Reset Xmas / Jetzt sind mal die anderen dran

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Reset Xmas / Jetzt sind mal die anderen dran

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 30-90 Min. (Vorbereitung: 45-60 Min.)
Bibelstelle: Lukas 1,39-1,56 anzeigen
Bibelstelle
Lukas 1,39-1,56

Maria besucht Elisabet

39Bald danach machte sich Maria auf den Weg.

So schnell sie konnte, wanderte sie

zu einer Stadt im Bergland von Judäa.

40Dort ging sie in das Haus von Zacharias

und begrüßte Elisabet.

41Als Elisabet den Gruß von Maria hörte,

sprang das Kind vor Freude in ihrem Bauch.

Elisabet wurde vom Heiligen Geist erfüllt

42und rief mit lauter Stimme:

»Gesegnet bist du unter allen Frauen

und gesegnet ist das Kind in deinem Bauch!

43Wie komme ich zu der Ehre,

dass die Mutter meines Herrn mich besucht?

44Als ich deinen Gruß hörte,

sprang das Kind vor Freude in meinem Bauch.

45Glückselig bist du, denn du hast geglaubt:

Was der Herr versprochen hat, geht in Erfüllung.«

Maria lobt Gott

46Da sagte Maria:

»Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen.

47Alles in mir jubelt vor Freude

über Gott, meinen Retter.

48Denn er wendet sich mir zu,

obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin bin.

Von jetzt an werden mich alle Generationen

glückselig preisen.

49Denn Gott, der mächtig ist, hat Großes an mir getan.

Sein Name ist heilig.

50Er ist barmherzig zu denen, die ihm Ehre erweisen –

von Generation zu Generation.

51Er hebt seinen starken Arm

und fegt die Überheblichen hinweg.

52Er stürzt die Machthaber vom Thron

und hebt die Unbedeutenden empor.

53Er füllt den Hungernden die Hände mit guten Gaben

und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.

54Er kommt seinem Diener Israel zu Hilfe

und erinnert sich an seine Barmherzigkeit.

55So hat er es unseren Vorfahren versprochen:

Abraham und seinen Nachkommen für alle Zeit!«

56Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet.

Dann kehrte sie nach Hause zurück.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Benötigte Materialien: Bibel(n), Pinnnadel(n), Pinnwand, Stift(e), Zettel, Backzutaten
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1. Vorbemerkungen

In der westlichen Welt ist Weihnachten zu einem Konsumgeschäft geworden. Die Produzenten und der Einzelhandel warten mit den tollsten Hightech-Geräten auf und nutzen die Weihnachtsstimmung, um ihre Produkte loszuwerden. Teenager und Erwachsene werden von der Umwelt automatisch in den Konsumsog hineingezogen, der die wirkliche Bedeutung von Weihnachten schnell überdecken kann. Denn die Hoffnung auf die Ankunft von Jesus, dem König der Welt, sah überraschend anders aus.

Am Ende der Einheit soll ein konkretes Beispiel vorgestellt werden, wie ihr mit euren Teenagern anderen Teenagern, die am Rand der Gesellschaft stehen, mehr als nur eine Freude bereiten könnt: eine Geschenkaktion der EC-Indienhilfe.

Obwohl Indien ein beachtliches Wirtschaftswachstum in den letzten 20 Jahren erlebt hat, leben derzeit immer noch 400 Mio. Menschen (etwa 5-mal so viele wie Deutschland Einwohner hat!) unterhalb der extremen Armutsgrenze von einem Euro täglich. Viele in der armen Bevölkerungsschicht haben so gut wie keinen Zugang zu Bildung, sauberem Wasser, gesunder Ernährung und Gesundheitsversorgung. Ein Beispiel dafür: Fast jedes zweite Kind in Indien ist derzeit unterernährt.

2. Zielgedanke

Die Teenager lernen, dass die Armen im ganzen Weihnachtsgeschehen und in der Hoffnung von Maria eine besondere Rolle gespielt haben. Das fordert uns heraus, an Weihnachten ebenfalls den Blick auf die Menschen zu richten, die hoffnungslos geworden sind, und wir selbst (nach Gottes Vorbild) Schenkende für andere zu werden.

