Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz … / Schuld, Vergebung und NeuanfangSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz … / Schuld, Vergebung und Neuanfang

Einheit: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz … / Schuld, Vergebung und Neuanfang

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 20-30 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 1 großes Plakat, Stift(e) (für Teilnehmende), Bibel(n) (für Teilnehmende), Zettel (für Teilnehmende)
Bibelstelle: 2. Samuel 11,1-12,25
2. Samuel 11,1-12,25

11

David und Batseba

1Und als das Jahr um war, zur Zeit, da die Könige ins Feld zu ziehen pflegen, sandte David Joab und seine Knechte mit ihm und ganz Israel, damit sie das Land der Ammoniter verheerten und Rabba belagerten. David aber blieb in Jerusalem. 2Und es begab sich, dass David um den Abend aufstand von seinem Lager und sich auf dem Dach des Königshauses erging; da sah er vom Dach aus eine Frau sich waschen; und die Frau war von sehr schöner Gestalt. 3Und David sandte hin und ließ nach der Frau fragen und sagte: Ist das nicht Batseba, die Tochter Eliams, die Frau Urias, des Hetiters? 4Und David sandte Boten hin und ließ sie holen. Und als sie zu ihm kam, schlief er bei ihr; sie aber hatte sich gerade gereinigt von ihrer Unreinheit. Und sie kehrte in ihr Haus zurück. 5Und die Frau ward schwanger und sandte hin und ließ David sagen: Ich bin schwanger geworden.

6David aber sandte zu Joab: Sende zu mir Uria, den Hetiter. Und Joab sandte Uria zu David. 7Und als Uria zu ihm kam, fragte David, ob es mit Joab und mit dem Volk und mit dem Krieg gut stünde. 8Und David sprach zu Uria: Geh hinab in dein Haus und wasch deine Füße. Und als Uria aus des Königs Haus hinausging, wurde ihm ein Geschenk des Königs nachgetragen. 9Aber Uria legte sich schlafen vor der Tür des Königshauses, wo alle Knechte seines Herrn lagen, und ging nicht hinab in sein Haus.

10Als man aber David ansagte: Uria ist nicht hinab in sein Haus gegangen, sprach David zu Uria: Bist du nicht von weit her gekommen? Warum bist du nicht hinab in dein Haus gegangen? 11Uria aber sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda wohnen in Zelten und Joab, mein Herr, und meines Herrn Knechte liegen auf freiem Felde, und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meiner Frau zu liegen? So wahr du lebst und deine Seele lebt: Das werde ich nicht tun! 12David sprach zu Uria: Bleib heute hier, morgen will ich dich gehen lassen. So blieb Uria in Jerusalem an diesem Tage und auch am nächsten. 13Und David lud ihn ein, dass er bei ihm aß und trank, und machte ihn trunken. Aber am Abend ging er hinaus, dass er sich schlafen legte auf sein Lager bei den Knechten seines Herrn, und ging nicht hinab in sein Haus.

14Am Morgen schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria. 15Er schrieb aber in dem Brief: Stellt Uria vornehin, wo der Kampf am härtesten ist, und zieht euch hinter ihm zurück, dass er erschlagen werde und sterbe. 16Als nun Joab die Stadt belagerte, stellte er Uria an den Ort, von dem er wusste, dass dort streitbare Männer standen. 17Und als die Männer der Stadt einen Ausfall machten und mit Joab kämpften, fielen etliche vom Volk, von den Knechten Davids, und Uria, der Hetiter, starb auch.

18Da sandte Joab hin und ließ David alles sagen, was sich bei dem Kampf begeben hatte, 19und gebot dem Boten und sprach: Wenn du dem König alles bis zu Ende gesagt hast, was sich bei dem Kampf begeben hat, 20und siehst, dass der König zornig wird und zu dir spricht: Warum seid ihr so nahe an die Stadt herangerückt im Kampf? Wisst ihr nicht, dass sie von der Mauer schießen? 21Wer erschlug Abimelech, den Sohn Jerubbaals? Warf nicht eine Frau einen Mühlstein auf ihn von der Mauer, sodass er in Tebez starb? Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt?, – so sollst du sagen: Auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist tot.

22Der Bote ging hin und kam und sagte David alles, was Joab ihm aufgetragen hatte. 23Und der Bote sprach zu David: Die Männer waren uns überlegen und zogen heraus aufs Feld gegen uns; wir aber drängten sie bis an den Eingang des Tores. 24Und die Schützen schossen von der Mauer auf deine Knechte und töteten etliche von den Knechten des Königs, und auch Uria, dein Knecht, der Hetiter, ist tot. 25David sprach zum Boten: So sollst du zu Joab sagen: »Lass dir das nicht leid sein, denn das Schwert frisst bald diesen, bald jenen. Fahre fort mit dem Kampf gegen die Stadt und zerstöre sie.« So sollst du ihm Mut zusprechen.

26Und als Urias Frau hörte, dass ihr Mann Uria tot war, hielt sie die Totenklage um ihren Eheherrn. 27Sobald sie aber ausgetrauert hatte, sandte David hin und ließ sie in sein Haus holen, und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. Aber dem Herrn missfiel die Tat, die David getan hatte.

