S.T.A.R.T. – Der etwas andere bunte AbendS.T.A.R.T. – Der etwas andere bunte Abend

Einheit: S.T.A.R.T. – Der etwas andere bunte Abend

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 2-3 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Spiel(e)
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: TEC:

1. Vorbemerkungen

Der S.T.A.R.T.-Abend ist ein bunter Abend, bei dem sich eine Gruppe von Jugendlichen (z. B. im Freizeitkontext oder in einem Teenkreis) in verschiedenen Kleingruppen Programmbeiträge überlegt und diese vorführt. Die Besonderheit ist, dass die Zusammensetzung der Kleingruppen und die Beitragsart festgelegt werden. Es gibt folgende Beitragsarten (entsprechend dem Namen):

S: Spiel

T: Theater

A: Aktion

R: Rede

T: Tanz

Der S.T.A.R.T.-Abend ist sehr individuell anpassbar und veränderbar. Im Idealfall habt ihr mindestens 15 Personen, damit die Aktion stattfinden kann. Wenn ihr weniger Leute seid, muss eine Kleingruppe mehrere Kategorien besetzen. Als maximale Gruppengröße empfehlen wir 50 Personen, da sonst die Gruppen sehr groß werden. Alternativ könnt ihr jede Kategorie doppelt vergeben. Dabei muss jedoch auf eine strikte Zeitbegrenzung geachtet werden, weil sonst das Programm zu lang wird.

Die TeilnehmerInnen müssen so fit sein, dass sie sich selbstständig einen Programmbeitrag überlegen können. Wir empfehlen ein Mindestalter von 11 bis 12 Jahren. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn die Gruppe sich untereinander schon ein bisschen kennt, damit sie sich trauen, vor der gesamten Gruppe etwas vorzuführen. Sonst könnte die Angst, sich zu blamieren, die Möglichkeiten des Abends sehr beschränken. Somit ist das Konzept nicht als Kennenlernaktion zu empfehlen.

Der Materialbedarf hängt von der Gruppengröße und dem Ideenreichtum der Beteiligten ab. Auf jeden Fall benötigt es einen Gruppenraum oder ein Außengelände, in/auf dem die gesamte Gruppe gut Platz findet. Bei einer größeren Gruppe sind ein Mikrofon und eine Bühne zu empfehlen, damit der jeweilige Beitrag von der gesamten Gruppe wahrgenommen werden kann. Eine Musikanlage ist fast immer nötig (vor allem für die Kategorie „Tanz“). Darüber hinaus sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Die Jugendlichen können sich verkleiden, Plakate basteln, dekorieren, Bühnenbilder gestalten und vieles andere.

2. Zielgedanke

Ein S.T.A.R.T.-Abend soll in erster Linie Spaß machen. Es entsteht im Idealfall ein buntes, kreatives Programm mit lustigen, beeindruckenden und spannenden Beiträgen. Es ist zum Beispiel ein guter Abschluss für eine Freizeit und stellt für Jugendliche immer wieder einen Höhepunkt der gemeinsamen Zeit dar.

Beim S.T.A.R.T.-Abend wird die Kreativität der Jugendlichen angeregt, da die Kleingruppen durch die vorgegebenen Kategorien „gezwungen“ sind, in verschiedene Richtungen zu denken. So entstehen Ideen, die bei einem klassischen bunten Abend nicht unbedingt auftauchen würden. Zusätzlich müssen die Beiträge innerhalb relativ kurzer Zeit und mit den gegebenen Voraussetzungen entwickelt werden. Einen großen Wert hat außerdem die Partizipation der Jugendlichen. Jede/r TeilnehmerIn ist in den Abend eingebunden und viele von ihnen stehen sogar auf der Bühne.

Damit verbunden geht es bei dem S.T.A.R.T.-Abend um eine Selbstwirksamkeitserfahrung der Teens und Jugendlichen. Dadurch, dass sie mitwirken und auf der Bühne stehen, können verschiedene Talente zum Vorschein kommen und positive Erfahrungen mit einer Vorführung vor einer Gruppe gesammelt werden. Die Jugendlichen können zeigen, was sie können. Oft bekommen auch Introvertierte und Unscheinbare an so einem Abend die Möglichkeit, eine andere Seite von sich zu zeigen. Nicht zuletzt stärkt der Abend die Gruppendynamik. Die Gruppe nimmt sich untereinander wahr, die Jugendlichen lernen sich besser kennen, Hemmschwellen werden abgebaut und sie können sich gegenseitig feiern.

3. Ablauf

Im Vorhinein müsst ihr euch überlegen, wie viele Personen in einer Kleingruppe sein sollen, ob ihr einen oder zwei Durchläufe machen wollt (entsprechend bekommt jede Gruppe einen oder zwei Buchstaben zugeteilt) und wie lang die Beiträge jeweils dauern sollen.

An dem Tag selbst muss der S.T.A.R.T.-Abend der Gruppe angekündigt und Zeit für die Vorbereitung eingeräumt werden. Ihr könnt zum Beispiel nach dem Mittagessen den Abend erklären und danach die Gruppen einteilen. Die Gruppen können sich selbstständig zusammenfinden. Wir würden aber empfehlen, die Gruppen zufällig einzuteilen, zum Beispiel durch Abzählen (1 bis 5). Wenn die Gruppen sich gefunden haben, werden die Buchstaben bzw. Kategorien zugeordnet. Dabei müsst ihr euch im Vorfeld überlegen, wie ihr das aufteilen möchtet. Ihr könnt selbst die Kategorien zuteilen, nacheinander die Gruppen aussuchen lassen (z. B. unvorhergesehen Gruppe drei als Erste einen Buchstaben wählen lassen) oder erst mal nur die Buchstaben ohne die dahinterstehende Kategorie bekannt geben. Es wird immer eine Gruppe geben, die erst einmal unzufrieden ist. Das legt sich aber erfahrungsgemäß und meist sind das dann die besten Beiträge.

Wenn jede Gruppe ihre Kategorie hat, fangen sie mit der Planung und Vorbereitung des Beitrages an. Vor allem bei jüngeren TeilnehmerInnen kann es hilfreich sein, Ideen mitzugeben und bei den Vorbereitungen zu unterstützen. Manche Gruppen brauchen zwischendurch auch etwas Motivation von der Leitung. Geht einfach während der Vorbereitungszeit herum, fragt, wie es läuft und ob die Gruppe z. B. Technik oder Ähnliches braucht. Auch könnt ihr diese Zeit nutzen, um die Moderation des Abends vorzubereiten. Diese liegt in eurer Hand und kann die Stimmung des Abends essenziell mitbestimmen. Überlegt euch also kreative, wertschätzende Einstiege und Überleitungen zwischen den einzelnen Programmbeiträgen, deren Reihenfolge durch das Wort START ja schon vorgegeben ist. Wenn ihr zwei Durchläufe macht, kann es für die Gruppe sehr cool sein, wenn ihr als Mitarbeiter euch einen Halbzeitpausen-Beitrag überlegt.

Hier nun ein paar mögliche Ideen für den Fall, dass eine Gruppe mal Startschwierigkeiten hat:

S-Spiel – kann zum Beispiel ein Gruppenspiel mit der ganzen Gruppe sein (man denke an den Sportunterricht in seiner Grundschulzeit zurück). Es ist auch möglich, sich ein kleineres Wettkampf-Spiel auszudenken, wo nur zwei bis vier Personen beteiligt sind. Lustig sind jede Form von Wettessen, Quizfragen, Geschicklichkeitsspiele und vieles mehr. Hochzeitsspiele können auch sehr passend sein, z. B. das Gruppenspiel, bei dem die Gruppe entsprechend zu hochgehaltenen Kategorien (z. B. Vegetarier) aufstehen müssen und ahnungslose Personen die Kategorie anhand der Personen erraten müssen.

