Stürmische ZeitenStürmische Zeiten

Einheit: Stürmische Zeiten

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 15-25 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: 1 Plane/ Tuch (blau), Papierboot, Figur(en) (12 Jünger und Jesus), Zettel, Stift(e)
Bibelstelle: Markus 6,45-56
Markus 6,45-6,56

Jesus kommt zu seinen Jüngern auf dem Meer

(Mt 14,22-33; Joh 6,15-21)

45Und alsbald trieb er seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren nach Betsaida, bis er das Volk gehen ließe. 46Und als er sich von ihnen getrennt hatte, ging er hin auf einen Berg, um zu beten.

47Und am Abend war das Boot mitten auf dem Meer, und er war an Land allein. 48Und er sah, dass sie sich abplagten beim Rudern – denn der Wind stand ihnen entgegen –, da kam er um die vierte Nachtwache zu ihnen und wandelte auf dem Meer und wollte an ihnen vorübergehen. 49Als sie ihn aber auf dem Meer wandeln sahen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien; 50denn sie sahen ihn alle und erschraken. Aber sogleich redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! 51Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie entsetzten sich über die Maßen; 52denn sie waren um nichts verständiger geworden angesichts der Brote, sondern ihr Herz war erstarrt.

Krankenheilungen in Genezareth

(Mt 14,34-36)

53Und als sie hinübergefahren waren ans Land, kamen sie nach Genezareth und legten an. 54Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten ihn die Leute alsbald 55und liefen im ganzen Land umher und fingen an, die Kranken auf Tragen überall dorthin zu bringen, wo sie hörten, dass er war. 56Und wo er in Dörfer, Städte oder Höfe hineinging, da legten sie die Kranken auf den Markt und baten ihn, dass diese auch nur den Saum seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Holger Sielemann erklärt zunächst den Text und dessen Schlüsselszenen. Anschließend vergleicht er das (Glaubens-) Leben eines Christen mit der Bootsfahrt der Jünger über den See. Er zeigt die Zumutung des Losgehens auf, bespricht auftauchende Probleme und setzt denen die Nähe Jesu als Gottes Sohn entgegen. Ein Methodenteil mit vielen Ideen zur Umsetzung beschließt die Bibelarbeit.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Der Schwerpunkt dieser Bibelarbeit liegt auf der Geschichte von der Bootsfahrt der Jünger über den See Genezareth (V.45-52). Dieses Ereignis wird auch in Matthäus 14,22-33 (hier mit dem „sinkenden Petrus“) und Johannes 6,16-21 erzählt. Eine ganz ähnliche Begebenheit wird bereits in Markus 4,35-41 berichtet, mit dem Unterschied, dass dort Jesus selbst mit an Bord ist.

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2. Bedeutung für heute

Wir können uns gut in die Lage der Jünger hineinversetzen. So lässt sich unser eigenes (Glaubens-)Leben und seine Herausforderungen mit dieser Bootsfahrt über den See vergleichen.

2.1 Der Auftrag: Jesus schickt uns los

Zu Beginn der Geschichte steht eine wichtige Tatsache: Zum Genießen der gerade gemachten Glaubenserfahrung bei der „Speisung der 5000“ bleibt keine Zeit, denn Jesus schickt seine Jünger los. Er mutet ihnen damit auch bewusst die nachfolgende Situation von Dunkelheit und Sturm zu. Auch für uns sind besondere Highlights für den Glauben wichtig und gut, aber auch wir sollen uns nicht darauf ausruhen. Wie schnell vergessen wir, dass Christsein eigentlich kein gemütliches Sit-in ist, sondern vielmehr „Unterwegs sein“ bedeutet. Und auf diesem Weg gibt es nicht nur Sonnenseiten, sondern manchmal eben auch Finsternis und Gegenwind. Jesus mutet uns diese Herausforderungen nicht zu, um uns zu ärgern, sondern damit wir wieder neue Glaubenserfahrungen machen. Große Erfolge im Glauben sind meist mit großen Gefahren verbunden. Und oft erkennen wir erst im Nachhinein, dass wir gerade durch die Herausforderungen am meisten gewachsen sind.

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3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Variante 1 – Gruselgeschichte

Der Erzähler sorgt für eine ruhige und möglichst dunkle (Kerzenlicht) Atmosphäre und kündigt eine Gruselgeschichte an. Dann erzählt er folgendes:

Ein Mann fährt mit seinem Auto in einer einsamen Waldgegend. Da bekommt sein Auto eine Panne und er kann nicht mehr weiterfahren. Fernab der Straße sieht er ein Licht im Wald. Er wartet einige Zeit, ob ein anderes Auto vorbeikommt, denn er hat kein Telefon dabei. Aber er bleibt allein. So fasst er den Entschluss, Hilfe zu suchen. Er geht also in den Wald hinein und auf das Licht zu. Er geht ziemlich lange durch das Unterholz, bis er plötzlich vor einem sehr alten Herrenhaus steht. Nach einigem Zögern klopft er an, worauf er drinnen Schritte hört. Mit einem hörbaren Knarren öffnet sich die Tür. Da steht ein alter buckeliger Butler und sagt, nachdem der Mann ihn um Hilfe gebeten hat: „Dies ist ein sehr altes Haus. Ein Telefon haben wir nicht, aber Sie können hier übernachten und morgen Hilfe holen.“ Der Mann nimmt dankend an und wird in ein großes Zimmer geführt, wo ein bequemes, altes Bett steht. Dort legt er sich hin und schläft bald ein. Mitten in der Nacht wacht er auf. Auf dem Flur hört er merkwürdige Geräusche. Tapp! Tapp! Tapp! Der Mann fasst sich ein Herz und geht auf den Flur. Im düsteren Licht steht jemand. Es ist ein kleines Mädchen, das sehr blass aussieht. Er fragt das Mädchen: „Was machst du denn mitten in der Nacht auf dem Flur?“ Das Mädchen antwortet: „Ich? Ich spiele hier nur mit meinem kleinen roten … BALL!“

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  • Autor / Autorin: Holger Sielemann
  • © Deutscher EC-Verband