Tod … und dann?Tod … und dann?

Einheit: Tod … und dann?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-45 Min. (Vorbereitung: 45-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Flipchart, 1 Bibel (für jeden Teilnehmenden), vorbereitete Zettel mit Aufgabenbeschreibung

Zwischen Tod und Auferstehung

Was passiert eigentlich mit einem Menschen, wenn er tot ist? Das ist echt eine spannende Frage. Wenn Jesus eines Tages wiederkommt, dann geht’s für alle Kinder Gottes ab in den Himmel. Aber was ist mit den Christen, die bis dahin schon gestorben sind – wo sind die? Noch im Grab, schon im Himmel, oder ganz woanders? Und wo sind die Menschen, die ohne Jesus im Herzen gestorben sind? Was ist dazwischen? Zwischen Tod und Auferstehung?

Die Bibel unterscheidet drei Arten von „Tod“:

Der körperliche Tod

Hiermit wird das Sterben unseres jetzigen Leibes bezeichnet. Dieser Tod erwartet jeden Menschen. Ja, Tatsache: Auch in Deutschland liegt die Sterberate immer noch bei 100% . Unser Körper ist vergänglich. Beispiel: Genesis 3,19

Der geistliche Tod

Hiermit wird die Trennung eines Menschen von Gott bezeichnet. Jeder Mensch ist geistlich tot und bekommt erst durch eine erneuerte Beziehung zu Gott neues Leben. Mit anderen Worten: du wurdest als Zombie geboren – lebendig tot. Um geistlich lebendig zu werden, musst du reanimiert werden. Beispiel: Epheser 2,1

Der zweite Tod

Hiermit wird die endgültige, unwiderrufliche Trennung von Gott bezeichnet. Offenbarung 21,5-8. Dabei geht es gar nicht so sehr um das, was wir uns unter „leben“ oder „tot sein“ vorstellen, sondern vielmehr um einen Ort, an dem man sich befindet. Kurz gesagt: bei Gott oder nicht bei Gott.

Um welchen Tod geht es jetzt bei unserer Anfangsfrage? Vor allem um den körperlichen Tod und was danach sein wird. Das nennt man den „Zwischenzustand“. Im Prinzip geht es aber auch um alle drei Tode – später wirst du noch merken, warum. Sagt die Bibel etwas zu dem Zwischenzustand? Oh ja! Kann man also genau sagen, was dann sein wird? Leider nein. Es gibt aber verschiedene Bilder, die von der Bibel gestützt werden. Hier sind mal drei Vorschläge, wie man über das „schon gestorben, aber noch nicht auferstanden“ denken kann.

Die Seele schläft

An manchen Stellen redet die Bibel vom Tod, als wäre es ein Schlaf (Beispiel: Johannes 11,11). Der sogenannte „Seelenschlaf“ bedeutet also, dass man in gewisser Weise wie bewusstlos ist. Oder denk daran, als du das letzte Mal verschlafen hast. Als du aufgewacht bist, hast du dich sicher gewundert, dass es schon so spät ist. Es ist viel Zeit vergangen, ohne dass du es gemerkt hast. Flapsig ausgedrückt: Verpennt bis zur Auferstehung. Vielleicht ist der Vergleich „Tod = Schlaf“ aber eben auch nur ein Vergleich und keine Beschreibung der Tatsachen.

Verschiedene Warteorte

Besonders das Gleichnis (oder ist es doch eine Geschichte? Darüber sind sich die Ausleger nicht ganz einig) „vom reichen Mann und armen Lazarus“ (Lk 16, 19-31) zeigt, dass man über den Zwischenzustand auch ganz anders denken kann. Nach dem Tod ist man nicht bewusstlos, sondern lebt weiter, nur eben an einem anderen Ort. Wenn ein Mensch stirbt, dann kommt er entweder an einen schönen Ort („Abrahams Schoß“). Oder aber man kommt an einen schrecklichen Ort. Einen Ort, an dem es schon eine Qual ist, einfach nur dort zu sein. Beide Orte sind in gewisser Weise Warteorte, denn es ist klar, da kommt noch was: die Auferstehung. An welchen Warteort man kommt, entscheidet sich aber schon vor dem körperlichen Tod (siehe a). Das ist die Hauptaussage des Gleichnisses. Der Zielort der Todesfahrt wird dadurch bestimmt, ob man noch geistlich tot ist, oder bereits neu geboren wurde (siehe b). Nach der Wartezeit kommt es zu dem „letzten Tag“. Dem Tag, an dem Jesus (endlich) wiederkommen wird. Nach diesem Festtag für jedes Kind Gottes kommt man an die endgültigen Orte Himmel oder Hölle. Tatsächlich verwendet die Bibel unterschiedliche Worte für das Totenreich (griechisch: hades) und die Hölle (griechisch: gehenna). Das könnte ein Hinweis auf diese Variante der Zwischenzeit sein.

