PrayerSpaces – kreative Gebetsräume in SchulenPrayerSpaces – kreative Gebetsräume in Schulen

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Einheit: PrayerSpaces – kreative Gebetsräume in Schulen

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-60 Min. (Vorbereitung: 60-20160 Min.)
Materialarten: Gebete/ Gebetsaktion, Ideensammlung
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Events + Projekte, Offenes Angebot, Schule + Jugendarbeit
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Raum, Material (von www.prayerspacesinschulen.de)

„Warum streiten sich meine Eltern?“ – „Wieso bin ich immer so alleine?“ – „Hörst du mich wirklich?“ – „Bitte verzeih mir meine Fehler.“ – „Danke, dass es mich gibt.“

Schülerinnen und Schüler beschäftigt so vieles mitten im Alltag. Und oft haben sie keinen Ort, an dem sie diese Fragen, Sorgen und Bitten ausdrücken können – ohne dass sie bewertet oder kommentiert werden.

Ein Prayerspace bietet solch einen Raum mitten im Schulalltag und kann gleichzeitig eine Begegnung mit dem lebendigen Gott ermöglichen.

Was ist die Idee hinter Prayerspaces?

Mitten im Schulalltag bietet Prayerspaces einen Ort für Schülerinnen und Schüler, über sich selbst (ihr Selbstbild und ihre Identität), über ihre Beziehungen (Freunde oder Familie und anderen Menschen aus ihrem Umfeld), über ihren Platz in der Welt (wie sie Gerechtigkeit leben und Verantwortung wahrnehmen) nachzudenken und darüber, was sie fühlen und glauben. Obwohl die Gebetsstationen von Christen gestaltet werden, sprechen sie nicht ausschließlich Christen an. Sie sind einladend und relevant für alle Menschen – unabhängig von Religion, Kultur und Glaube.

Was genau ist ein Prayerspace?

Ein Prayerspace findet in einem Klassenraum oder einem anderen im Schulgebäude verfügbaren Raum statt. Dieser wird für ein bis zwei Tage oder sogar für eine Woche als kreativer Gebetsraum umgestaltet. Klassenweise können die Schülerinnen und Schüler den Raum mit ihren Religions- und Ethikkursen besuchen. In einem Prayerspace gibt es verschiedene Gebetsstationen, die Schülerinnen und Schüler erkunden können. Jede Station hat ein Thema, mit dem sich Jugendliche leicht identifizieren können, z. B. „Große Fragen“, „Mein Traum“, „Unsere Stadt“ oder „Masken“.

Wie lange dauert es, einen Prayerspace vorzubereiten?

Am besten funktioniert ein Prayerspace, wenn man in einem Team arbeitet. Im Vorfeld gibt es zwei Dinge, die Zeit in Anspruch nehmen: Die Gestaltung des Raumes und die Organisation der Besucherklassen des Prayerspace. Wir empfehlen, mindestens sechs Wochen vor der Durchführung mit den Vorbereitungen zu starten.

Was sind die ersten drei Schritte, um einen Prayerspace zu organisieren?

  1. Besucht unsere Website (www.prayerspacesinschulen.de), informiert euch und lasst euch kostenfrei die Zugangsdaten zum Materialdownload geben.
  2. Betet für eure Schule.
  3. Welche Person bzw. welche Ortsgemeinde könnte mit euch gemeinsam das Projekt planen und durchführen? Erzählt der Person von eurer Idee.

Wer und was hilft bei der Organisation?

Auf unserer Website findet ihr eine ausführliche Beschreibung, wie man ein Prayerspace organisieren kann. Dort gibt es auch rund 100 Vorschläge für Gebetsstationen zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Altersstufen. Außerdem haben wir eine kreative Feedbackhilfe zum Abschluss eines Prayerspace erarbeitet.

Ebenso findet ihr sowohl auf der Website als auch direkt hier auf jo bei dieser Einheit einen Informationsflyer als PDF zum Downlaod, der dient zur Vorstellung bei der Schulleitung oder der Religionsfachlehrerschaft.

Wie lassen sich die Inhalte von Prayerspaces mit Lehrplanzielen vereinbaren?

Prayerspaces fördert vor allen Dingen die Selbstkompetenz und die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler. An vielen Stationen geht es um den Umgang mit den eigenen Gefühlen. Angst, Sorge, Dankbarkeit, Wut, Trauer u. a. werden thematisiert. Die Kinder und Jugendlichen lernen dabei, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Das kann sehr unterschiedlich konkret und kreativ aussehen: Es gibt Stationen, an denen die Schülerinnen und Schüler malen, basteln, kneten, schreiben oder einfach nur etwas symbolisch hinterlassen oder mitnehmen können.

Viele Stationen thematisieren den Umgang mit nahestehenden Menschen (Familie und Freunden). Hier wird die Sozialkompetenz gestärkt. Stationen wie „Versöhnungsreißverschluss“, „Ich in der Gemeinschaft“, „Freundschaftsblume“ oder „Familienbaum“ helfen Schülern, das soziale Miteinander zu reflektieren und konkrete Maßnahmen zu dessen Verbesserung zu entwickeln.

Der Prayerspace ist vorbereitet und die Schüler kommen: Wie sieht die Durchführung praktisch aus?

Eine Unterrichtsstunde von 45 Minuten bietet sich an den meisten Schulen für einen Besuch eines Prayerspace an. Nach dem Ankommen der Schülerinnen und Schüler gibt es eine kleine Einführung zum Thema, anschließend haben die Jugendlichen rund 30 Minuten Zeit, den Raum zu erkunden und ihn für sich zu nutzen. Dabei bleibt es ihnen überlassen, ob sie sich die Gebetsstationen nur anschauen und sich vielleicht mit den aufgeschriebenen Gebeten anderer identifizieren, ob sie im Stillen nachdenken und beten oder selbst etwas aufschreiben wollen. An manchen Stationen haben sie auch die Möglichkeit, eine symbolische Handlung durchzuführen oder etwas mitzunehmen.

Am Ende der Zeit haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, die Gruppe nochmal für fünf Minuten für eine „Blitzlichtrunde“ zu sammeln. Sie können dann entweder ihren Gesamteindruck aussprechen oder auf einen Zettel schreiben und diesen beim Verlassen des Raumes abgeben oder an die Tür heften.

Es hat sich bewährt, den Prayerspace zusätzlich in den Pausen zu öffnen. Gut geeignet für einen Prayerspace sind auch der Tag der offenen Tür oder eine Projektwoche.

Welche Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrern, Eltern gibt es bereits?

Lehrer und Schüler berichten von einem positiven Einfluss auf das Schulklima. Vor allem dann, wenn die gesamte Schule beteiligt ist oder mehrere Jahrgänge parallel teilnehmen. Einige Schulen haben deshalb schon mehrere Prayerspaces organisiert.

Hier einige Stimmen:

„Die Ängste und Hoffnungen der anderen waren den meinen sehr ähnlich.“ – Schülerin

„Alle begleitenden Lehrer staunten, wie ruhig die Schülerinnen und Schüler tatsächlich waren.“ – Lehrerin

„Die Sorgenwand fand ich am besten. Zu Hause bete ich nie, aber über manche Sachen kann man einfach nicht mit anderen reden.“ – Schüler

„Prayerspaces haben mich angeregt, darüber nachzudenken, wer im Himmel lebt und warum ich lebe.“ – Schüler

  • Autor / Autorin: Jana Nimmo
  • © Bild 1: Anita Rezzonico
  • © Bild 2 und 3: Maria Pacho