Eine weitere Idee ist „Lieder raten“: Dafür überlegt sich die Gruppe unterschiedliche Begriffe, die sie dann nacheinander vorliest. Wem aus der Gesamtgruppe ein Lied zu dem vorgelesenen Begriff einfällt, der muss aufspringen und anfangen dieses zu singen. Gewonnen hat die schnellste Gruppe mit den meisten Liedern.

Was natürlich besonders als Zuschauer Spaß macht ist der Wasserflaschenparcours ohne Wasserflaschen: Man stellt einige Wasserflaschen im Raum auf und zwei TeilnehmerInnen müssen mit verbundenen Augen auf die andere Seite kommen, ohne die Flaschen zu berühren. Dazu kann es allerdings gar nicht kommen, denn während man beide Teilnehmer dreht bevor man sie losschickt, nimmt man schnell und leise die Wasserflaschen weg …

T-Tanz – in den meisten Gruppen eine sehr unbeliebte Kategorie und doch meist mit Bravour gemeistert. Ideen hierfür wären der Fruit-Song mit Bewegungen, der Monkey-Dance oder der Uhrentanz (Videos gibt es bei YouTube). Es kann durchaus von Vorteil sein, wenn man der Tanzgruppe mitteilt, dass sie nicht vortanzen müssen, sondern auch gern alle TeilnehmerInnen zum Mitmachen animieren kann.

A-Aktion – die Aktion ist die Kategorie, bei der auf jeden Fall alle mitmachen müssen. Sie kann durchaus auch aus Spielen bestehen. Gut funktioniert beispielsweise eine Bärenjagd mit Bibi & Tina oder Kinderlieder mit Bewegungen (z. B. Gott hat alle Kinder lieb).

R-Rede – klingt langweilig, das muss sie aber nicht sein. Diese Gruppe kann beispielsweise eine Rede über die Freizeit schreiben, ohne dabei Adjektive zu verwenden. Diese werden vom Publikum reingerufen und nachträglich eingetragen, bevor die Rede schließlich vorgetragen wird. Auch kann man einen Satz per Google-Übersetzer in verschiedene Sprachen übersetzen, die neuen Sätze in der Gruppe verteilen und nacheinander mit den unterschiedlichsten Emotionen diese erstklassige Rede vortragen. Es empfiehlt sich, Englisch und Deutsch als letzte Sprachen zu verwenden.

T-Theater – auch sehr vielseitig gestaltbar. Wenn der Gruppe nichts eigenes einfällt, kann man ein Beispieltheaterstück aus dem Internet raussuchen, Rollen verteilen und das Skript vorlesen. Kann sehr witzig sein, wenn mit Emotionen und Mimik gespielt wird. Was natürlich immer geht ist ein Abklatsch-Improvisationstheater, bei dem eine Szene spontan entwickelt wird und immer wieder neue Personen in das Geschehen eingreifen können.

Ihr merkt, dass es einige Sachen gibt, die sich zu mehreren Kategorien zuordnen lassen. Also ist es wichtig, vorher darauf zu achten, dass Gruppen nicht das Gleiche machen, vor allem, wenn es zwei Durchläufe gibt.

Für den Abend selbst gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Rahmengestaltung, die wie gesagt in eurer Hand liegt. So könnt ihr durch Moderation, Deko und möglicherweise sogar Dresscode einen roten Faden spannen und kreativ durch den Abend leiten. Achtet darauf, Stimmung zu erzeugen, die Gruppe bei Spielen usw. zu animieren, die Zeit einzuhalten und vor allem den Teens Wertschätzung entgegenzubringen. Und dann lasst euch überraschen, was in der/m einen oder anderen TeilnehmerIn an diesem Abend zum Vorschein kommt.

Viel Spaß!

  • Autor / Autorin: Annika Pöhls
  • Autor / Autorin: Melanie Harendt
  • © Deutscher EC-Verband

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