Pfingsten – Der Heilige Geist wird ausgegossenPfingsten – Der Heilige Geist wird ausgegossen

Einheit: Pfingsten – Der Heilige Geist wird ausgegossen

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene
Einsatzgebiete: Corona Spezial, Freizeiten, Gruppenstunde, virtuell / digital
Heft: der Steigbügel
Bibelstelle: Apostelgeschichte 2,1-47
  • DIE APOSTELGESCHICHTE DES LUKAS (Apg 2,1-47)

Das Pfingstwunder

21 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.

2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,

4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?

8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?

9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien,

10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,

11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.

12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?

13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

Die Pfingstpredigt des Petrus

14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen!

15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage;

16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5):

17 »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben;

18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.

19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf;

20 die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt.

21 Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

22 Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst –

23 diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht.

24 Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, dass er vom Tode festgehalten werden konnte.

25 Denn David spricht von ihm (Psalm 16,8-11): »Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht wanke.

26 Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung.

27 Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.

28 Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.«

29 Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag.

30 Da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte,

31 hat er's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen.

32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen.

33 Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört.

34 Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,

35 bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.«

36 So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.

Die erste Gemeinde

37 Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?

38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

39 Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.

40 Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!

41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.

42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

43 Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.

44 Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.

45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.

46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen

47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Apostelgeschichte 2,1-47

Rahmen

Diese Bibelarbeit kannst du im Rahmen eines Onlinemeetings z.B. über ZOOM durchführen. Schau dir die Plattform über die du arbeiten willst im Vorfeld an: Wie halten die Anbieter es mit dem Datenschutz? Eignet sie sich für deine Gruppengröße? Welche Tools hast du zur Verfügung?
Für diese Bibelarbeit ist es z.B. hilfreich, wenn du eine Whiteboard Funktion hast und Breakout Sessions (Kleingruppenräume) erstellen kannst. Auch das Teilen des Bildschirms und eine Chatfunktion können helfen.

Einleitung

Das Pfingstfest ist eines der drei großen Jahresfeste der Israeliten (2. Mose 23,14-16). In 3. Mose 23,15-22 erfahren wir, wie es gefeiert wurde und welche Opfer an diesem Tag dargebracht wurden. Das Fest findet 7 Wochen nach dem Passahfest (14.-21. Abib/Nisan*, März/April) statt, daher wird es auch „Wochenfest“ genannt. Der Name Pfingsten kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „der 50. Tag“, da das Fest 50 Tage nach dem Passahfest liegt. Es wird als Erntedankfest zur Zeit der Weizenernte gefeiert und findet daher etwa im Monat Siwan (Mai/Juni) statt.

Das Pfingstfest hatte zwei Bedeutungen: Zum einen wurde Erntedank (Weizenernte) gefeiert und zum anderen war dieser Tag zur Erinnerung an die 10 Gebote gedacht, die am Sinai von Gott gegeben wurden. Das Fest galt als Ruhetag, an dem auch eine Festversammlung stattfand.

*Nice to know: Es gibt unterschiedliche Namen für die Monate im israelischen Jahr. So finden wir Namen wie Abib („Ährenmonat“), Siw („Blütenmonat“), Etanim („ständig fließend“) oder Bul („Gewächs-„/“Regenmonat“), die sich daran orientieren, was im Laufe des Jahres im Getreideanbau geschieht. Durch den Aufenthalt in babylonischen Gebieten zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft etablierten sich neue Monatsnamen im Volk, die nach der Gefangenschaft auch im eigenen Land eingeführt wurden. So kam es zu den Namensänderungen der vier bekannten Monate: z. B. wurde aus Abib Nisan (Monat des Passahfestes und Todesmonat Jesu).

Hauptgeschichte

Lesen: Apostelgeschichte 2,1-47
Was bietet sich für deine Gruppe an: Jeder liest für sich? Einer liest vor? Mehrere teilen sich den Text zum Vorlesen auf?
Wichtig: Jeder sollte den Text schriftlich vor sich haben, da die Qualität der Internetverbindung je nach Ort/ Haushalt variieren kann z.B. indem du deinen Bildschirm mit dem Bibeltext teilst.

Fragen (jeder für sich):
Was fällt dir auf? Was spricht dich an?

