Schule sucht Partner – Hintergründe und Ansatzpunkte für die Jugendarbeit

Einheit | Hintergrund/ Grundsatz
Einheit | Hintergrund/ Grundsatz

Schule sucht Partner – Hintergründe und Ansatzpunkte für die Jugendarbeit

Enthalten in:
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Studenten, Mitarbeitende
Einsatzgebiet: Schule + Jugendarbeit
Verband: CVJM Deutschland
Redaktion: CVJM Deutschland
Zeitbedarf: 10-20 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Du bist nicht angemeldet. Bitte melde dich an um Inhalte zu speichern und herunterzuladen. Jetzt anmelden / registrieren

Das Thema Jugendarbeit und Schule ist in allen Bundesländern aktuell. Leider dennoch kaum vergleichbar, weil Schule Ländersache ist und daher jedes Bundesland seine Besonderheiten, eigenen Programme, Begrifflichkeiten und Möglichkeiten hat.

Fest steht aber: Außerschulische Partner sind in den Bildungsplänen der Länder erwünscht, regelrecht „eingeplant“ – es stellt sich also nicht die Frage des „ob“, sondern „in welcher Form“ und „zu welchem Bereich oder Thema“ eine Kooperation mit Schule möglich ist – wenn man’s denn will!

Bevor man sich in den Dschungel des Bildungswesens begibt, sollte man klare Vorstellungen davon haben, was man selbst, als ein Partner der möglichen Kooperation, möchte:

  • Welche Motivation und Ziele haben wir für eine Kooperation mit Schule?
  • Welches Anliegen oder Thema wäre uns wichtig?
  • Wozu möchten wir dies gemeinsam mit der Schule aufgreifen, nicht eigenständig?
  • Welche Schule kommt in Frage? Bestehen bereits Verbindungen und was wissen wir von der Schule?
  • Was sind unsere Rahmenbedingungen (Zeit, Mitarbeiter, Finanzen, etc.)?
  • usw.

Im Folgenden eine Zusammenstellung von Anknüpfungs- und Orientierungspunkten zur Erschließung dieses Kooperationsfeldes.

Diese Schulen gibt es

Hier fangen die Unterschiede in den Bundesländern schon an, daher eine Aufzählung der gängigsten Schularten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Grundschule (Primarstufe)
  • Hauptschule, Realschule, Mittelschule, Gesamtschule (Sekundarstufe 1)
  • Gymnasium, Gesamtschule, Berufsschule (Sekundarstufe 2)
  • Berufsschulen (inkludieren viele Schularten, meist auch noch schulische Ausbildungsberufe)
  • Sonderschulen (von der Primarstufe bis zur Sek 2, je nach Schwerpunkt, ob für lernbehinderte Kinder, erziehungsschwierige, geistigbehinderte, körperbehinderte, etc.)

So sind sie organisiert

Drei wichtige Organisationseinheiten gibt es, die für eine Kooperation gut zu wissen sind.

1. In den Bundesländern ist Schule Sache der Kultusministerien. Die Kultusministerien haben mehrere Regierungsbezirke, diese wiederum splitten sich in Staatliche Schulämter, bzw. die Schulaufsichtsämter bei den Landratsämtern. Letztgenannte Ämter sind die direkte Ebene über den Schulen. Hier gibt es Schulräte, die konkret für die Belange der ihnen zugeteilten Schulen, Themen und Projekte zuständig sind. Diese Ebene kann für Kooperationen daher durchaus Ansprechpartner sein. Die Schulen selbst haben eine Schulleitung bestehend aus Rektor und Konrektor, bei großen Schulen gibt es zusätzlich Abteilungsleiter. Jedes Unterrichtsfach hat einen Lehrer als Fachleitung. Er hat den Überblick darüber, was in welchem Jahrgang in diesem Fach unterrichtet und was dafür benötigt wird. Neben diesen fachbezogenen Leitungen gibt es gewählte Experten für Themen, z.B. Suchtprävention oder Berufsorientierung.

2. Außer dem Lehrerkollegium gibt es an den Schulen weiteres Personal: Hausmeister, Sekretärin, Reinigungskräfte, Erzieher, Sozialpädagogen, usw. Dieses stellt der Schulträger zur Verfügung, wie auch das Schulgebäude, die Ausstattung und den Etat. Schulträger der gängigen Schularten ist in der Regel die Kommune oder der Landkreis. Manche Schulen befinden sich in der Trägerschaft der Länder, einige sind in privater Trägerschaft. Bei den Kommunen und Kreisen muss man sich dann noch informieren, welche Ämter in Sachen Schule mitwirken: Sicher das Amt, in dessen Name der Begriff „Schule“ oder „Bildung“ vorkommt, oft aber auch die Jugendämter!

3. Nicht zuletzt gibt es die Fördervereine der Schulen. Ohne die wäre vieles nicht möglich, gerade auch im Bereich der Kooperationen. Denn diese Vereine können Honorare zahlen, können Spenden annehmen, Zuschüsse beantragen und neben allem Finanziellen findet man hier oft engagierte Menschen, die sich für die Schule einsetzen.

Ansatzpunkte für Partner – Beispiele zur Anregung

  • Fächer: Partner für ein Fach oder einen Themenkomplex eines Faches, z.B. „Christ sein“ in Religion/ Ethik, „Indiaca“ in Sport oder „Planung und Gestaltung eines Festes“ in Hauswirtschaft.
  • Praktika: Berufspraktika in unterschiedlichen Formen von einem Tag bis zu zwei Wochen oder auch 1 Tag pro Woche, Sozialpraktika, Betriebsbesichtigungen.
  • Ganztagsschule: AG’s, Schülermentoren für verschiedene Bereiche, Pausenprogramme.
  • Themen: Berufsorientierung, Persönlichkeitsbildung, Klassengemeinschaft, Lebensplanung, Auswertung der Praktika, stadt-/stadtteilbezogene Themen, Gewalt/Mobbing, Internet, Sucht, Tod, Umgang mit Geld, Engagement für andere.
  • Aktionen: Gestaltung von Klassenausflügen oder Klassenfahrten, Klassenfrühstück im Jugendhaus, Tagesprojekte zu Themen, Beteiligung am Schulfest, Projektwochenpartner, Ferienangebote, Ehrenamtstage, 72-Stunden-Aktion.

Zur Ideenfindung lohnt ein Blick in die Bildungs-, bzw. Lehrpläne der Schulen. Hier sind für die Fächer und Jahrgänge die Bildungsinhalte und/oder Lernziele beschrieben. Diese Pläne bekommt man an der Schule oder findet sie von den meisten Bundesländern auch im Internet: www.bildung-staerkt-menschen.de ist die entsprechende Seite für Baden-Württemberg, Sachsen findet sich unter www.sachsen-macht-schule.de, die anderen findet man über die Seiten der Kultusministerien oder auch über den deutschen Bildungsserver www.bildungsserver.de.

Und noch mal zum Geld

Von den Schulämtern kommt das Geld für Jugendbegleiter-Verträge, Lehraufträge oder hier angesiedelte Projekt. Man zeigt sich gern sparsam, d.h. darauf achten, dass eben nicht nur die gern angewendete Aufwandsentschädigung gezahlt wird, sondern ein Honorar.

Ansonsten sind die Schulträger gefragt, denn hierher kommt der Schuletat. Ganztagsschulen haben evtl. ein größeres und flexibleres Budget als andere, aber auch über den Etat hinaus, der direkt bei der Schule liegt, können Kommunen z.B. Honorarverträge abschließen. Manche übertragen die komplette Ganztagsschulbetreuung an einen freien Träger, wie auch die Schulsozialarbeit. Mancherorts gibt es Kooperationsvereinbarungen Schule – Verein, auch hier kommt das Geld vom Schulträger. Und auch die Agentur für Arbeit hat Programme zur Ausbildungsförderung an Schulen, die sie freien Trägern übergibt. Spender, Förderer, Sponsoren – hier kommen die Fördervereine der Schule zum tragen. Manch eine Schule hat darüber hinaus auch Kontakte zu Firmen oder wohltätigen Clubs, die gern gute Projekte finanzieren.

Schülerbeiträge dürfen kein Tabu sein. Sie müssen nicht kostendeckend sein und für die Ausnahmen, wo es wirklich am Geld fehlt, finden sich Lösungen.

Beziehungen

Bestehende, persönliche Beziehungen sind der beste Anknüpfungspunkt für eine engere Kooperation. Aber nicht nur wer bei Null anfängt, sollte sich gut vorbereiten, vor allem wenn es nicht nur um ein einmaliges, kleines Projekt, sondern um mehr und Geld geht. Wer den schriftlichen Weg wählt: Mit einer klaren Zuordnung der Post zu einer Person (Name) oder Funktion (Klassenlehrer Stufe yx, Schulleitung, Beratungslehrer, etc.) fängt’s schon an. Manch gute Idee landete schon im Papiermüll, weil sie intern ihren Adressaten nicht gefunden hat. Und das soll ja nicht sein!

  • Autor / Autorin: Katja Marei Czech
  • © CVJM Deutschland
Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto