PornografiePornografie

Einheit: Pornografie

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-150 Min. (Vorbereitung: 60-180 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Offenes Angebot, Schule + Jugendarbeit
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Boxen, die die Entwicklungsaufgaben darstellen (Mind. 4 bis max. 12 (Sollten beschriftet werden in Anlehnung an die Liste (gern umgangsprachlicher/jugendgemĂ€ĂŸer in der Sprache des Leiters)), 4 Aufsteller als Figuren oder schwarze Profile/Silhouetten von Teenagern (ggf. versehen mit Beispiel-Namen)
Bibelstelle: Epheser 6
Epheser 6

6

1Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. 2»Ehre deinen Vater und deine Mutter«, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat: 3»auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden« (5. Mose 5,16).

4Und ihr VĂ€ter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.

5Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, wie ihr Christus gehorcht; 6nicht mit Dienst allein vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als Sklaven Christi, die den Willen Gottes tun von Herzen. 7Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen; 8denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen, er sei Sklave oder Freier.

9Und ihr Herren, tut ihnen gegenĂŒber das Gleiche und lasst das Drohen; denn ihr wisst, dass euer und ihr Herr im Himmel ist, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person.

Die geistliche WaffenrĂŒstung

10Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner StĂ€rke. 11Zieht an die WaffenrĂŒstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen AnschlĂ€ge des Teufels. 12Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kĂ€mpfen, sondern mit MĂ€chtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die ĂŒber diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. 13Deshalb ergreift die WaffenrĂŒstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles ĂŒberwinden und das Feld behalten könnt.

14So steht nun fest, umgĂŒrtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit 15und beschuht an den FĂŒĂŸen, bereit fĂŒr das Evangelium des Friedens. 16Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

18Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen fĂŒr alle Heiligen 19und fĂŒr mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimĂŒtig das Geheimnis des Evangeliums zu verkĂŒndigen, 20dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.

GrĂŒĂŸe und SegenswĂŒnsche

21Damit aber auch ihr wisst, wie es um mich steht und was ich mache, wird euch Tychikus alles berichten, mein lieber Bruder und treuer Diener in dem Herrn, 22den ich eben dazu gesandt habe zu euch, dass ihr erfahrt, wie es um uns steht, und dass er eure Herzen tröste.

23Friede sei mit den BrĂŒdern und Schwestern und Liebe mit Glauben von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 24Die Gnade sei mit allen, die unsern Herrn Jesus Christus lieben – in UnvergĂ€nglichkeit.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

In diesem Stundenentwurf wird Pornografiekonsum indirekt problematisiert. Die Jugendlichen verstehen, inwiefern die Integration von SexualitĂ€t eine Entwicklungsaufgabe darstellt und welche problematische Funktion dabei Pornografiekonsum einnehmen kann. Jugendliche verstehen die HintergrĂŒnde des Konsums.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Zu den Entwicklungsaufgaben des Jugendalters gehören auch die Übernahme einer Geschlechtsrolle, der Aufbau von intimen Beziehungen und die Integration von SexualitĂ€t in die Gesamtpersönlichkeit.

Nicht wenige Jugendliche wÀhlen wenig konstruktive Strategien, diese Entwicklungsaufgaben zu meistern. Man kann Pornografiekonsum als eine solche Bearbeitungsstrategie verstehen.

2. Zielgedanke

Die Jugendlichen lernen, dass SexualitĂ€t eine Aufgabe ist, vor der wir Menschen stehen. In unserer Kultur gelten romantische Beziehungen und körperliche IntimitĂ€t als Zeichen erfolgreichen Erwachsenwerdens. Ebenso wie bei anderen Aufgaben sind zu ihrer Meisterung Kompetenzen notwendig und ein ausreichendes Vertrauen in die eigene Person. Pornografie scheint hier eine Alternative zu bieten, die ohne MĂŒhen Ähnliches bietet: Hier kann der eigene Körper und die eigene GenitalitĂ€t gespĂŒrt werden, ohne körperlich wirklich aktiv zu werden. Über sexuelle Fantasien können intime WĂŒnsche bearbeitet werden, ohne sich auf einen Partner einlassen zu mĂŒssen. Mittels Masturbation regulieren nicht wenige Teenager ihre UnlustgefĂŒhle oder tauchen in lĂ€ngeren Porno-Sessions aus einem ĂŒberfordernden Alltag ab.

Zugleich birgt dies Risiken in mindestens vier Bereichen:

  1. Pornografie hat Effekte auf ihre Konsumenten. Die Wirkungsforschung gibt Grund zur Annahme, dass diese Effekte negativ sind. Insbesondere kann Pornografie die Vorstellungen von normaler SexualitÀt, die Zufriedenheit mit sich und dem eigenen Körper sowie die sexuellen Erregungsmuster verÀndern.
  2. Pornografie kann sĂŒchtig machen.
  3. Pornografie kann die eigentlichen Entwicklungsaufgaben – beispielsweise die Anbahnung und Aufrechterhaltung frĂŒher romantischer Beziehungen – unwahrscheinlicher machen und damit Reifungsschritte vermeiden.
  4. FĂŒr Menschen, die Pornografie ethisch verurteilen, kann anhaltender Pornografiekonsum zu einer moralischen Inkongruenz fĂŒhren: Man tut etwas lustvoll, wofĂŒr man sich nicht nur schĂ€mt, sondern man lehnt das, was Lust bereitet, zutiefst ab. Dieser Zusammenhang gilt besonders fĂŒr Personen, denen der Glauben wichtig ist. Diese fortwĂ€hrende moralische Inkongruenz kann eine erhebliche psychische Belastung darstellen.

Daher lassen sich fĂŒnf Ziele formulieren:

  • Teenager verstehen, dass sie vor der Entwicklungsaufgabe der Integration von SexualitĂ€t stehen.
  • Die HintergrĂŒnde und Motivationen von Pornografiekonsum können besser verstanden werden.
  • In dem Entwurf geht es nicht nur um das kognitive Verstehen, sondern auch um das Erleben. Teenager sollen in denjenigen Motiven und Entwicklungsaufgaben gestĂ€rkt werden, die den Sog von Pornografie erklĂ€ren helfen.
  • Jugendliche, die bisher noch keine regelmĂ€ĂŸigen Konsumenten von Pornografie sind, werden in ihrer Entscheidung gestĂ€rkt und erhalten Hilfen, wie sie ihren pornofreien Kurs halten können.
  • Jugendliche, die regelmĂ€ĂŸig Pornografie konsumieren (ca. 50% der Jungen im Alter von 13-18 Jahren, ca. 15 % der MĂ€dchen) werden in ihrem Erleben zwischen Faszination von Pornos und Wut gegenĂŒber der eigenen Unfreiheit ernst genommen und erhalten Hilfen fĂŒr einen Ausstieg.

 

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  • Autor / Autorin: Nikolaus Franke
  • © Deutscher EC-Verband