Rudi und die wirklich blinden Leute: Wer an Jesus glaubt, kriegt den Durchblick

Einheit | Erzählung
Einheit | Erzählung

Rudi und die wirklich blinden Leute: Wer an Jesus glaubt, kriegt den Durchblick

Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder (3-7 Jahre), Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: Jungscharleiter
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 5 Min.)
Bibelstelle: Johannes 9,1-41 anzeigen
Bibelstelle
Johannes 9,1-9,41

9

Die Heilung eines Blindgeborenen

1Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. 2Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? 3Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. 4Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

8Die Nachbarn nun und die, die ihn zuvor als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? 9Einige sprachen: Er ist’s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin’s. 10Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden? 11Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend. 12Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er sprach: Ich weiß es nicht.

13Da führten sie den, der zuvor blind gewesen war, zu den Pharisäern. 14Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine Augen öffnete. 15Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend. 16Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen. 17Da sprachen sie wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, dass er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.

18Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war, 19und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend? 20Da antworteten seine Eltern und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. 21Aber wieso er nun sehend ist, wissen wir nicht, und wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn, er ist alt genug; lasst ihn für sich selbst reden. 22Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: Wenn jemand ihn als den Christus bekennt, der soll aus der Synagoge ausgestoßen werden. 23Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.

24Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. 25Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend. 26Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan? 27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt’s nicht gehört! Was wollt ihr’s abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? 28Da schmähten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. 29Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht. 30Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist; und er hat meine Augen aufgetan. 31Wir wissen, dass Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. 32Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. 33Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun. 34Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus.

35Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn? 36Er antwortete und sprach: Herr, wer ist’s, auf dass ich an ihn glaube? 37Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn ja gesehen, und der mit dir redet, der ist’s. 38Er aber sprach: Herr, ich glaube. Und er betete ihn an.

39Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf dass die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. 40Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind? 41Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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Die Geschichte der Heilung des Blinden aus der Sicht von Rudi dem Raben. Ansprechend und für Kinder verständlich erzählt!

Vorschau:

Also Sachen gibt‘s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, das glaubt mir keiner. Dass da einer auf einmal voll den Durchblick hat und alle anderen sehen nix, ist schon sehr merkwürdig. Aber am besten erzähle ich euch die Geschichte von Anfang an.

Ich verfolgte Jesus schon eine ganze Weile, der mit seinen besten Kumpels durch die Straßen zog. Plötzlich sahen die einen blinden Typen an der Ecke sitzen. Der sah echt erbärmlich aus, kann ich euch sagen. Die Kumpels von Jesus sahen sich den Blinden an und fragten Jesus, wer denn hier was falsch gemacht hätte, dass der arme Typ blind wäre – er oder seine Eltern? Die dachten tatsächlich, irgendeiner hätte etwas echt Schlimmes gemacht, und deshalb wäre der Typ blind geboren worden. Quasi als Strafe von Gott. Doch Jesus wollte davon überhaupt nix wissen. Keiner hat hier Bockmist gebaut, sagte er.

Dann passierte etwas echt Krasses. Jesus spuckte volles Rohr auf den Boden und fing an, mit seinem Finger die Spucke im Staub zu verteilen. Dann strich er doch tatsächlich dem blinden Typen die Matschepampe auf die Augen. Das war vielleicht ne Sauerei kann ich euch sagen. Anschließend sollte der Typ an den Teich gehen und sich waschen. Na, das hatte der auch nötig, hab ich mir da gedacht. Doch ihr stellt es euch nicht vor: wie der Blinde zurückkam, konnte der auf einmal wieder sehen. Alle waren total verwundert und konnten das kaum glauben.

Die Nachbarn schleppten den Typen sofort zu den Pharisäern. Wenn so etwas Außergewöhnliches passierte, mussten die ja unbedingt ihre Meinung dazu sagen. Der Typ, der blind gewesen war, musste alles ganz genau erzählen. Doch anstatt dass sich alle freuten, dass ein Blinder wieder sehen konnte, waren die Pharisäer mächtig sauer. Sie regten sich doch tatsächlich darüber auf, dass Jesus den Blinden an einem Feiertag geheilt hatte. Wer so was tut, kann kein Guter sein, sagten sie. Doch unser Typ sah das ganz anders. Und so kam es zu einem mächtigen Krawall. Schlussendlich wurde der Typ rausgeworfen und stand nun ganz allein auf der Straße.

Doch wenn ihr denkt, die Geschichte ist hier zu Ende – Pustekuchen. Jesus hat das alles genau mitbekommen, was die Pharisäer mit dem Typen veranstaltet haben. Und kurze Zeit später besuchte Jesus den Typen. Der fragte sich auch schon die ganze Zeit, wer ihn gesund gemacht hatte. Und als Jesus ihm sagte, dass er es war, flippte der Typ echt aus. Er warf sich vor Jesus nieder und dankte Gott. Für ihn war es sonnenklar –

Jesus war direkt von Gott geschickt worden. Und alle, die an Jesus glauben, bekommen auch echt den Durchblick. Also nicht, dass alle Blinden sofort sehen können, sondern, dass sie erkennen, dass Gott sie lieb hat und dass sie durch Jesus wieder zu Gott kommen können. Doch nicht alle bekamen hier den Durchblick. Die Pharisäer wollten es einfach nicht erkennen und waren selbst wie blind. Aber warum nicht, …

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  • Autor / Autorin: Frank E.W. Ortmann
  • © EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
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