Fragen für die Gruppe: (Die Antworten werden am Whiteboard gesammelt)
Was lest ihr über den Heiligen Geist? Wie bekommt man ihn? Was bewirkt er in einem Menschen?

Wahlmöglichkeiten

Über den Heiligen Geist gibt es einiges zu sagen. Daher kannst du an dieser Stelle entscheiden, wie du deine Bibelarbeit weiter aufbauen möchtest. Drei mögliche Bausteine findest du im Folgenden (für jeden solltest du etwa 20 min Zeit einplanen).
Du kannst z.B. einen dieser Bausteine mit deiner Gruppe weiter bearbeiten (im Plenum oder in Kleingruppen) oder du bietest mehrere Bausteine an, aus denen die Teilnehmer wählen können. Für die zweite Variante bietet es sich an mehrere Breakout Sessions zu erstellen und die Teilnehmer nach Interesse zuzuordnen. Jede dieser Breakout Sessions/ Kleingruppen sollte von einem Moderator geleitet werden, der die Gruppe durch die Fragen leitet und die Zeit im Blick behält. Dies muss nicht zwangsläufig ein Mitarbeiter sein, du kannst hierfür auch einen erfahrenen Teilnehmer anfragen. Frag ihn am besten ein paar Tage früher an und erklär ihm den Ablauf, den Zielgedanken und seine Aufgabe – dann kann er sich ebenfalls gut vorbereiten.

Möglichkeit 1: Die Herrlichkeit des HERRN

An mehreren Stellen der Bibel lesen wir, dass Gott in eine Wohnung zieht: Die Stiftshütte, den Tempel und die Herzen der Menschen.

Lesen: 2. Mose 40,34-38 (Stiftshütte); 1. Könige 8,10 (Tempel); Apostelgeschichte 2,1-4 (Herzen der Menschen)

Austausch: Was bringt es mit sich, wenn Gott irgendwo wohnt? Was ist das Besondere daran, dass er nun in den Menschen selbst wohnt? Wie ist dies möglich? Gab es Voraussetzungen, die erfüllt sein mussten (z. B. Sündenvergebung Apg 2,38 ff)? Was bedeutet das für dich heute?

Möglichkeit 2: Der Geist der Wahrheit – von Jesus versprochen

Lesen: Johannes 14,15-26; 16,5-15

Austausch: Was begeistert dich an diesen Texten? Was stört dich? Was erfährst du zusätzlich zu Apostelgeschichte 2 über den Heiligen Geist? Was bewirkt er? Was bedeutet das für dich heute?

Schreibt eure Erkenntnisse auf (Whiteboard)

Möglichkeit 3: Der Heilige Geist – Gaben, die er schenkt

Lesen: 1. Korinther 12,1-11

Sammelt in der Gruppe: Welche Gaben schenkt der Heilige Geist? Was ist das Gemeinsame an allen Gaben? Warum sind sie gegeben bzw. welches Ziel haben sie?

Schreibt eure Erkenntnisse auf (Whiteboard)

Weiterforschen: Einen weiteren Text über den gemeinsamen Nenner findest du in 1. Korinther 13.

Beute von Heute

Als Abschluss seid ihr als große Gruppe wieder im Plenum zusammen. Wenn du die Variante mit den Breakout Sessions gewählt hast, sollte an dieser Stelle ein moderierter Austausch folgen: Frage einen aus der jeweiligen Kleingruppe, was sie herausgefunden haben oder was ihnen wichtig geworden ist. Wenn die Gruppe ihre Ergebnisse in der Whiteboard Funktion festgehalten hat, können sie diese an dieser Stelle zeigen.

Gib den Teilnehmern nach dem Austausch ein paar Minuten Zeit, über das Gehörte nachzudenken. Folgende Fragen können helfen:
Welchen Gedanken/Impuls möchtest du aus der Bibelarbeit mitnehmen? Such dir einen Punkt aus, an dem du die nächste(n) Woche(n) dranbleiben möchtest. Welche Schritte möchtest du als nächstes konkret gehen?

Als Abschluss der Bibelarbeit kannst du ein Gebet sprechen oder einen Segen weitergeben.

  • Autor: Mika Herterich
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg