Verfolgte Christen / Was kostet mich der Glaube?

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Verfolgte Christen / Was kostet mich der Glaube?

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 60-90 Min.)
Bibelstelle: Lukas 9,23-26 anzeigen
Bibelstelle
Lukas 9,23-9,26

Das Kreuz auf sich nehmen

Matthäus 16,24-28; Markus 8,34–9,1

23Dann sagte Jesus zu allen Jüngern:

»Wer zu mir gehören will,

darf nicht an seinem Leben hängen.

Er muss jeden Tag sein Kreuz auf sich nehmen

und mir auf meinem Weg folgen.

24Wer sein Leben retten will, wird es verlieren.

Wer sich aber zu mir bekennt

und deshalb sein Leben verliert, der wird es retten.

25Was nützt es einem Menschen,

wenn er die ganze Welt gewinnt –

sich aber selbst verliert

oder schweren Schaden nimmt?

26Denn wer sich nicht zu mir und meinen Worten bekennt,

muss wissen:

Der Menschensohn wird sich auch nicht zu ihm bekennen,

wenn er wiederkommt –

in seiner Herrlichkeit

und in der Herrlichkeit des Vaters

und der heiligen Engel.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Benötigte Materialien: 1 Laptop, 1 Lautsprecher, Bibel(n),
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1. Vorbemerkungen

Benachteiligt oder verfolgt zu werden, nur weil man an Jesus glaubt? Das passiert doch nur selten oder irgendwo weit weg. Das hat nichts mit mir hier in Deutschland zu tun … Weit gefehlt! Bei dem Thema sollten wir uns auch vor Augen führen, dass gerade viele Christen in Deutschland leben, die in ihrem Heimatland wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, und deshalb geflohen sind.

2. Zielgedanke

Teens sollen darüber nachdenken, wie viel ihnen ihr Glaube an Jesus wert ist. Sie sollen durch die konsequente Jesusnachfolge verfolgter Christen motiviert werden, deren Beispiel zu folgen.

3. Einführung inkl. Erklärungen

Wer ist ein Märtyrer? Ganz allgemein versteht man darunter jemanden, der wegen seines Glaubens ums Leben kommt. So schreibt beispielsweise Wikipedia: „Märtyrer (von griechischen „Zeuge“ oder „Zeugnis“) sind Menschen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen leiden, ggf. ihren gewaltsamen Tod erdulden.“ Dieses Verständnis von dem Begriff „Märtyrer“ ist für uns so selbstverständlich geworden, dass wir manchmal einen ganz wichtigen Gedanken übersehen: In der Bibel wird nämlich der Begriff „Märtyrer“ ganz anders gebraucht. In Apostelgeschichte 1,8 sagt Jesus: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ Hier wird das griechische Wort „μάρτυς“ (Martys) mit dem deutschen Wort „Zeugen“ wiedergegeben.

In deutschen Gerichtssälen sagen Zeugen aus. Sie sagen wahrheitsgetreu, was sie gesehen und gehört haben. So ist es im biblischen Sprachgebrauch auch. Aber wofür sind Märtyrer denn Zeugen? Märtyrer sind Zeugen für Jesus. Sie bezeugen sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung. Sie bezeugen in Wort und Tat, dass Jesus lebt. Kurz: sie sind „SEINE“ Zeugen.

Der Preis, den dieses Zeugnis in vielen Ländern Millionen von Christen kostet, ist sehr hoch. Durch ihre konsequente Liebe zu Jesus sind sie nicht nur Opfer, sondern vor allem Vorbilder für uns.

4. Einstieg

Spiel: Ihr braucht drei Freiwillige aus der Gruppe. Die erste Person bekommt vom Leiter zugeflüstert, welche Situationen er darstellen soll durch Gesten und Worte. Die Person führt dies nun zwei anderen Personen vor, die dann wiederum der Gruppe erzählen, was sie gesehen und gehört haben. Ziel ist es zu üben, Zeuge zu sein: Sachlich zu sagen, was man gesehen, gehört und erlebt hat.

4. Hauptteil

Gesprächsrunde

Unterhaltet euch darüber, wie viel euch bestimmte Dinge im Leben wert sind. Die Teens können auch zu den jeweils genannten Dingen einen Geldbetrag auf Zettel schreiben. Sie können auch überlegen, was sie aufgeben würden, um diese Dinge zu behalten. Mögliche Privilegien: ein Handy besitzen; selbst Kleider aussuchen dürfen; frei sagen dürfen, was sie denken; sich später mal einen Beruf/Studium aussuchen dürfen; usw.

Am Schluss geht ihr auf die Religionsfreiheit ein: Was ist es euch wert, an Jesus zu glauben? Was wärt ihr bereit für euren Glauben herzugeben, wenn ihr dafür Benachteiligung in Kauf nehmen müsstet?

Beispielgeschichte

Die Eritreerin Helen Berhane sprach ganz öffentlich von Jesus Christus. Sie wusste ganz genau, dass ihr das Inhaftierung einbringen würde. Sie wurde verhaftet und verbrachte zweieinhalb Jahre im Gefängnis unter schlimmsten Bedingungen und mit Folter. Nach ihrer Flucht nach Europa erzählte sie ihre Geschichte. Ein Journalist fragte sie: „Helen, warum hast du das gemacht? Du wusstest doch, dass du im Gefängnis landen würdest.“ Sie verstand die Frage nicht. „Warum ich das gemacht habe? Jesus hat doch gesagt, dass wir von ihm erzählen sollen. Ich habe nur das getan, was er uns aufgetragen hat. Die Konsequenzen daraus waren mir erst mal nicht so wichtig.“

Helen ist eine echte Zeugin für Jesus und hat genau das getan, was er von uns möchte.

Info zum tieferen Verständnis: Erklärt die Haftbedingungen in Eritrea: Es handelt sich hier um Frachtcontainer in der Wüste. Tagsüber erstickt man fast vor Hitze und nachts ist es sehr kalt. Auf die Toilette darf man nur ein Mal am Tag. Man wird gezwungen, durch eine Unterschrift seinen Glauben an Jesus zu verleugnen. Wenn man es nicht tut, wird man gefoltert, indem man stundenlang auf dem Bauch liegen muss und die Handgelenke an die Fußknöchel gebunden werden. Helen kann nie wieder in ihr Heimatland zurückgehen oder ihre Familie sehen. Vergleicht das mit unserem Leben hier in Deutschland. Helen hatte sich schon als junger Christ im Teenageralter mit dem Preis der Nachfolge beschäftigt und es war ihr bewusst, dass es ihr einmal große Nachteile bringen könnte. Sie erzählt aber auch, wie Jesus sie durch viele schlaflose Nächte und schwierige Tage hindurch getragen hat.

Vertiefung

In über 60 Ländern der Welt gibt es keine oder nur stark eingeschränkte Religionsfreiheit. Über 200 Millionen Menschen stehen dort täglich in der Gefahr, ausgegrenzt, benachteiligt, inhaftiert, gefoltert oder getötet zu werden, nur weil sie an Jesus glauben.

Beispiel Nigeria: Sucht euch Infos zu Nigeria bei Wikipedia, sucht das Land auf einer Weltkarte oder geht auf die Seite www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/nigeria. – Unter www.verfolgte-christen.org/info-material könnt ihr euch das kostenlose Heft „Kleine Bibliothek – Nigeria“ bestellen.

Schaut euch den Kurzfilm „Habila“ an (auf der HMK-Webseite). Alternativ könnt ihr die DVD kostenlos unter www.verfolgte-christen.org/info-material bestellen.

Bildet Kleingruppen und sprecht über die Botschaft des Films:

  • Wie findet ihr die Story? Beeindruckend, traurig, krass, unrealistisch …
  • Was bringt euch bei der Geschichte von Habila ins Nachdenken?
  • Wie hättet ihr euch verhalten?

Bibeltext

Für seinen Glauben an Jesus Nachteile in Kauf zu nehmen und auch Verfolgung zu erleiden, gehörte von Anfang an zum Christsein dazu. Jesus hat seinen Jüngern nicht verschwiegen, dass Nachfolge etwas kostet und Konsequenzen nach sich zieht. Schon in der Urgemeinde gab es Menschen, die aufgrund ihres Glaubens an Jesus getötet wurden. So war Stephanus der erste Märtyrer in der Bibel (hier könnt ihr Auszüge aus Apostelgeschichte 6,8 – 8,3 vorlesen oder die Geschichte des Stephanus nacherzählen).

Lest anschließend in den Kleingruppen Lukas 9,23-26. Tauscht euch über den Bibeltext aus.

  • Was spricht dich an oder berührt dich?
  • Was fordert dich heraus oder regt dich auf?
  • Was kannst du von den Worten Jesu (und von Stephanus) lernen?
  • Was bedeutet heute „nicht am Leben hängen/sein Kreuz auf sich nehmen“? Eigene Träume aufgeben, seine Freizeit sinnvoll gestalten, sein Geld und Besitz im Sinne Jesu verwenden …?
  • Warum sollte mir meine Beziehung zu Jesus so wichtig/wertvoll sein, dass ich dafür andere Dinge aufgebe?

Die Austauschrunde kann mit folgendem Impuls zusammengefasst werden. Für uns in Deutschland kostet der Glaube an Gott nicht viel (vielleicht mal ausgelacht werden). Aber nur weil hier der Glaube an Jesus (noch) nichts kostet, heißt das nicht, dass der Glaube an ihn nicht wertvoll ist. Für Millionen von Christen ist er das Wertvollste, das sie haben. Wenn ihnen alles genommen wird, bleibt Jesus. Und warum ist Jesus so wertvoll? Weil er eine ewige Hoffnung bietet und weil er unser Leben im Hier und Jetzt verändert. Wir sind von ihm bedingungslos angenommen, sind bei ihm mit unserer Suche nach Sinn angekommen und werden mit unseren Problemen aufgefangen.

5. Abschluss

Anschließend kommen alle wieder zusammen. Lest zusammen Hebräer 13,3 und überlegt euch, wie das konkret für eure Gruppe aussehen kann. Gibt es eine coole Idee für eine Spendenaktion? Wollt ihr eine Gebetspatenschaft für verfolgte Christen in einer bestimmten Region/Stadt ggf. in Nigeria eingehen?

Betet zum Abschluss für die Christen in Nigeria.

Betet:

  • für Schutz und Bewahrung.
  • dafür, dass ihnen Gottes Wort große Kraft gibt, weiter an ihrem Glauben festzuhalten.
  • dafür, dass die Christen weiterhin den Mut haben, anderen von Jesus zu erzählen.
  • für die Kämpfer der Boko Haram, dass die Liebe Gottes auch ihre Herzen erreicht und sie zu ihm umkehren.

Wir Christen in Deutschland und verfolgte Christen auf der ganzen Welt gehören zusammen als große Familie, auch wenn wir ihnen nicht begegnen. Als Giveaway kann an jede Person ein Armband mit der Aufschrift „Lies & bete, Hebräer 13,3“ ausgegeben werden. Die Armbänder können kostenlos bei der Hilfsaktion Märtyrerkirche bestellt werden.

Es soll daran erinnern, selbst stark zu werden im Glauben, indem man die Bibel liest und regelmäßig für verfolgte Christen betet. Das Gebetsheft „Gebet für die Länder der Märtyrer 2015/2016“ kann ebenfalls kostenlos bei der Hilfsaktion Märtyrerkirche bestellt werden.

Wenn ihr genügend Zeit habt, dann könnt ihr auch noch zusammen das nigerianische Gericht Fufu kochen.

Zubereitung:
Für vier bis sechs Personen nehmt ihr eine Tasse Kartoffelmehl oder Reismehl/Polenta und drei Tassen Kartoffelpüree-Pulver. Das rührt ihr zusammen mit kaltem Wasser in einem Topf an und gebt etwas Salz hinzu. Dann stellst du den Topf auf eine heiße Herdplatte und gibst so lange heißes Wasser hinzu, bis sich ein fester Brei ergibt. Dazu könnt ihr einen Salat oder Gemüse essen.

  • Autor / Autorin: MariusHofmann
  • © Deutscher EC-Verband
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