Sintflut und Arche: Ein Lebenszeichen GottesSintflut und Arche: Ein Lebenszeichen Gottes

Einheit: Sintflut und Arche: Ein Lebenszeichen Gottes

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 15-25 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Papierherz (mit der Aufschrift "Es reute Gott"), Figur(en) (oder Bild für Noah), Papier, Stift(e), Papier-Archen
Bibelstelle: 1. Mose 6,5-22
1. Mose 6,5-6,22

Ankündigung der Sintflut

5Als aber der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, 6da reute es den Herrn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, 7und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe. 8Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn.

9Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. 10Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 11Aber die Erde war verderbt vor Gott und voller Frevel. 12Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.

13Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. 14Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen. 15Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Breite und dreißig Ellen die Höhe. 16Ein Fenster sollst du für den Kasten machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben.

17Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. 18Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne. 19Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. 20Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: Von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben. 21Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene. 22Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bibelarbeit zu 1.Mose 6,5-22: Jochen Metzger und Jürgen T. Schwarz erklären zunächst den Text mit einem Exkurs zur Allmacht und Allwissenheit Gottes in der Spannung zur im Text erzählten Reue. Anschließend stellen sie einige Kernaussagen heraus. Im Methodenteil geht es um Reue Gottes, Noah als nicht perfekten aber verlässlichen Menschen und die Herausforderung, sich zu überlegen, wie man selbst im Namen Gottes in dieser Welt bewahrend wirken könnte.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

V.5-8: Die Menschheit steht fatal in der Nachfolge von Kain und Abel! Pläne und Vorhaben zielen rücksichtslos auf den Konkurrenzkampf und die Verdrängung anderer. (Achtung: Das Herz ist in der Bibel Sitz von Denken und Verstand! Gefühle sind im Unterbauch, insbesondere den Nieren verortet. Es geht hier also nicht um eine Grundverfasstheit „des Herzens“, sondern um die Ziele seines Planens und Handelns.) Der Mensch reißt alles Leben mit hinein in dieses Elend. (Vgl. auch Röm 8,19ff.)

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2. Bedeutung für heute

(1.) Alle Kulturen des Vorderen Orients kennen das Sintflut-Ereignis in irgendeiner Form. Keiner dieser Texte zielt jedoch auf eine protokollarische Wiedergabe der Ereignisse, dazu lässt die Darstellung zu viele praktische Fragen offen. Zu Fragen der Gotteslehre und nach Gericht und Rettung ergeben sich jedoch gerade im biblischen Text wertvolle Perspektiven.

(2.) Angesichts heutiger (Natur-)Katastrophen wird häufig die Frage nach Gottes Gericht laut. ABER: Jegliche Spekulationen darüber, ob eine Katastrophe das Gericht über ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Bevölkerungsgruppe bringt, zerbricht Jesus ein für allemal: Lies Lk 13,1-5! Uns Menschen steht es nicht zu, das Unglück anderer als Gericht zu verbuchen, vielmehr sollte uns jedes Unglück, das Menschen trifft, Ansporn auch zur persönlichen Umkehr zu Gott werden.

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3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg: Unheilvolles

Bilder und / oder Schlagworte zu verschiedenen Situationen, die unheilvolle Aspekte des menschlichen Miteinanders andeuten (Kriege, Unterdrückung, Verbrechen, Prostitution, Menschenhandel, Flüchtlinge, Terrorismus, Verfolgung, Pornografie, Drogenmissbrauch, streitende Eltern, überzogener Konsum, (Cyber-)Mobbing, Umweltverschmutzung, kollabierende Finanzmärkte, u.a.), werden in die Mitte auf ein schwarzes Tuch gelegt. Nach einer Zeit der stillen Betrachtung werden die Teilnehmer aufgefordert, sich eines zu wählen und auszuführen, was ihnen dazu in den Sinn kommt.

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  • Autor / Autorin: Jochen Metzger
  • Autor / Autorin: Jürgen T. Schwarz
  • © Deutscher EC-Verband