Sünde – eine BeziehungsstörungSünde – eine Beziehungsstörung

Einheit: Sünde – eine Beziehungsstörung

Verband: Deutscher EC-Verband
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Mitarbeit, Mitarbeitende, Studenten
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung, Schulung
Redaktion: echt.

Theologischer Grundsatzartikel zum Thema Sünde. Wie kann man das heute beschreiben? Was ist Sünde überhaupt und wie können wir das Thema (wieder neu) ins Gespräch bringen?


Vorschau:

Sünde – schwer vermittelbar

Das Wort Sünde wirkt wie ein Überbleibsel aus früheren Zeiten. Häufig genug ist beklagt worden, dass dieser Begriff heute nur noch augenzwinkernd gebraucht wird, wenn man von „Verkehrssünden“, „Modesünden“, „Diätsünden“ redet. Wie konnte es dazu kommen?

Sünde – eine Beziehungsstörung

Was war denn eigentlich mit Sünde gemeint? Eine vielfach akzeptierte Kurzformel lautet: Sünde ist eine Beziehungsstörung. Sünde ist Entfremdung des Menschen: von Gott, dem Nächsten und sich selbst. Wo man sich fremd ist, hat die Liebe keine Chance. Sünde ist Lieblosigkeit, Verfehlung der Liebe und damit ein Leben vorbei an der Bestimmung zur Gemeinschaft mit Gott. Der Apostel Paulus formuliert es so: „Was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde.“ (Röm 14,23; vgl. auch Mt 7,16-18 und Joh 16,9).

Sünde in modernen Serien

Wer sich über die Größe wie die Abgründigkeit des Lebens ins Bild setzen lassen möchte, geht heute in der Regel nicht in die Kirche, sondern ins Kino. Wer von seinem Glauben anschaulich denken und erzählen lernen möchte, sollte das nicht beklagen – sondern mitgehen. Na klar, wir können Sünde nicht zur Sprache bringen ohne die biblischen Geschichten. Zugleich können wir nicht einfach bei diesen bleiben – wir müssen sie weitererzählen. Als der Prophet Nathan zu David kommt, konfrontiert er diesen nicht direkt mit dem theologischen Urteil, gesündigt zu haben. Er erzählt ihm eine sorgfältig konzipierte Geschichte (2. Sam 12,1-4), die in zweifacher Hinsicht in Davids Lebenssituation hineinspricht. Zum einen spiegelt sich in der Geschichte das konkrete Leid, das David über Uria gebracht hat. Zum anderen nimmt diese Geschichte mit dem „Schäflein“ Maß an Davids biographischen Erfahrungen als Hirte, der sehr wohl wusste, was es heißt, sich um ein einzelnes Schaf zu sorgen. Erst als David im Horizont dieser Erzählung die Schwere der Schuld nachvollziehen kann, konfrontiert Nathan ihn mit der Einsicht, dass diese Geschichte ein Gleichnis für sein Versagen war. Als Geschichtenerzähler ist Nathan bis heute ein Vorbild, biblische Einsichten in eine ganz konkrete Situation hinein zu sprechen. Es wäre keine Treue zur Bibel, einfach nur wieder und wieder diese Geschichte zu erzählen, so unverzichtbar sie ist; sondern es gilt, für heutige Verfehlungen und Versuchungen passende und den Menschen vertraute Geschichten zu finden.

 

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  • Autor / Autorin: Thorsten Dietz
  • © Deutscher EC-Verband

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