12

Nathans Strafrede und Davids Reue. Salomos Geburt

1Und der Herr sandte Nathan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. 2Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; 3aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, dass es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt’s wie eine Tochter. 4Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er’s nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.

5Da geriet David in groĂźen Zorn ĂĽber den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! 6Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat.

7Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls 8und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen in deinen Schoß, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. 9Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durch das Schwert der Ammoniter. 10Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei. 11So spricht der Herr: Siehe, ich will Unheil über dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause und will deine Frauen nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, dass er bei deinen Frauen schlafen soll an der lichten Sonne. 12Denn du hast’s heimlich getan, ich aber will dies tun vor ganz Israel und im Licht der Sonne.

13Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den Herrn. Nathan sprach zu David: So hat auch der Herr deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben. 14Aber weil du die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben. 15Und Nathan ging heim.

Und der Herr schlug das Kind, das Urias Frau David geboren hatte, dass es todkrank wurde. 16Und David suchte Gott um des Knäbleins willen und fastete, und wenn er heimkam, lag er über Nacht auf der Erde. 17Da traten herzu die Ältesten seines Hauses und wollten ihn aufrichten von der Erde; er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen. 18Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, dass das Kind tot wäre; denn sie dachten: Siehe, als das Kind noch am Leben war, redeten wir mit ihm, und er hörte nicht auf uns; wie könnten wir ihm nun sagen: Das Kind ist tot! Er könnte ein Unheil anrichten.

19Als aber David sah, dass seine Knechte miteinander flüsterten, merkte er, dass das Kind tot war, und sprach zu seinen Knechten: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Ja. 20Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des Herrn und betete an. Und als er wieder heimkam, ließ er sich Speise auftragen und aß. 21Da sprachen seine Knechte zu ihm: Was soll das, was du tust? Als das Kind lebte, hast du gefastet und geweint; nun es aber gestorben ist, stehst du auf und isst? 22Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich dachte: Wer weiß, ob mir der Herr nicht gnädig wird und das Kind am Leben bleibt. 23Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir zurück.

24Und als David seine Frau Batseba getröstet hatte, ging er zu ihr hinein und schlief bei ihr. Und sie gebar einen Sohn, den nannte er Salomo. Und der Herr liebte ihn. 25Und er tat ihn unter die Hand des Propheten Nathan; der nannte ihn Jedidja um des Herrn willen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

1. Vorbemerkungen

Die Bibel erzählt uns die Geschichte Gottes mit den Menschen. Sie zeigt uns aber auch, dass der Mensch oft sein Leben allein meistern will und sich von Gott abwendet. Dies geht jedoch meistens nicht gut aus … Beziehungsprobleme, gegenseitige Verletzungen und Schuld sind nicht selten die sichtbaren Folgen.

An der Geschichte von König David können wir entdecken, wie Gott durch sein Eingreifen dem Sünder einen Neuanfang schenkt.

2. Zielgedanke

Schuld und SĂĽnde ist mehr als moralische Entgleisungen und ethisches Fehlverhalten. Hier geht es zuerst um unsere Beziehung zu Gott.

3. EinfĂĽhrung inkl. Exegese

Der Begriff der Sünde ist heutzutage leider ziemlich verbraucht und belastet. Für viele ist Sünde das, was sich nicht gehört, obwohl es eigentlich Spaß macht. Sünde = verbotene Lust. Diese Fehldeutung des Wortes hat sich irgendwie in uns eingenistet. Im biblischen Denken ist Sünde jedoch zuerst ein Beziehungswort, ein Verhältniswort, kein „Moralbegriff“. Es beschreibt eine Beziehungsstörung zwischen Gott und Mensch.

Gott sucht unsere Nähe, will uns auf unserem Lebensweg begleiten und führen, er meint es gut mit uns. Harmonie zwischen Schöpfer und Geschöpf, so sein Plan. Allerdings passiert es uns Menschen immer wieder, dass wir Gott aus unseren Augen verlieren. Wir meinen viel zu oft, selbstständig und allein unseren Weg gehen zu können. Es kommt zu Kontaktstörungen, darunter leidet die Beziehung und das Gespräch mit Gott bricht ab.

Das Wort für Sünde beschreibt sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen die Auswirkungen dieser Beziehungsstörung: „Zielverfehlung“. Es stammt aus der Sprache der Bogenschützen. Als Sünder verfehlen wir also das Ziel, das Gott für uns hat. Gott will zuerst, dass unser Leben gelingt, „lebenswert“ ist, aufblüht. Er wünscht sich, dass wir in einer gesunden Beziehung leben – zu ihm, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst. Dabei will er uns hilfreich zur Seite stehen. Ihm können und dürfen wir vertrauen. Sobald wir jedoch daran zweifeln und Gott misstrauen, werden wir zu „Sündern“.

Von einer folgenschweren Beziehungsstörung zwischen Gott und Mensch lesen wir bei König David im 2. Samuelbuch.

4. Einstieg

Gestaltet mit den Jugendlichen eine Wortwolke zum Thema: Auf einem Plakat steht nur das Wort „Sünde“. In einem ersten Durchgang soll alles, was den Teens zu dem Wort einfällt, aufgeschrieben werden (z. B. Verkehrssünder, Fehler, …). In der zweiten Runde notiert ihr zum Thema Personen und Geschichten aus der Bibel.

Tipp: Motiviert die Teilnehmer, die Wörter auch in unterschiedlicher Größe aufzuschreiben. Dinge, die von großer Bedeutung sind, dürfen gern auch sichtbar größer sein.

5. Hauptteil

5.1 König David

In der Bibel begegnen uns immer wieder auch „Sünder“. Eine Person wollen wir uns genauer anschauen: König David. Er regiert um 1000 v. Chr. in Israel.

David (sein Name bedeutet „Geliebter“) ist eine der wichtigsten Gestalten im Alten Testament. Er ist der größte König Israels, dem die Einigung des Volkes, der Sieg über die Nachbarländer, die Gründung der Hauptstadt sowie die Verbindung zwischen Thron und Altar gelingt.

Von David sind viele Lieder, Gebete und Gedichte ĂĽberliefert. Vieles, was er mit Gott erlebt, besingt er in seinen Psalmen. FĂĽr das Neue Testament spielt David eine groĂźe Rolle, da er als direkter Vorfahre Jesu angesehen wird.

5.2 Lest die Bibel

David ist auf dem Höhepunkt seiner Macht, aber er lässt sich zu einem großen Fehltritt hinreißen.

Nehmt euch ca. 10 bis 15 Minuten Zeit und lest die Bibel einmal wie einen Roman: Jeder für sich, einfach drauflos: 2. Samuel 11,1 – 12,25.

5.3 Fragen zum Gespräch

Beschreibt das Handeln Davids. Woran bleibt ihr hängen? Wie und wann kommt Gott in dieser Geschichte vor?

5.4 Beobachtungen

Auf den ersten Blick scheint die „Sünde“ von David klar: Ehebruch und Mord. Aber beim genauen Betrachten sind dies nur die Folgen einer konkreten Zielverfehlung. David hat Gott aus den Augen verloren, er handelt „gottlos“.

Regelmäßig war David bisher mit Gott im Gespräch, Gott selbst hatte ihm ein ewiges Königtum versprochen (vgl. 2. Sam 7), und hier nun, am Anfang der Geschichte, kommt Gott nicht vor. David geht seinen eigenen Weg und wird so zum Sünder.

Mehr noch: David vergisst seine Pflichten. Die Erzählung beginnt damit, dass David nicht mehr, wie gewöhnlich mit seinem Heer zum Kampfe auszieht, sondern die Aufgabe delegiert (vgl. 2. Sam 11,1), eine „gottlose“ Sicherheit. Und es geht weiter: Er entdeckt die schöne Bathseba und wird zum Ehebrecher. Als diese schwanger wird, lässt David den Uria kommen, um seine Tat zu vertuschen. Und als dies nicht gelingt, missbraucht David frevelhaft sein Recht als Feldherr und lässt den Uria in der Schlacht vom Feind an gefährlicher Stelle töten.

So zeigt die Erzählung in besonderer Weise, wie auseinandergerissen wird, was ursprünglich zusammengehört. David lebt in seiner „Selbstsicherheit“ auf einmal ohne Gott – und das hat unübersehbare Folgen.

Aber Gott lässt David nicht los, Gott selbst wird aktiv und sucht das Gespräch, schickt Nathan zu David. Dieser darf das Wort Gottes hören, es richtet – aber schenkt auch einen Neuanfang. So erkennt David aus dem ihm verkündigten Wort Gottes seine schwere Sünde und bekennt schließlich seine Schuld (vgl. 2. Sam 12,13). Der Blick ist wieder auf Gott gerichtet.

Übrigens: Auch wenn das erste Kind sterben muss, meint Gott es trotzdem gut mit David. David nimmt Bathseba zur Frau und sie bekommt ein weiteres Kind: Salomo, von dem es heißt: „Der Herr liebte ihn“. Dieser Salomo baut nicht nur dem Tempel in Jerusalem, sondern wird schließlich später sogar im Matthäusevangelium im Stammbaum Jesu erwähnt (vgl. Mt 1,6).

5.5 Zeichnung

Zeichne einen Lebensfluss mit Stationen aus deinem Leben, die dich an das von Samuel erinnern könnten.

6. Abschluss

In Psalm 51 finden wir ein Lied Davids, das er dichtete, als er durch den Propheten Natan wegen seines Ehebruchs zur Rede gestellt wurde. Es zeigt, wie sich David Gott wieder zuwendet: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“

Lest zum Abschluss gemeinsam diesen Psalm. Ladet die Teens ein, Worte oder Verse, die ihnen wichtig sind, auf die Wortwolke aus der Einstiegsphase zu schreiben. Sagt Gott anschlieĂźend, was euch in dieser Einheit wichtig geworden ist. Endet mit dem Vaterunser.

  • Autor / Autorin: Sven Körber
  • © Deutscher EC-Verband