Umkehr und Buße

Einheit | Bibelarbeit
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Umkehr und Buße

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 15-25 Min.)
Bibelstelle: Matthäus 21,28-32 anzeigen
Bibelstelle
Matthäus 21,28-21,32

Von den ungleichen Söhnen

28Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht. Danach aber reute es ihn, und er ging hin. 30Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr!, und ging nicht hin. 31Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan?

Sie sprachen: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32Denn Johannes kam zu euch und wies euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr’s saht, reute es euch nicht, sodass ihr ihm danach geglaubt hättet.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigte Materialien: Zettel, Stift(e)
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1. Erklärungen zum Text

Was geschah zuvor? Die jüdische Elite wollte Jesus seine Vollmacht absprechen (vgl. Mt 21,23-27). Doch Jesus kontert mit einer entscheidenden Frage, die seine Angreifer nicht beantworten konnten, ohne sich zu blamieren: Er fragt nach Johannes dem Täufer.

Durch die Reaktion auf die Taufpredigt des Johannes („Kehrt um!“) zeigte sich nämlich, wer zum Reich Gottes gehört.

„Zwei Söhne“: Stehen wohl für zwei Gruppen. Die, die umkehren und die, die nicht umkehren.

„Ich will nicht“: Weiter unten im Text wird man auf „Zöllner und Huren“ stoßen. Die Aussage „Ich will nicht“, steht für ihr bisheriges Leben, mit dem sie deutlich zur Schau gestellt haben: Ich habe mit Gott nichts am Hut. Jetzt kommt aber Johannes der Täufer ins Spiel – er predigt Umkehr und – die Zöllner und Huren reut es. Sie wissen, dass sie schuldig sind und kehren um.

„Und er ging nicht“: Der zweite Sohn steht für die andere Gruppe – die der Zuhörer Jesu – die, die sich für besonders gerecht halten. Pharisäer und Schriftgelehrte taten tatsächlich beachtliche Dinge. Sie konnten das ganze Alte Testament auswendig und noch hunderte weiterer Gesetze. Aber der Sohn „ging nicht“ – er sagte schnell etwas heraus, um gut dazustehen, drückte sich dann aber vor den Konsequenzen.

„Wille des Vaters“: Hier geht es um den Moment, nicht um die Vorgeschichte. Daher hat der den Willen des Vaters getan, der ihn jetzt, heute getan hat – in dieser Situation, in diesem Gleichnis. Vorgeschichte egal. Nicht die Gedanken in der Vergangenheit hängen lassen, sondern Freiheit leben: Umkehren und nachfolgen.

„Zöllner und Huren“: Bisher hat sich alles auf der „Bildseite“ des Gleichnisses abgespielt. Jetzt kommt der Schwenk auf die Sachseite. Jesus hat seine Zuhörer so im Gleichnis gefesselt, dass sie das Urteil selbst sprechen können – und zwar über sich selbst. Und Jesus treibt es auf die Spitze: Gerade die Zöllner und Huren; die, die Gott mit Füßen getreten haben, sind dabei. Weil sie erkannt haben, dass sie wirklich schuldig sind und umkehren müssen – und es tun.

„Weg der Gerechtigkeit“: Die Gerechtigkeit ist seit dem Alten Testament ganz zentraler Schlüsselbegriff für die Beziehung zu Gott. Johannes hat die Umkehr auf diesen Weg gefordert – und ist für seine Aufrichtigkeit getötet worden. Jesus hat seine Zuhörer im Gespräch nun an einen Punkt geführt, an dem es um die persönliche Entscheidung geht.

2. Bedeutung für heute

2.1 Die Bedeutung zu verschiedenen Zeiten

Welche Bedeutung hatte das Gleichnis zu verschiedenen Zeiten?

1. Jesus selbst hatte vor allem den Unterschied zwischen Juden (die vom rechten Weg abgekommen waren, aber sich zur Umkehr rufen lassen) und Juden (die sich für gerecht halten und die Chance zur Umkehr verpassen) im Blick.

2. Matthäus, als er einige Jahre später sein Evangelium schrieb, hatte vor allem den Unterschied zwischen „Heidenchristen“, (Nichtjuden, die zu Christus umkehren) und Judenchristen (Juden, die Christ werden und vielleicht von sich glauben, sie hätten deshalb einen Vorsprung) im Blick.

3. In unserem heutigen Kontext spricht Jesus mit diesem Gleichnis vor allem Christen an.

Frage

Wer könnte heute genau mit dem Nein-Sager (der dann aber doch den Willen des Vaters tut) und dem Ja-Sager (der erst „Ja, Herr“ sagt, aber effektiv nichts tut) gemeint sein? Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

2.2 Zum Nachdenken

Das Gleichnis will uns in unserem gelebten Christsein herausfordern. Wir wissen doch eigentlich, dass wir von uns aus nichts leisten können, was uns rettet. Warum denken wir dann immer wieder über unseren Glauben, dass er uns positiv von den „anderen“ abhebt? Der Mensch – auch der Christ – kennt von sich aus nur eine Richtung: Weg von Christus. Alles andere wäre Selbstüberschätzung. Deshalb gilt immer die gleiche Aufforderung: Umkehr. Und deshalb bedeutet Umkehr immer: Hin zu Christus.

