Richtig gut geworden! Und nun?Richtig gut geworden! Und nun?

Einheit: Richtig gut geworden! Und nun?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 10-15 Min. (Vorbereitung: 5-15 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Mitarbeit, Mitarbeitende, Studenten
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Evangelisation/ missionarisches Event, Freizeiten, Gruppenstunde
Heft: echt.
Bibelstelle: undefined

Ich stehe auf einem alten Turm auf der Spitze eines kleinen Berges. Die Aussicht ist gigantisch. Auf der einen Seite sehe ich Wald, gefühlt unendlich viele aneinandergereihte Bäume. Ich sehe große Hügel mit ungewöhnlichen Felsformationen. Auf der anderen Seite sehe ich weite Flächen und bebaute Felder und nicht weit davon eine kleine Stadt mit einem Kirchturm, der über die Häuser ragt. Unglaublich was für eine Vielfalt an Schöpfung man von einem einzigen Punkt aus sehen kann. Immer wieder bin ich beeindruckt davon, wie vielfältig, verschieden und einzigartig unsere Welt ist. Die Natur und auch die Menschen. Man findet nicht ein einziges Blatt, das genauso aussieht wie ein anderes und auch keinen Menschen, der genauso ist wie ein anderer.

In der Bibel lesen wir an verschiedenen Stellen, das Gott diese bunte und kreative Welt geschaffen hat, mit all ihren Facetten. Er schuf Himmel und Erde, Meer und Land, Pflanzen und Tiere und auch die Menschen. Und dann schaute er sich sein Werk an. „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (Gen 1,31). Du, ich, die Tiere und die Natur, alles ist sehr gut.

Wie oft gehst du spazieren, schaust dir die Menschen oder die Landschaft an und denkst: „Das ist Gottes Schöpfung und sie ist richtig gut geworden!“? Oft laufen wir durch die Gegend und treffen Menschen und erkennen die Schönheit gar nicht, die doch direkt vor uns liegt. Die Schönheit von Gottes Schöpfung zu erkennen und ihn dafür zu loben und zu bewundern, ist eine Form der Anbetung. Und gleichzeitig Gottes Zuspruch an seine gesamte Schöpfung, also auch an uns. „Du bist sehr gut!“

Mit der Schöpfung sind aber auch Aufträge an uns Menschen verbunden. Zum einen: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Gen 1,28) Gott hat seine Schöpfung tatsächlich in unsere Hände gegeben – ganz schön verrückt. Wir haben Macht bekommen und sollen über sie herrschen. Herrschen heißt aber auch Verantwortung. Wir alle kennen Beispiele, wo Herrscher ihre Macht missbraucht haben und die Untergebenen darunter leiden mussten. Hat Gott das unter „herrschen“ verstanden?

Zum anderen lesen wir, der Mensch soll „bebauen und bewahren“ (vgl. Gen 2,15). Wenn man sich die Großstädte anguckt mit Millionen von Menschen, aber auch die riesigen landwirtschaftlichen Flächen, merkt man, dass wir das Bebauen schon ganz gut geschafft haben. Und es hört nicht auf. Alte Gebäude werden abgerissen und größer, moderner und ausgefallener neu gebaut.  Zum Auftrag des Herrschens und Bebauens gehört aber auch das Bewahren. Nur was heißt das überhaupt? Es gibt große Naturschutzgebiete, teilweise Biolandwirtschaft, in manchen Städten auch Dieselfahrverbote. Hat Gott das unter „bewahren“ verstanden?

Gott sagt uns: „Du bist sehr gut!“ und gibt seine Schöpfung in unsere Hände. Beherrschen, bebauen, bewahren. Das ist die Grundlage, die Gott uns bietet. Von hier aus können wir gestalten. Die Frage ist, was du und ich aus diesem Geschenk machen.

  • Autor: Fabienne Deutschmann
  • © Deutscher EC-Verband