jesus und tun sich zusammen (Apg 2,41-44), um gemeinsame Zeiten mit und für ihren Gott zu feiern (Apg 2,46 f.). Darüber hinaus sorgen sie sich um diejenigen, die Unterstützung brauchen, z. B. werden die Witwen täglich versorgt. Als Witwe in der damaligen Gesellschaft hatte man einen sehr schweren Stand. Lebensversicherung oder Renten der verstorbenen Ehemänner gab es nicht und auch keine Möglichkeit, selbst arbeiten zu gehen. Sie waren darauf angewiesen, dass sie von anderen versorgt wurden. Die junge Gemeinde will diese Verantwortung tragen. Doch es gibt Schwierigkeiten, die Organisation der Witwenversorgung läuft nicht gut. Die Frauen, die ursprünglich aus anderen Ländern als aus Israel stammen, fühlen sich übersehen und benachteiligt. Die Apostel sehen ein, dass sie Fehler gemacht haben und der Aufgabe nicht mehr gerecht werden und ziehen ihre Konsequenzen. Es muss eine andere Organisation her, da sie die Aufgaben, zu denen sie sich berufen fühlen, nicht vernachlässigen wollen. Zu diesen Aufgaben gehören vor allem das Gebet und die Verkündigung von Gottes Wort. Um die Hilfe für die Schwächeren und Ärmeren in der jungen Gemeinde realisieren zu können, brauchen sie Unterstützung und wählen sieben Männer aus der Gemeinde dafür aus. Beim ersten Lesen des Abschnitts (Apg 6,1-7) kann der Eindruck entstehen, dass damit eine strikte Aufgabentrennung vollzogen wird. Dieser Eindruck wird im weiteren Kapitel jedoch widerlegt, da Stephanus bis zu seinem Märtyrertod vielfältig von Gott eingesetzt und gebraucht wird. Wie werden die Männer beschrieben, die für den Dienst ausgewählt werden? Sie sind „von gutem Zeugnis“, also anerkannt und vorbildlich, „voll Geist“, folglich geistlich reif und „voll Weisheit“, also auch praktisch fähig für diese Aufgabe.

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  • Autor / Autorin: Jana Wagner
  • © Deutscher EC-Verband