PornografiePornografie

Einheit: Pornografie

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-150 Min. (Vorbereitung: 60-180 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Offenes Angebot, Schule + Jugendarbeit
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Boxen, die die Entwicklungsaufgaben darstellen (Mind. 4 bis max. 12 (Sollten beschriftet werden in Anlehnung an die Liste (gern umgangsprachlicher/jugendgemäßer in der Sprache des Leiters)), 4 Aufsteller als Figuren oder schwarze Profile/Silhouetten von Teenagern (ggf. versehen mit Beispiel-Namen)
Bibelstelle: Epheser 6

In diesem Stundenentwurf wird Pornografiekonsum indirekt problematisiert. Die Jugendlichen verstehen, inwiefern die Integration von Sexualität eine Entwicklungsaufgabe darstellt und welche problematische Funktion dabei Pornografiekonsum einnehmen kann. Jugendliche verstehen die Hintergründe des Konsums.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Zu den Entwicklungsaufgaben des Jugendalters gehören auch die Übernahme einer Geschlechtsrolle, der Aufbau von intimen Beziehungen und die Integration von Sexualität in die Gesamtpersönlichkeit.

Nicht wenige Jugendliche wählen wenig konstruktive Strategien, diese Entwicklungsaufgaben zu meistern. Man kann Pornografiekonsum als eine solche Bearbeitungsstrategie verstehen.

2. Zielgedanke

Die Jugendlichen lernen, dass Sexualität eine Aufgabe ist, vor der wir Menschen stehen. In unserer Kultur gelten romantische Beziehungen und körperliche Intimität als Zeichen erfolgreichen Erwachsenwerdens. Ebenso wie bei anderen Aufgaben sind zu ihrer Meisterung Kompetenzen notwendig und ein ausreichendes Vertrauen in die eigene Person. Pornografie scheint hier eine Alternative zu bieten, die ohne Mühen Ähnliches bietet: Hier kann der eigene Körper und die eigene Genitalität gespürt werden, ohne körperlich wirklich aktiv zu werden. Über sexuelle Fantasien können intime Wünsche bearbeitet werden, ohne sich auf einen Partner einlassen zu müssen. Mittels Masturbation regulieren nicht wenige Teenager ihre Unlustgefühle oder tauchen in längeren Porno-Sessions aus einem überfordernden Alltag ab.

Zugleich birgt dies Risiken in mindestens vier Bereichen:

  1. Pornografie hat Effekte auf ihre Konsumenten. Die Wirkungsforschung gibt Grund zur Annahme, dass diese Effekte negativ sind. Insbesondere kann Pornografie die Vorstellungen von normaler Sexualität, die Zufriedenheit mit sich und dem eigenen Körper sowie die sexuellen Erregungsmuster verändern.
  2. Pornografie kann süchtig machen.
  3. Pornografie kann die eigentlichen Entwicklungsaufgaben – beispielsweise die Anbahnung und Aufrechterhaltung früher romantischer Beziehungen – unwahrscheinlicher machen und damit Reifungsschritte vermeiden.
  4. Für Menschen, die Pornografie ethisch verurteilen, kann anhaltender Pornografiekonsum zu einer moralischen Inkongruenz führen: Man tut etwas lustvoll, wofür man sich nicht nur schämt, sondern man lehnt das, was Lust bereitet, zutiefst ab. Dieser Zusammenhang gilt besonders für Personen, denen der Glauben wichtig ist. Diese fortwährende moralische Inkongruenz kann eine erhebliche psychische Belastung darstellen.

Daher lassen sich fünf Ziele formulieren:

  • Teenager verstehen, dass sie vor der Entwicklungsaufgabe der Integration von Sexualität stehen.
  • Die Hintergründe und Motivationen von Pornografiekonsum können besser verstanden werden.
  • In dem Entwurf geht es nicht nur um das kognitive Verstehen, sondern auch um das Erleben. Teenager sollen in denjenigen Motiven und Entwicklungsaufgaben gestärkt werden, die den Sog von Pornografie erklären helfen.
  • Jugendliche, die bisher noch keine regelmäßigen Konsumenten von Pornografie sind, werden in ihrer Entscheidung gestärkt und erhalten Hilfen, wie sie ihren pornofreien Kurs halten können.
  • Jugendliche, die regelmäßig Pornografie konsumieren (ca. 50% der Jungen im Alter von 13-18 Jahren, ca. 15 % der Mädchen) werden in ihrem Erleben zwischen Faszination von Pornos und Wut gegenüber der eigenen Unfreiheit ernst genommen und erhalten Hilfen für einen Ausstieg.

 

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  • Autor / Autorin: Nikolaus Franke
  • © Deutscher EC-Verband