„Soll ich meines Bruders Hüter sein?“„Soll ich meines Bruders Hüter sein?“

Einheit: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 120 Min. (Vorbereitung: 60 Min.)
Materialarten: Bibelarbeit, Ideensammlung
Zielgruppe: Jugendliche
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: der Steigbügel

Der erste Mordfall der Menschheitsgeschichte ist ein Brudermord. Eine Bibelarbeit über Schuld.


Vorschau:

Die biblische Geschichte von Kain und Abel

Einige Worte vorweg

Ganz am Anfang wird in der Bibel das Bild einer guten Welt gezeichnet. Im ersten Kapitel des ersten Buches Mose wird im Bericht von der Schöpfung der Welt immer wieder gesagt, dass gut ist, was Gott geschaffen hat. Doch schon bald erhält das Bild der guten Schöpfung dunkle Flecken. Die von Gott gut geschaffene Welt wird von störenden Rissen durchzogen. Die guten Lebens-verhältnisse werden gestört und zerstört. Sünde und Böses macht sich in der guten Schöpfung breit.
Im 3. Kapitel des ersten Buches Mose wird erzählt, dass der Mensch sich von Gott entfremdet und die gute Beziehung zu seinem Schöpfer so aufs Spiel setzt, dass er aus dem Paradies, aus der Nähe Gottes entfernt wird.
Und im 4. Kapitel wird in der Geschichte von Kain und Abel dann erzählt, dass der Mensch sich von seinem Mitmenschen entfremdet und die gute Beziehung zu seinem Mitmenschen, ja diesen selbst zerstört. Ein Mensch wendet sich gegen seinen Mitmenschen, gegen seinen Bruder. Statt miteinander zu leben wird gegeneinander gelebt.
Wie das endet, wird im 6. Kapitel geschildert: „der Menschen Bosheit war groß auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens war nur böse immerdar“ (V. 5). Die Bosheit des Men-schen war so groß, dass es Gott „reute, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde“ (V. 6f). Wenn Menschen gegeneinander leben, steigern sie sich wohl zwangsläufig in dieses Gegeneinander hinein und das Böse potenziert sich wie von selbst.
In 1. Mose 4,24 finden wir bezeugt, wie sich Menschen gar in den Blutrausch hinein steigerten: Lamech soll sogar siebenundsiebzigmal gerächt werden. Das ist die Logik des Gegeneinander und die Logik des Bösen, dass beides immer mehr zunimmt. „Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären“ – so hat Friedrich Schiller (Die Piccolomini 5,1) das zwischen die Menschen tretende Böse charakterisiert.

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  • Autor / Autorin: Hans-Peter Großhans
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg