So tickt Gott! / … Gottes Wesen entdeckenSo tickt Gott! / … Gottes Wesen entdecken

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Einheit: So tickt Gott! / … Gottes Wesen entdecken

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60 Min. (Vorbereitung: 45-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Bilder,
Bibelstelle: Jona 1
Jona 1

1

Jonas Flucht vor Gott

1Es geschah das Wort des Herrn zu Jona, dem Sohn Amittais: 2Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.

3Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem Herrn nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom Herrn.

4Da ließ der Herr einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen. 5Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter würde.

Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief. 6Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht verderben. 7Und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten, traf’s Jona. 8Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, um wessentwillen es uns so übel geht? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volk bist du? 9Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.

10Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan? Denn sie wussten, dass er vor dem Herrn floh; denn er hatte es ihnen gesagt. 11Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass das Meer stille werde und von uns ablasse? Denn das Meer ging immer ungestümer. 12Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist.

13Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen; aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an. 14Da riefen sie zu dem Herrn und sprachen: Ach, Herr, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, Herr, tust, wie dir’s gefällt.

15Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten. 16Und die Leute fürchteten den Herrn sehr und brachten dem Herrn Opfer dar und taten Gelübde.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Gnade – diesen Begriff nehmen wir immer mal wieder in den Mund in Bezug auf Gott. Oder wir hören immer mal wieder, dass Gott gnädig ist. Es steckt aber noch viel mehr in diesem Begriff. Geht auf Entdeckungsreise und findet mehr über Gottes Wesen und seine Einstellung zu uns heraus.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Was ist Gnade?

Hast du schon einmal versucht, Gnade ohne den Satz „etwas zu bekommen, was man nicht verdient hat“ zu beschreiben?

Das ist gar nicht so einfach. Oft haben wir für Begriffe, die unser Christsein ausmachen, festgesetzte Erklärungen, die man abspult, sobald man danach gefragt wird. In dieser Einheit geht es darum, dass deine Teens ein größeres Verständnis von Gottes Gnade bekommen und sein geniales Wesen besser verstehen lernen.

2. Einstieg

Jona, ein ziemlich bekannter Prophet aus der Bibel, hat zweimal erlebt, was Gnade bedeutet. Gott gibt ihm einen zugegebenermaßen nicht ganz einfachen Auftrag. Er soll nach Ninive gehen und den Menschen sagen, dass Gott sie und ihre Stadt zerstören wird, weil sie sich gegen ihn gewendet haben. Ninive war die Hauptstadt des antiken Königreichs von Assyrien und eine der größten Städte der damaligen Zeit. Drei Tagesreisen waren nötig, um durch sie zu ziehen. Jetzt ist das eine nicht so verlockende Aufgabe, als Einzelner in eine so gewaltige Stadt zu ziehen und Zerstörung zu prophezeien. Das hat sich auch Jona gedacht und deshalb läuft er weg. Ab aufs nächste Boot. Genau in die entgegengesetzte Richtung schippert er. Jona hat nur eins vergessen. Gott kann nämlich auch rennen – deutlich schneller als wir und er holt Jona ein. Das macht sich in einem heftigen Sturm für alle bemerkbar, der zur Folge hat, dass Jona mehr oder weniger freiwillig über Bord geworfen wird.

Und genau hier erlebt er das erste Mal die Gnade Gottes. Ein großer Fisch macht Schnapp und Jona sitzt drei Tage lang in seinem Bauch. Nach drei Tagen betend – was will man auch anderes tun –, spuckt der Fisch den wahrscheinlich „gut“ riechenden Jona am Land aus. Gepackt von diesem Erlebnis zieht er nach Ninive und macht die erste ICH-GLAUB’S-oder-Jesus- House-Woche der Geschichte. Drei Tage lang zieht er von einem zum anderen Ende der Stadt und predigt. Das, was jetzt passiert, hatte er aber nicht auf dem Schirm. Es gibt keine Zerstörung, sondern das Gegenteil geschieht. Die Menschen wenden sich wieder Gott zu. Sie bereuen es, wie sie ihr Leben bis zu diesem Tag gelebt haben. Eigentlich eine tolle Sache für jeden, der so eine Woche durchführt. Und noch etwas passiert als Folge: Gott zeigt zum zweiten Mal Gnade und zerstört die Stadt nicht. Eigentlich ein Grund zum Freuen.

Jona macht das Gegenteil! Er beklagt sich bei Gott. Lest mal Jona 4,2. Er regt sich darüber auf, dass Gott so ist wie er ist. Er wusste es ja schon immer.

Gott ist barmherzig, geduldig, vergebend und gnädig.

Spannend ist, dass diese Worte alle vom gleichen Wortstamm herkommen. Sie gehören also zusammen.

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  • Autor / Autorin: Andreas Müller
  • © Deutscher EC-Verband