3. Einführung incl. Exegese

Maria beschreibt ihre Hoffnung auf den Messias in einem Lied. Das Lied ist in mehrerer Hinsicht interessant, da es aus der innersten Hoffnung Israels rührt, dass Gott einen Neuanfang mit seiner Welt vorhat. Nicht nur ein Prophet sollte kommen und Gottes Zukunft beschreiben. Nein, der Messias, der Retter selbst soll kommen und Gottes neue Zukunft für die gesamte Schöpfung anbrechen lassen. Rettung war nicht eine platonische Vorstellung, dass die Seele irgendwann in den Himmel wandert, sondern eine ganzheitliche Erwartung, dass Gott mit seiner Welt zu seinem Ziel kommt und alle lebenszerstörende Kräfte (Sünde) zunichte machen würde. Diese Kräfte sorgten gemäß den Propheten im Alten Testament dafür, dass besonders die Armen und Schwachen darunter litten und Opfer dessen wurden (z. B. Jes 1,6-17, Amos 5,11-16). Deshalb mahnten die Propheten diese Sünde vermehrt an. Marias Hoffnung auf die Erneuerung Israels bezog sich dementsprechend auch (aber nicht nur!) auf die Not der Hungernden und Ausgeschlossenen. Gottes Friedensreich war die Hoffnung derer, die sich von anderen und Gott verlassen fühlten.

4. Einstieg

Frage an die Teilnehmer: Was war bisher euer bestes Weihnachtsgeschenk? Oder: Wie sieht eure Wunschliste für Weihnachten aus?

Die Frage soll auflockernd in der Runde eine Unterhaltung in Gang setzen, wobei keine Antworten gewertet werden sollen.

5. Hauptteil

Mit Weihnachten verbinden wir alle gewisse Hoffnungen. Hoffnung auf ein tolles Weihnachtsfest mit der Familie; auf ein tolles Geschenk; Kinder in Syrien oder anderen Ländern hoffen, dass der Krieg mal ein Ende nimmt und Frieden eintritt.

Jesus: Die Hoffnung der Welt

Frage an die Teens: Wer kennt von euch den Satz: Jesus ist die Hoffnung der Welt?

Hier kann eine Diskussion einsetzen mit den Fragen: Was meint diese Aussage? Kann man das heute immer noch sagen?

Welche Hoffnung hatte Maria auf die Ankunft des Messias?

Wir sind nicht die Ersten, die bestimmte Hoffnungen an Weihnachten haben. Bevor Jesus auf die Welt kam, hatten die Menschen sehr konkrete Hoffnungen auf den versprochenen Messias.

Text lesen: Lukas 1,39-56

Gruppendiskussion

(Je nach Gruppengröße 3 bis 4 Teens in einer Gruppe)

Die Teilnehmer arbeiten an folgende Fragen und schreiben einige Stichpunkte auf, die nachher an die Wand gepinnt werden können.

  • Welche Hoffnungen hatte Maria an die Geburt ihres Sohnes?
  • Welche Rolle spielen Hunger, Ausbeutung oder Menschen in Not in ihren Hoffnungen? Warum?
  • Wenn mit dem Messias das Reich Gottes kommt, wie sollte es nach der Vorstellung von Maria aussehen? Was beschreibt sie?

Nach der Gruppenarbeit schließt sich ein Austausch und Diskussion über die Antworten an.

Frage an die Teens:

  • Wie und wo in der Weihnachtsgeschichte kommen die Armen und Ausgeschlossenen vor?

Die Weihnachtsgeschichten nach Lukas 2 müssen nicht gelesen werden, vorausgesetzt die Teens kennen die Geschichten recht gut.

  • Die erste Botschaft geht an die armen Hirten und nicht an die religiöse Elite.
  • Maria und Josef waren selbst arm.
  • Jesus kam als König der Welt nicht in einem Palast, sondern in ärmlichen Verhältnissen zur Welt. (Sein Bett war eine notdürftige Futterkrippe.)
  • Die drei Weisen waren zwar nicht arm, aber sie waren Ausländer und standen damit religiös hinten an.
  • Jesus musste als Flüchtling und Obdachloser Asyl in Ägypten suchen.

Input

An Weihnachten kommen in Marias Worten gerade die Armen und Unterdrückten in den Fokus Gottes. Gott selbst wird arm für sie, damit sie als Beschenkte das Leben haben dürfen.

Maria lenkt die Weihnachtsbotschaft als eine Hoffnung, dass die Armen nicht mehr von Machthabern ausgebeutet werden, sondern im Reich Gottes zu ihrem Recht kommen. Gottes Barmherzigkeit, Wohlwollen und Schutz gilt ihnen.

In diesem Sinne kann Weihnachten ein Fest für die werden, die eigentlich nichts zu feiern haben, die außen vor gelassen werden und die keiner haben will. Sie sollen die Ehrenplätze einnehmen dürfen.

Wir sind es gewohnt, zu Weihnachten beschenkt zu werden und wir freuen uns darauf. An Weihnachten schenkt sich Gott uns. Wir sind damit überreich Beschenkte. Aber erst wenn wir selbst Schenkende werden und damit Gottes Geschenk an die weitergeben (keine Angst! Gottes Geschenk wird damit nicht kleiner), die es besonders benötigen, kommt Weihnachten zur gewollten Entfaltung.

Weihnachtsaktion: Jetzt sind mal die anderen dran!

Idee: Benachteiligte Kinder und Teenager in Indien beschenken.

Die Sozialmissionarische Arbeit des Deutschen EC-Verbandes setzt sich schon seit über 50 Jahren für die Ärmsten der Armen u.a. in Indien ein, um sie vor extremer Armut zu schützen und Hoffnung auf lebenswürdiges Leben zu geben. Mehr Infos, Clips, Powerpoint-Präsentation über Armut in Indien und anderen Ländern und die Projekte, die der Deutsche EC-Verband unterhält, findet ihr auf der Internetseite http://www.ec-sma.de. Einiges davon kann zusätzlich in den Stundenablauf eingebaut werden.

Viele Teenager bekommen in den Projekten die Chance, in die Schule gehen zu dürfen, anstatt Feldarbeit machen zu müssen. Normalerweise bekommen sie keine Weihnachtsgeschenke, weil die Eltern dafür viel zu arm sind.

Was könnt ihr ihnen schenken?

Besonders benachteiligte Kinder freuen sich auf Geschenke. Aber einfach so ein Paket nach Indien zu schicken wäre viel zu teuer und ineffizient. Angefangen allein schon bei der Frage: wohin? Deshalb haben wir ein Geschenk überlegt, das für alle Kinder in den Projekten sinnvoll ist: Ein Satz neuer Kleidung mit Schuhen. Kostenpunkt: 15,- Euro pro Person.

Aktionsplan: Jetzt sind mal die anderen dran!

1. Zuerst fängt man bei sich selbst an.

Wie viel möchte jeder zum Geschenk beitragen? Den Wert einer Cola, eines McDonald-Besuchs oder eines Döners, eines Kinobesuchs, …? (Natürlich nur freiwillig und anonym.)

2. Plätzchen backen

Zur Adventszeit lieben alle Plätzchen. Backt als Gruppe Weihnachtsplätzchen und bietet sie nach dem Gottesdienst oder anderen Anlässen an. Vielleicht probiert ihr auch eine exotische Variante (indischer Plätzchen) aus. Der Erlös geht für die Geschenkaktion.

3. Gesamtbetrag überweisen

Zählt den Gesamtbetrag zusammen und überweist ihn für die Weihnachtsaktion der Sozial-Missionarischen-Arbeit (Konto auf http://www.ec-sma.de) mit dem Vermerk „Weihnachtsgeschenk“. Wenn ihr wollt, macht Bilder von der Backaktion und schickt sie mit einer Grußkarte an die beschenkten Teenager. Damit bekommt das Geschenk eure persönliche Note. Wir leiten eure Bilder bzw. Weihnachtskarte weiter und wandeln den überwiesenen Betrag in das Weihnachtsgeschenk (15,- Euro für einen Satz Kleidung) um.

4. Auf Post aus Indien freuen

Ihr bekommt anschließend Bilder von den Beschenkten. Vielleicht ist es der erste Kontakt zu Gleichaltrigen aus einer anderen Welt.

Hinweise zur Aktion

Wollt ihr mal indische Plätzchen backen? Hier ist ein Rezept dafür:

Indische Kekse

Ihr braucht:

2 gestrichene TL gemahlenen Kardamom (Gewürzregal)
125 g Butter (Zimmertemperatur)
125 g Zucker (Rohrohrzucker wenn mgl.)
1 Prise Salz
140 g Grieß
160 g Mehl
Ca. 20–25 Mandeln kurz mit heißem Wasser übergießen, Haut abziehen und dann halbieren, sodass ihr 40–50 halbe Mandeln habt.

Zubereitung

  1. Alle Zutaten (bis auf die Mandeln) gut miteinander vermengen. Der Teig ist leicht krümelig (wie beim Mürbeteig). Zur Rolle geformt und in Klarsichtfolie gewickelt wird er ca. 30 Minuten in den Kühlschrank gelegt.
  2. Den Ofen auf 180°C Unter- und Oberhitze vorheizen. Umluft ca. 160°C.
  3. Aus dem Teig formt ihr ca. 40–50 kirschgroße Kugeln. Nicht wundern, der Teig ist leicht krümelig, wenn ihr ihn aber mit der Hand ein wenig knetet, wird er geschmeidiger. Jede Kugel wird mit einer halben Mandel verziert (leicht andrücken).
  4. Alle Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Sie sollten eine hellbraune Farbe haben. Abkühlen lassen und dann … Guten Appetit!

6. Abschluss

Wenn wir an Weihnachten an Menschen denken, die keine Hoffnung haben, wird Weihnachten zu dem, was es eigentlich sein sollte. Wir lassen uns nicht nur von unseren eigenen Wünschen treiben, sondern wenden uns anderen Menschen zu und tun ihnen Gutes, ganz im Sinne Gottes.

  • Autor / Autorin: Gerhard Wiebe
  • © Deutscher EC-Verband
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