Direkt zu Jesus

An anderen Stellen in der Bibel hört es sich eher so an, als würde man als Christ direkt nach dem Tod – ohne Zwischenlandung – im Himmel landen. Das kann man sich so vorstellen, als würde man durch eine Tür (=Tod) gehen, um auf der anderen Seite vom Gastgeber herzlich begrüßt zu werden (=Auferstehung, Begegnung mit Gott). Paulus schreibt: „… ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein“ (Phil 1,23). Am beeindruckendsten ist sicher aber die Situation, in der Jesus zu dem gekreuzigten Verbrecher neben sich sagt: „… heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (LK 23,43).

Wie kann man das Ganze verstehen? Gottes Gedanken nachzuvollziehen ist immer eine große, um nicht zu sagen unlösbare Herausforderung. Der große Knackpunkt ist sicher der, dass es uns enorm schwerfällt, losgelöst von unseren Dimensionen wie Raum und Zeit zu denken. Nach dem Tod werden aber keine Jahre mehr gezählt, denn die Ewigkeit hat nichts mehr mit Zeit zu tun, sondern v.a. mit unendlicher Qualität. Die Bibel nennt das: Herrlichkeit bei Gott.

Deshalb: nach allem interessanten Nachdenken, Forschen, Diskutieren, Bibellesen und Gott um Weisheit fragen bleibt das Wichtigste, was passieren wird, wenn wir sterben, Folgendes: Wir werden auferstehen! Die einen zum ewigen Leben und die anderen zum Ewigen Tod.

„Wenn du nur einmal geboren bist (die natürliche Geburt), dann stirbst du zweimal (zunächst der leibliche Tod, dann der ewige Tod); aber wenn du zweimal geboren bist (die natürliche Geburt, Neuwerdung durch Christus), stirbst du nur einmal (der leibliche Tod)!“ (Werner Gitt, Traktat: Reise ohne Rückkehr)

Möglicher Stundenablauf:

  • AufreiĂźer: Clip 1 – Ein Leben nach der Geburt
  • HinfĂĽhrung: Mach die Teens heiĂź drauf, indem du dir selbst laut die Fragen in der Kurzbeschreibung stellst
  • Brainstorming Zum Begriff „Tod“ (auf Plakat/Flipchart sammeln)
  • Zwischenfazit: Die drei Arten von „Tod“ (auf Plakat/Flipchart festhalten)
  • Ăśberleitung: Noch mal sagen, worum es jetzt geht und dass wir uns verschiedene Antwortmöglichkeiten in Gruppen erarbeiten werden
  • Theaterszenen:
  1. 3 – 4 Gruppen mit je einem Leiter
  2. Jeder Gruppe eine der drei Möglichkeiten auf einem Zettel austeilen
  3. Aufgabenstellung: Mini-Theaterszene dazu ausdenken (Zeit: 15 Minuten)
  4. Zusätzlich könnte noch eine vierte Gruppe auf ihrem Zettel stehen haben: „Oma Frieda ist gestorben. Wo ist sie jetzt? Erfindet dazu ein kleines Theaterstück mit eurer Antwort“
  5. VorfĂĽhrung der Szenen im Plenum. Nach jeder Szene: Mini-Diskussion
  6. Fazit: Bewusst die Möglichkeiten nebeneinander stehen lassen und darauf verweisen, worum es nach dem Tod geht: die Auferstehung!

Abschluss

  • Das W-Gitt-Zitat schriftlich präsentieren, vorlesen, „einwirken“ lassen
  • Schlusssatz: Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Er wird ewig leben, weil er an mich geglaubt hat, und niemals sterben“ (Joh11,25-26).
  • Glaubst du das?
  • Autor / Autorin: Tobias Reeber
  • © Deutscher EC-Verband