2.3 Übung

Der „Ja, Herr“-Sager ist kein unzuverlässiger Idiot, der nichts mit Jesus zu tun haben will. Er hat hier ein Problem, mit dem er nicht allein ist. Eine Vermutung: Vielleicht war es bei ihm auch ganz ohne böse Absicht. Vielleicht sah er die Arbeit einfach nicht und dachte, dass irgendwie sowieso schon alles getan sei. Da er sich so sicher war, immer alles richtig zu machen, antwortete er sehr schnell und wusste vielleicht gar nicht, was er eigentlich tun sollte. Du kannst Folgendes versuchen: Schreibe dir einen Zettel, der dich daran erinnert, immer wieder nach Gottes Willen zu fragen und stecke ihn zu deinem Handy.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Icebreaker – Tut er’s?

Jeder schreibt etwas Verrücktes auf, was man spontan hier und jetzt machen kann. Die Zettel werden gemischt, der erste zieht einen und liest ihn vor. Die Gruppe darf abstimmen, ob sie glaubt, dass die Person es durchzieht oder nicht. Dann wird es spannend: Tut er’s? Drei Punkte gibt es, wenn er es gegen die Vermutung der Gruppe tut; zwei Punkte, wenn die Gruppe richtig „Ja“ geraten hat; einen Punkt, wenn er es nicht tut – egal, was die Gruppe abgestimmt hat.

3.2 Lieder am Anfang

Aus Feiert Jesus! 4:

  • Nr. 8: Näher zu dir
  • Nr. 3: Das ist unsre Zeit

3.3 Einführung

Jedes Gleichnis hatte zu verschiedenen Zeiten verschiedene Hauptaussagen. Als Jesus das Gleichnis erzählte, hatte er bestimmte Menschen vor Augen. Als Matthäus etwas später das Gleichnis aufschrieb, hatte er andere Menschen (nämlich seine Gemeinde) vor Augen. Und wir heute haben wiederum andere Voraussetzungen und andere Menschenkonstellationen. Aber eines bleibt immer gleich: Die Grundaussage, die Jesus macht – auf welche Menschen auch immer sie dann zutreffen wird.

3.4 Bibeltext

Lest den Bibeltext – jeder für sich – und geht ihn anschließend zusammen durch. Haltet bei jedem Wort inne, wenn ihr etwas besonders gut/schlecht/logisch/spannend/unklar usw. findet.

3.5 Gespräch

Die folgenden Teile sollen euch unterstützen, nicht einengen. Vielleicht redet ihr die ganze Zeit über eine einzige Frage – das ist auch gut! Geht einfach weiter, wenn ihr nicht mehr weiterkommt oder es langweilig wird.

Ihr könnt mit jedem der folgenden Abschnitte einsteigen. Vergesst beim Besprechen der Fragen nicht, den Bibeltext immer wieder zu Rate zu ziehen und Unklarheiten mit den oben stehenden Erklärungen zu überprüfen. Ziel ist übrigens keine Antwort, sondern ein Gespräch.

3.6 Nachdenken über die zwei Söhne

1. Die zwei Söhne stehen für zwei Gruppen bzw. Verhaltensweisen. Wen hatte Jesus mit diesem Gleichnis im Blick?

2. Die „Ja, Herr“-Sager haben die Umkehr abgelehnt, die Johannes gepredigt hat. Das Nicht-Tun ist also klar. Aber wann haben sie „Ja“ gesagt?

3. Welche Gruppen bzw. Verhaltensweisen hat das Gleichnis heute im Blick?

4. Was heißt Buße/Umkehr konkret für mich?

5. Warum sind wir Christen oft auch „Ja“-Sager, die dann nichts tun? Was könnte uns helfen, unsere Jesusnachfolge konsequenter zu leben?

3.7 Nachdenken über die Zusammenhänge

Die Bibel ist einfach der Hammer. Jesus argumentiert genialer als alle, die mir je „live“ oder in Büchern begegnet sind.

1. Lest Matthäus 21,23-27. Was hat Jesus mit Johannes zu tun? Und was ist das Geniale an der Frage Jesu?

2. Lest 2. Samuel 12,1-7a. Nathan ist für Jesus hier ein Rhetorik-Vorbild. Welchen Trick nutzen beide?

3.8 Ein scharfsinniger Freund

Einer eurer Gruppe ist jetzt ein scharfsinniger, nicht christlicher Freund, der plötzlich hereinkommt und anfängt, Fragen zu stellen und fies nachzubohren (vergebt diese Rolle an jemanden, der gut kritische Fragen stellen kann). Versucht, ihm gut zu antworten. Ihr müsst nicht alles wissen und ihn vor allem nicht mit christlichen Floskeln abspeisen.

1. Was unterscheidet jetzt eigentlich einen Christen von anderen Menschen?

2. Was habt ihr gerade gelesen? Könnt ihr mir erklären, um was es geht?

3. Was würde Jesus jetzt wohl zu mir sagen?

3.9 Diskussion

Diskutiert folgenden Satz: „Der Mensch – auch der Christ – kennt von sich aus nur eine Richtung: Weg von Christus.“

3.10  Lieder danach

Aus Feiert Jesus! 3:

  • Nr. 116: Be The Centre
  • Nr. 78: Wohin sonst
  • Nr. 160: Komm, gestalte mich (kann man auch als Abschlussgebet sprechen)
  • Autor / Autorin: Luca Bähne
  • © Deutscher EC-Verband
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